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Das Programm »FH Personal« stützt in den nächsten Jahren durch eine Attraktivierung von Professuren die Lehre für die mehr als 18 500 Studierenden an der Technischen Hochschule Mittelhessen. ARCHIVFOTO: NICI MERZ

Neue Wege für neue Professuren

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Friedberg/Gießen (pm). Die Lehrenden an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) dürfen sich auf neue Kolleginnen und Kollegen freuen: Der Antrag der Hochschule für das Bund-Länder-Programm »FH Personal« ist im November positiv beschieden worden, nun ist der Förderbescheid da. Insgesamt stehen der THM laut Pressemitteilung der Hochschule in den nächsten sechs Jahren rund 2,56 Millionen Euro für Maßnahmen zur Gewinnung und zur Steigerung der Attraktivität der Professuren zur Verfügung.

Von fünf hessischen Anträgen seien vier positiv beschieden worden.

»Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) sind begehrt: Sie bilden als bedeutendes Scharnier zwischen Forschung und Lehre sowie der Wirtschaft seit Jahren stetig mehr junge Menschen aus. Zugleich kann die quantitative Entwicklung des Lehrpersonals mit der Entwicklung der Studierendenzahl kaum mehr Schritt halten«, begründet THM-Präsident Prof. Matthias Willems, zugleich Vorsitzender von Hessen HAW, den Bedarf an dem Programm. Die Hochschulen konkurrierten um hoch qualifiziertes Personal mit der Wirtschaft, deren Partner sie zugleich in der Gewinnung von fachlich gut ausgebildetem Nachwuchs seien.

Mit dem zum Jahresende 2020 ausgelaufenen »Qualitätspakt Lehre«, über den die THM in den vergangenen Jahren ihr Programm »Klasse in der Masse« umgesetzt hat, war zuletzt der Mittelbau in der Lehre gestärkt worden. »FH Personal« nimmt hingegen gezielt die Gewinnung und Entwicklung von FH-Professorinnen und -professoren in den Fokus.

»Scouting« soll etabliert werden

»Wir freuen uns darüber, dass wir mit den Mitteln die neuartigen Wege beschreiten können, die wir in unserem Programm ›ProTHM‹ beschrieben haben«, erläutert Dr. Christina Zinecker, die das Referat Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs leitet und den Antrag mit einem Team aus verschiedenen Stellen an der Hochschule verfasst hat.

»Pro THM« baut auf drei Schwerpunkten auf: So soll die Qualifizierung geeigneten Personals - insbesondere von Frauen - für eine Professur koordiniert und verbessert werden, neue Arten der Professuren sollen etabliert und schließlich die Rahmenbedingungen verbessert werden, um den Einstieg attraktiver zu machen.

Etabliert werden soll etwa ein »Scouting«, das besonders hoch qualifizierte Nachwuchsforschende in der Region gezielt anspricht. Über neuartige »Shared-Professuren« will die THM es ermöglichen, eine fehlende Praxiserfahrung zu Beginn der Tätigkeit an der THM durch eine anteilige Tätigkeit in einem Unternehmen auszugleichen. Neuberufene in Forschungsschwerpunkten der THM sollen zudem durch Lehrkräfte für besondere Aufgaben in ihren Lehrdeputaten entlastet werden können. So soll ihnen mehr Raum für die Forschung bleiben und Kontakt zu Unternehmen aufrechterhalten werden.

In der Pressemitteilung der THM heißt es weiter: »Schließlich überzeugte die bundesweite Kommission das Vorhaben der THM, die Bleibemotivation von Neuberufenen zu stärken, indem ihnen etwa frühzeitig Programme zur kollegialen Beratung angeboten werden.«

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