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Wetteraukreis (pm). Die beiden letzten Veranstaltungen des Winterprogramms des Landesverband Hessen für landwirtschaftliche Fortbildung des Vereins landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen Wetterau und des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen waren mit 84 bzw. 69 Teilnehmern gut besucht, zumal sie auch als Sachkundefortbildung angerechnet werden konnten.

Jannick Volz vom Fachdienst Landwirtschaft des Wetteraukreises berichtete Aktuelles zum Thema Cross Compliance. Dabei handelt es sich um Bewirtschaftungsauflagen in Sachen Umweltschutz, Klimawandel, guter landwirtschaftlicher Zustand der Flächen, Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze sowie Tierschutz, die landwirtschaftliche Betriebe einhalten müssen, um Direktzahlungen beziehen zu können. Bei den Fachrechtskontrollen im Wetteraukreis werden sechs Betriebe systematisch geprüft - zwei per Zufallsauswahl und vier per Risikoauswahl. Seit vier Jahren werden dabei kleinere Betriebe, die bisher noch keine sogenannten CC-Kontrollen hatten, verstärkt kontrolliert.

Bislang fiel die Mängelquote bei den Kontrollen relativ niedrig aus. In jüngerer Vergangenheit, vor allem im Winter, hat die Auffälligkeitsrate aber etwas zugenommen, was sich darin begründet, dass nach der neuen Düngeverordnung (DüV) Unregelmäßigkeiten vor allem beanstandet werden, wenn auf nicht aufnahmefähige (wassergesättigte, schneebedeckte oder gefrorene) Böden stickstoff- und phospohrhaltige Düngemittel aufgebracht wurden, zu denen mit der neuen Düngeverordnung auch Stallmist gehört.

Obacht beim Kauf von Pflanzenschutz

Beim Pflanzenschutz fällt auf, dass im Zusammenhang mit Herbiziden sogenannte Nichtkulturflächen, also etwa Wege, in Mitleidenschaft gezogen wurden. Rainer Cloos vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen in Friedberg sprach in seinen Ausführungen unter anderem die zielorientierte Stickstoffdüngung an. Dabei sollte man nicht vergessen, bei der ersten Gabe möglichst immer Schwefel mit zu verabreichen, um Mangelsituationen zu vermeiden. Um sich einen Überblick zu verschaffen, wie viel Stickstoff der Boden wirklich für das Wachstum der Pflanzen benötigt, sollten kurz vor Vegetationsbeginn möglichst repräsentative Proben gezogen oder die Werte aus dem sogenannten hessischen Referenzflächenprogramm herangezogen werden. Aktuell erscheint aufgrund niedriger Werte eine erhöhte Gabe empfehlenswert.

Auch seitens des Pflanzenschutzes hatte Pflanzenbauberater Cloos Neues zu berichten. Er wies etwa darauf hin, dass beim Einkauf von Pflanzenschutzmitteln darauf geachtet werden sollte, nur Präparate, die noch über einen längeren Zeitraum zugelassen sind, zu berücksichtigen. Bei der Anwendung neuer Präparate empfehle es sich immer, möglichst ein Spritzfenster freizulassen, um zu überprüfen, ob Wirkung und Verträglichkeit gewährleistet sind. Man sollte grundsätzlich sehr genau abwägen, ob ein Einsatz der Mittel überhaupt notwendig ist, da mittlerweile Resistenzen auftreten könnten. Deshalb sollte bei der Bekämpfung von Krankheiten auch darauf geachtet werden, eine Bekämpfung nur nach Erreichen der Schadschwelle und nicht zu früh durchzuführen.

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