Prof. Ohlert (rechts) mit einem langjährigen Gast der Vorlesungen. 	(Foto: gk)
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Prof. Ohlert (rechts) mit einem langjährigen Gast der Vorlesungen. (Foto: gk)

Öffentlichen Astronomievorlesungen an der THM

Friedberg (gk). »Ich werde nicht bei A beginnen und bei Z aufhören.« Wer Johannes Ohlert, seines Zeichens Professor für Astronomie an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), aus seinen zahlreichen Vorlesungen kennt, wird dies bestätigen können.

Fertige Manuskripte »herunterzubeten«, ist seine Sache nicht. Über die Hochschulgrenze hinaus bekannt geworden ist der Wissenschaftler durch seine langjährigen öffentlichen Astronomievorlesungen im Hauptgebäude der THM an der Wilhelm-Leuschner-Straße. Am Donnerstag war es wieder soweit: Der Weltraum, unendliche Weiten taten sich auf bei der ersten Vorlesung im Wintersemester 2014/15, und das Publikum durfte (und darf auch an den kommenden Donnerstagen wieder) »in Galaxien vordringen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat«.

Ohlert wird im Vorlesungsraum von treuen Hörern und neuen Gästen begrüßt. Wie wird man unterschiedlichen Erwartungen halbwegs gerecht? Wie kann man das Auditorium von Anfang Zwanzig bis »Siebzig plus« ins Vorlesungsgeschehen miteinbeziehen? »Vorlesungen«: Dieses Etikett taugt eigentlich nicht für das, was Johannes Ohlert zu bieten hat. Nur minimale Vorkenntnisse voraussetzend, möchte er unterhaltsam in die Astronomie einführen – und dabei den »Neuen« etwas bieten, ohne die »Alten« zu langweilen. Wissenschaftliche Kontroversen und neueste Forschungsergebnisse sollen dabei nicht zu kurz kommen.

»Ich will«, fasst Ohlert sein Grundanliegen zusammen, »meinen Hörern die Möglichkeit bieten, die eigene Vorstellung vom Kosmos zu erweitern und auf eine naturwissenschaftlich-physikalisch fundierte Basis zu stellen«.

Bevor es medias in res geht, stellt er die in Trebur (Landkreis Groß-Gerau) ansässige und von ihm mitbegründete »Michael Adrian-Astronomiestiftung« vor. Sie verfügt über eines der größten in Europa öffentlich zugänglichen Teleskope mit einem Spiegeldurchmesser von 1,20 Meter und einer Brennweite von annähernd 10 Metern. Gigantisch. Das Fernrohr wiegt etwa 7,5 Tonnen. Den Hörern der Friedberger Vorlesung steht das Teleskop alle vier Wochen zur Benutzung offen (nähere Informationen unter: homepages-fb.thm.de/jomo/t1t.htm). Außerdem können sie alle Einrichtungen der THM (beispielsweise die Bibliothek) nutzen.

Ohlert projiziert nun ein Foto auf die Leinwand: Es zeigt das Sonnensegel der Raumsonde »Rosetta« und – in minimaler Entfernung – einen 1967 entdeckten Kometen mit deutlich sichtbarem Schweif. Was ist des Kometen Kern? Er besteht aus dem Urmaterial unseres etwa 4,5 Milliarden Jahre alten Sonnensystems. Welche chemische Zusammensetzung, welche Struktur hat dieses Material? Wie konnte daraus im Lauf von Milliarden Jahren Leben entstehen? Dieses Thema steht im Mittelpunkt des zweiten Teils der anderthalbstündigen »interaktiven« Vorlesung an der THM. Weiter geht’s am nächsten Donnerstag, 30. Oktober, um 15.45 Uhr im Vorlesungsraum R A4 014 (ehemals B 22).

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