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Monteure errichten im Juni einen 40 Meter hohen Funkmast für den Ausbau des 450-Megahertz-Netz in einem Umspannwerk an der A 24 in Mecklenburg-Vorpommern.

Netz für den Notfall

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Wetteraukreis (pm/hed). Was ein Stromausfall für Folgen hervorrufen kann, schilderte vor wenigen Jahren Marc Elsberg nachdrücklich in seinem Thriller »Blackout«. Nach wenigen Stunden bräche auch das gesamte Kommunikationsnetz zusammen. Die Ovag hat nun Vorsorge getroffen, damit die Kommunikation in einem solchen »Schwarzfall« aufrechterhalten werden kann.

Laut Tony Michelis von der Ovag Netz GmbH biete das 450-Megahertz-Frequenzband die Möglichkeit, für mindestens 72 Stunden in Kontakt bleiben. »Es ist ein eigenständiges Netz, an dessen Sendestandorten Notstromversorgungen eingebaut sind«, erklärt Michelis.

Laut Stefano Jardella (Ovag) musste das Unternehmen dafür Teil eines Konsortiums werden - der 450connect GmbH -, das kürzlich von der Bundesnetzagentur den Zuschlag für die Frequenzen in Deutschland erhalten hatte. Die Ovag sei »einer der Väter des Zusammenschlusses«, betont Jardella. Ein weiterer Vorteil des 450-Megahertz-Frequenzbandes: Die Ovag könne künftig rund 30 000 Smart-Meter in den Haushalten fernauslesen. Auch die digitale Kommunikation werde in manchen Bereichen sicherer, beispielsweise zur Steuerung der Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität oder von Elektrospeichern. Denn Kupfer- und Glasfaserkabel könnten diese »enormen Kommunikationsaufgaben« laut Jardella kaum bewältigen - und neue kabelgebundene Kommunikationswege wären kaum zu bezahlen. Bei 450 MHz seien für das Versorgungsgebiet der Ovag nur 15 bis 20 Masten nötig. Außerdem seien die Wellen in der Lage, in Keller und Tiefgeschosse zu dringen.

Der Bund hatte das 450-MHz-Frequenzband für 113 Millionen Euro an die Energiewirtschaft vergeben. Kritik kam von Polizei und Feuerwehr, die das Notfallnetz auch gerne genutzt hätten.

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