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Die Urlaubsaktion auf der Friedberger Kaiserstraße, die in dieser Woche endet, ist mit Fördermitteln des Landes Hessen finanziert worden. Die Stadt Friedberg will das Akquirieren von Fördergeldern nun professionalisieren. ARCHIVFOTO: NICI MERZ

Fördermittelmanagement

Neue Stelle im Friedberger Rathaus soll Geld an Land ziehen

  • VonNici Merz
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Ohne Fördermittel des Landes wäre die die Aktion »Urlaub in Friedberg« nicht möglich gewesen. Damit die Stadt weiterhin Gelder akquiriert, wurde ein Fördermittelmanagement eingeführt.

Nicht erst in der Corona-Krise zeigt sich, dass vielen Städten und Gemeinden in finanzieller Hinsicht das Wasser bis zum Halse steht. Da der Weg aus der Krise über Investitionen führt, legen das Land Hessen, der Bund und die EU regelmäßig Förderprogramme auf. Die Städte und Gemeinden bewerben sich, nach einem bestimmten Schlüssel wird das Geld verteilt. Kommunen, die »auf Zack« sind, greifen das Fördergeld ab, andere haben das Nachsehen.

Um in den Genuss von Fördermitteln (ob nun vom Land, vom Bund oder von der EU) zu kommen, sind bestimmte Anforderungen zu erledigen. Als die Erste Stadträtin Marion Götz (SPD) Mitte 2018 ihr Amt antrat, musste sich jedes Amt selbst um die Beantragung von Fördermitteln kümmern. Götz war klar, dass dies eine ineffektive Arbeitsweise ist.

Im August 2019 legte sie dem Stadtparlament eine Beschlussvorlage zum Aufbau eines Fördermittelmanagements vor, beantragte hierfür eine halbe Stelle. Im Haupt- und Finanzausschuss stellte sie nun die neuen Strukturen im Rathaus vor. Da es eine Vielzahl an Fördermittelquellen und -arten gibt, müssen auch vielfältige Anforderungen erfüllt werden. Die Anträge müssen nicht nur fachlich und juristisch, sondern auch sprachlich einwandfrei sein. Für die Verwendung der Fördermittel besteht eine umfangreiche Dokumentations- und Nachweispflicht. Sollen weiterhin Fördermittel fließen, muss eine Stelle im Rathaus eingerichtet werden, die alle Arbeiten koordiniert und die jeweiligen Fachstellen unterstützt.

Ohne Personal und Wissen kein Geld

Fehle es an Personal und Know-how, könnten viele Aktivitäten nicht umgesetzt werden. Oder die Stadtverwaltung »springt« auf eine vermeintlich »gute Gelegenheit« auf, ohne aber die Folgekosten abzuschätzen. Das Ziel aller Anstrengungen sei die »höchstmögliche Leistungsfähigkeit der Stadt Friedberg in der Aufgabenerfüllung für ihre Einwohner«, sagte Götz im Ausschuss. Um Fördermittel erfolgreich einzuwerben, die Abwicklung fehlerfrei zu gewährleisten und die Verwendung der Geldmittel korrekt nachweisen zu können, brauche es eine zentrale Stelle für das Fördermittelmanagement.

Diese Stelle wurde zum 1. Juli im Rathaus geschaffen. Die meisten Vorarbeiten sind erledigt, aktuell werden Datenbanken mit allen geförderten Projekten der Stadt, mit Informationsquellen und Ansprechpartnern aufgebaut. Ab sofort ist klar geregelt, welche Aufgaben das Fördermittelmanagement zu erfüllen hat und welche in die Zuständigkeit der einzelnen Ämter fallen. Nach der Startphase folgt laut Götz nun die Tagesarbeit. Dazuzählen der regelmäßige Austausch mit den Ämtern und Eigenbetrieben ebenso wie eine systematische Sichtung der »Fördermittellandschaft«. Der Stadt soll nichts durch die Lappen gehen, es sollen aber auch keine Fördermittel für Projekte beantragt werden, bei denen die Folgekosten aus dem Ruder laufen.

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