In den Bahndamm hinter den Wohnhäusern auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik ist an vielen Stellen Plastikfolie eingearbeitet worden. Sie soll den Hang vor Erosion nach starken Regenfällen schützen. Die Folie zersetze sich mit der Zeit, sagt ein Mitarbeiter des Investors. Die Anwohner warten sehnlichst darauf. FOTO: NICI MERZ
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In den Bahndamm hinter den Wohnhäusern auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik ist an vielen Stellen Plastikfolie eingearbeitet worden. Sie soll den Hang vor Erosion nach starken Regenfällen schützen. Die Folie zersetze sich mit der Zeit, sagt ein Mitarbeiter des Investors. Die Anwohner warten sehnlichst darauf. FOTO: NICI MERZ

Anwohner verärgert

Neubaugebiet Friedberg: Was macht das Plastik im Bahndamm?

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Auf dem Gelände der Zuckerfabrik in Friedberg entstehen Mehrfamilienhäuser. Nun gibt es Irritationen um den dahinter verlaufenden Bahndamm. Zankapfel ist die eingearbeitete Plastikfolie.

Viele Jahre lag das Grundstück hinter dem Friedberger Bahndamm brach. Nach und nach entstehen dort Mehrfamilienhäuser. Im letzten Bauabschnitt sind es 16 viergeschossige Häuser mit Staffelgeschossen und begrünten Flachdächern. 2017 war mit dem Bau von vier Häusern begonnen worden. Diese Wohnungen sind längst bezogen.

Aber die Mieter haben ein Problem. Blicken sie von ihrer Terrasse oder dem Balkon auf den Bahndamm, bietet sich ihnen kein besonders schönes Bild. Die Bepflanzung ist nicht besonders üppig, weist viele Lücken auf. Das hat laut einem Anwohner seinen Grund. "Das ist die Plastikfolie", sagte der Friedberger am Mittwochabend im Ortsbeirat der Kernstadt. "Solange die da drin ist, kann da nichts wachsen."

Folie soll sich zersetzen

Als der Hang am Ende der Bauarbeiten befestigt wurde, wurden dort Plastikfolien eingearbeitet. Oder auch "verklappt", wie Timo Haizmann (UWG) bissig sagte. Carl Cellarius (Grüne) sagte, Umweltschutzverbände hätten dies bereits bei der Unteren Naturschutzbehörde gemeldet. Bislang habe man aber keine Antwort erhalten. Das Bauamt will der Sache nachgehen.

Ein Mitarbeiter der Idsteiner Baufirma Bücher bestätigte gegenüber der WZ, dass die Plastikfolie in den Hang eingearbeitet wurde. Dieser sei sehr steil. Die Plastikfolie sorge dafür, dass die Anpflanzungen bei starken Regenfällen nicht weggeschwemmt würden.

Gleichzeitig dämme die Folie das Wachstum von Unkraut und stärke die Wurzeln der Pflanzen. Und: Es handele sich um eine Plastikfolie, die sich selbst auflöse. Mit der Firma, die diese Folien vertreibe, arbeite man schon lange zusammen, habe gute Erfahrungen damit gemacht. Nur dauere es eben eine gewisse Zeit, bis sich die Folie zersetze.

Darauf warten die Anwohner seit ihrem Einzug. Bislang vergeblich, und die an vielen Stellen aus der Erde ragenden Folien sehen auch nicht so aus, als würden sie sich gleich in Luft auflösen. Gebe es Fragen, könnten sich die Mieter jederzeit melden, sagte der Mitarbeiter der Firma Bücher.

Nur eine Einfahrt zu den neuen Häusern

Ein weiteres Problem auf dem Gelände der Zuckerfabrik ist die Einfahrt zu den Mehrfamilienhäusern, die momentan südlich der Kita "Rübenburg" am Eck Fauerbacher Straße und Ernst-Reuter-Straße entstehen. Es ist die einzige Einfahrt zu den neuen Häusern, sie führt direkt am Parkplatz der Kita vorbei. "Da sehe ich Konfliktpotenzial", sagte Cellarius. Er erwartet ein "erhebliches Verkehrsaufkommen", wenn sich die Kita-Eltern und die Bewohner dort morgens im Auto begegnen.

Cellarius sprach von "Bauchschmerzen, mit denen wir leben müssen". Dr. Christian Pfeffer, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung, Liegenschaften und Rechtswesen, bestätigte, dass eine weitere Zufahrt zu dem Gelände aufgrund der örtlichen Begebenheiten nicht machbar ist - weder an der Fauerbacher Straße, die in nicht allzu weiter Entfernung auf die Ernst-Reuter-Straße trifft, noch weiter vorne am Bahntunnel.

Pfeffer sagte, die Zufahrt werde als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen. Das sei keine normale Straße. Sollte es nach Fertigstellung dort Probleme geben, könne man morgens einen Ordnungspolizisten vorbeischicken.

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