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Umrahmt von den beiden Mannschaften übergibt Kathrin Anders den Scheck an die Jimbala-Vorsitzenden Karin Johannsmann und Prof. Gerd Stüwe.

Acht Tore für Jimbala

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Friedberg(har). "Stadtverordnetenversammlung" stand auf den weißen Trikots des Friedberger Teams, das am Montagabend auf dem Burgfeld in einem Benefizspiel zugunsten der Kinderfarm Jimbala gegen die Elf des Hessischen Landtags antrat. Doch unter den Spielern befand sich weder ein aktueller Stadtverordneter noch ein Magistratsmitglied - Ausnahme: Bürgermeister Dirk Antkowiak. Er hatte die Fußballschuhe geschnürt und absolvierte drei Kurzeinsätze.

Sebastian Dein von der Sportabteilung griff daher auf einige Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung und vom Baubetriebshof sowie aus den Somas von Blau-Gelb, VfB und FSV Dorheim zurück, wobei Junity-Leiter Lukas Hölzinger und Flüchtlingskoordinator Holger Kopsch die bekanntesten Gesichter waren. Auch Dein selbst spielte mit. "Kein einziger Stadtverordneter, das ist ja ein Skandal", lästerte ein Zuschauer. Doch es blieb nicht bei diesem einen "Skandal", denn die Landtagself, in der neben Abgeordneten auch Mitarbeiter der Landtagsverwaltung spielen, war nicht vollständig.

Verstärkung für Landtags-Elf

"Die Plenarsitzung läuft noch. Die SPD-Fraktion hat ihre Spieler nicht gehen lassen", berichtete Grünen-Abgeordnete Kathrin Anders, die zusammen mit ihrem Parteikollegen Markus Bocklet nach dem Brand auf dem Jimbala-Gelände die Idee zu dem Benefizspiel gehabt hatte. So schlüpften fünf Friedberger kurzerhand in die Trikots des Landtagsteams. "Die haben die Topspieler abgeworben", meinte Udo Mogk vom Haupt- und Personalamt, der als Schiedsrichter fungierte.

Vor dem Spiel begrüßte Antkowiak die Spieler ebenso wie die zahlreichen Zuschauer, darunter Jimbala-Mitglieder sowie Vertreter aus den Reihen von CDU, UWG und Grünen. Entschuldigt hatte sich die SPD-Fraktion, die ihre Fraktionssitzung abhielt, SPD-Stadtrat Klaus Fischer allerdings war gekommen. "Dieses Spiel ist ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber zehn Jahre Arbeit von Jimbala", sagte Anders und übergab einen Scheck über 500 Euro an die Jimbala-Vorsitzenden Prof. Gerd Stüwe und Karin Johannsmann. "Es ist einfach überwältigend, welche Hilfsbereitschaft wir seit dem Brand erlebt haben", sagte Stüwe. Den Anstoß übernahm Anders, die den Ball sicher zu Antkowiak spielte, der kurz darauf das Spielfeld verließ. "Ich fliege Mittwoch nach Portugal, ich muss mich schonen", begründete er seine frühe Auswechslung.

Antkowiak-Elfer an die Latte

Die Landtagself war von Anfang an überlegen, führte zur Pause 3:0. Kapitän Markus Bocklet schoss das erste Tor. "Der ist unser Torschützenkönig" sagte Anders. Die Stadt-Elf scheiterte mehrmals am hervorragenden Torwart Frank Schmalwasser, IT-Mitarbeiter in der Landtagsverwaltung. Antkowiak hämmerte einen Handelfmeter an die Latte. Auf der Gegenseite stand mit Jasmin Langer aus der Haupt- und Personalabteilung, die einzige Frau, im Tor.

Diese steigerte sich in der zweiten Halbzeit enorm, parierte glänzend und wurde von Zuschauern und Spielern gleichermaßen gefeiert. Trotzdem erzielte die Landtagself drei weitere Treffer. Das Stadtteam kam dank Holger Kopsch zum 1:4 und Lukas Hölzinger zum 2:5 zu zwei umjubelten Treffern.

Für eine Überraschung sorgte Mogk, als er kurz vor Spielende einem Spieler der Landtagself die Gelb-Rote Karte wegen "Überspielens des Bürgermeisters" gab. "Die Regel habe ich gerade erfunden", sagte Mogk nach dem Abpfiff. 6:2 für die Landtagself hieß es am Ende des "schönen Sommerkicks", wie es ein Spieler treffend formulierte.

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