Mothy ist eine der Frauen aus Vanuatu, die zum Weltgebetstag beispielhaft ihre Geschichte erzählt, um einen Einblick in das Leben vor Ort zu gewähren.	FOTO: PM
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Mothy ist eine der Frauen aus Vanuatu, die zum Weltgebetstag beispielhaft ihre Geschichte erzählt, um einen Einblick in das Leben vor Ort zu gewähren. FOTO: PM

Online-Reise nach Vanuatu

Wetteraukreis (alh). Corona bringt uns dazu, neue Wege zu gehen. So auch die Evangelischen Frauen im Dekanat Wetterau: Die Vorbereitung auf den Weltgebetstag fand zum ersten Mal online statt. 44 beziehungsweise 33 Frauen sind in zwei Veranstaltungen per Zoom den neuen Weg mitgegangen. Im Zentrum des diesjährigen Weltgebetstags steht der Inselstaat Vanuatu.

Am ersten Freitag im März schicken Menschen aus aller Welt ein Gebet über den Erdball. Im Mittelpunkt des Weltgebetstags stehen alljährlich ein Land und seine Menschen. Als Aktion christlicher Frauen liegt ein besonderes Augenmerk auf der Situation von Frauen in dem jeweiligen Land. In diesem Jahr ist es der Inselstaat Vanuatu. Er gilt als »letztes Paradies der Erde«: türkis-blaues Meer, vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, Vulkane und Regenwald. Weniger paradiesisch sind Erdbeben und Stürme, die das Land immer wieder treffen.

Von Elisabeth Becker-Christ, Rosemarie Behler, Sabine Tamborini-Schwalfenberg und Sabine Wießner erfuhren die Teilnehmerinnen viel Wissenswertes über den Inselstaat am anderen Ende der Welt.

Der Klimawandel bedrohe die Ni-Vanuatu, wie sich die Einwohner nennen. Der Weltgebetstag soll darauf aufmerksam machen. So zeigten Susanne Hess und Sabine Wießner einen Vorschlag zur Gestaltung des Gottesdienstes, bei dem sich eine Klimaaktivistin beteiligt und ihre Sicht auf Klimawandel, -schutz und -gerechtigkeit einbringt.

Fremder Müll als Problem

Ein großes Problem sei der Müll: 95 Prozent des anfallenden Mülls in Vanuatu würden über die Strände angespült und entstünden nicht auf den Inseln. Denn Vanuatu ist seit 2018 weltweit das Land mit dem schärfsten Plastikverbot. Auch habe die Regierung Vorbereitungen getroffen, um die Industrienationen mit einem hohen CO2-Ausstoß, die maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich seien, vor dem Internationalen Gerichtshof zu verklagen. Das Land fordere eine Entschädigungszahlung, mit der die Umsiedlung der Gemeinden finanziert werden könne. Denn der Anstieg des Meeresspiegels zwinge die Menschen zur Flucht in höher gelegene Gebiete.

Obwohl die Ni-Vanuatu oft schutzlos der Naturgewalt ausgeliefert seien, pflegten sie ein ganz besonderes Verhältnis zur Natur. Es sei geprägt von großer Dankbarkeit und Wertschätzung gegenüber dem fruchtbaren Boden und allem, was das Land ihnen biete. Zwischendurch hörten die Teilnehmerinnen immer wieder die Lieder, die Teil der Liturgie zum Weltgebetstag sind.

Materialpaket für Gemeinden

Am zweiten Veranstaltungstag beschäftigten sich die Teilnehmerinnen, begleitet von Pfarrerin Ursula Seeger aus Florstadt, mit einer Bibelstelle aus dem Matthäus-Evangelium. Dabei ging es um die Frage, was kluges Handeln im eigenen Umfeld, in der Gesellschaft und global heißt.

Eine andere Frage, die alle, die mit den Vorbereitungen des Weltgebetstags betraut sind, derzeit umtreibt, lautet: Wie kann der Weltgebetstag in Corona-Zeiten gefeiert werden? Auch dazu hat sich das Frauenteam Gedanken gemacht. Verschiedene Möglichkeiten wurden vorgestellt und diskutiert. Der Verband Evangelische Frauen hat ein Materialpaket an alle Gemeinden verschickt, in dem bereits ausgearbeitete Gottesdienstabläufe - sowohl für Präsenzgottesdienste als auch für digitale Feiern - enthalten sind, sowie drei Vorschläge für alternative Veranstaltungen rund um den Weltgebetstag.

Für die kommenden Wochen sind weitere Online-Veranstaltungen geplant. Darunter auch eine digitale Fragestunde, die offen ist für alle Anliegen rund um die Gestaltung des Weltgebetstages vor Ort. Sie findet am Dienstag, 2. Februar, 19 bis 20 Uhr über Zoom statt. Anmeldung per Mail an karola@odenweller.de

Für Donnerstag, 18. Februar, laden die Evangelischen Frauen in der Wetterau von 19 bis 21 Uhr zu einer weiteren digitalen Reise nach Vanuatu ein. Teilnehmende lernen dabei den Alltag der Frauen kennen, erleben ihre Lebensfreude und erfahren mehr von den Schwerpunktthemen des Weltgebetstags. Dabei geht es um die Frage »Was ist Glück?«, denn laut einer Umfrage leben in Vanuatu die glücklichsten Menschen der Erde. Anmeldung per E-Mail an karola@ odenweller.de

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