New Yorker Institut zeigt Friedberger Mikwe

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Friedberg (pm). Die Friedberger Mikwe ist das Objekt dieser Woche in dem virtuellen »Shared History Project - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« des »Leo Baeck Institute« New York/Berlin. Das Projekt ist ein Beitrag zum Festjahr »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« und wurde gefördert durch »#2021JLID - Jüdisches Leben in Deutschland« aus Mitteln des Bundesinnenministeriums.

Seit Beginn des Jahres wird auf der Internetseite https://sharedhistoryproject.org/ jede Woche ein neues Objekt aus 1700 Jahren jüdischer Geschichte in Deutschland vorgestellt. Als Objekt 7 gehört die Friedberger Mikwe zu den ersten im Jahresverlauf präsentierten Zeugnissen jüdischen Lebens. »Sie steht als einzige ausgewählte Mikwe und herausragendes Beispiel stellvertretend für die im deutschsprachigen Raum erhaltenen monumentalen jüdischen Ritualbäder des Mittelalters wie die in Köln, Speyer und Worms und weiteren Orten«, heißt es in einer Pressemitteilung des Wetteraumuseums.

Zwei Essays hat Stefanie Fuchs beigetragen, eine Spezialistin zum Thema Mikwe, die bereits 2010 die Friedberger Mikwe eingehend untersucht hatte und mit einem Referat bei dem in Friedberg veranstalteten Symposium zum 750-jährigen Jubiläum der Mikwe vertreten gewesen war. Begleitendes Bildmaterial wurde vom Leiter des Wetterau-Museum, Johannes Kögler, ausgewählt und dem Leo Baeck Institute in New York zur Verfügung gestellt. Der Kontakt zu dem New Yorker Büro besteht seit rund einem Jahr. Im Oktober machte ein vom Leo Baeck Institute beauftragter Fotograf einen 360-Grad-Film der Friedberger Mikwe, der Anfang März im Rahmen einer virtuellen Ausstellung online gestellt wird. Momentan wird die Mikwe mit zwei Fotos vorgestellt, die bei diesem Termin entstanden sind.

Das »Shared History Project« umfasst außer der Website und einer virtuellen Ausstellung (ab März) auch eine physische Ausstellung, die anlässlich der Gedenkstunde zum 27. Januar im Bundestag eröffnet wurde und dort bis Ende April zu sehen ist.

Hoffen auf baldige Wiedereröffnung

In der Mitteilung des Wetteraumuseums heißt es weiter: »Die Einbindung in das Projekt zeigt die große Bedeutung, die der Friedberger Mikwe auch international beigemessen wird. Darüber hinaus bietet das virtuelle Projekt Menschen weltweit die Gelegenheit, die Friedberger Mikwe kennenzulernen. Auch für das heimische Publikum ist es eine große Bereicherung, zumal die Mikwe im Zuge des Lockdowns seit Anfang November nicht physisch besucht und erlebt werden kann. Da das Erleben des Baudenkmals vor Ort letztlich durch nichts ersetzt werden kann, richten sich die Hoffnungen natürlich auch auf eine Wiederöffnung für Besucherinnen und Besucher im Frühjahr, wenn die Corona-Pandemie dies wieder zulässt.«

Eine weitere Möglichkeit des virtuellen Besuchs der Mikwe bietet sich über die Plattform »Virtuelle Stadt«, die über www.friedberg-hessen.de oder unter dem direkten Link https://virtuell.friedberg-hessen.de/ zu erreichen ist.

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