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Engagieren sich für Frauenrechte (v. l.): Katja Schneider, Britta Rennekamp, Anna Möller, Claudia Taphorn, Jan Weckler, lllona Geupel, Thomas Stelz, Ulla Becker, Cäcilia Schlocker. Foto: prw

Nein sagen - in vielen Sprachen

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Wetteraukreis(prw). "Niemand darf... mich einsperren oder kontrollieren." In der Gemeinschaftsunterkunft "Über dem Wehrbach" in Friedberg hat Landrat Jan Weckler jetzt eine mehrsprachige Plakatreihe zum Thema Gewaltschutz für Frauen aller Herkunftsländer vorgestellt. Dies ist ein Projekt der Bildungskoordination für neu Zugewanderte. Unterstützt wurde Bildungskoordinatorin Anna Möller von den Beratungs- und Interventionsstellen "Frauen-helfen-Frauen" und Frauen-Notruf sowie dem Fachdienst Frauen und Chancengleichheit und der Fachstelle Migration Steuerung. Die Idee war aus dem Projekt "Gewaltschutz in Flüchtlingsunterkünften" entstanden. Dabei war festgestellt worden, dass es insbesondere für Frauen noch Aufklärungsbedarf gibt.

Deutsch, Arabisch und Tigrinya

Weckler begrüßte die Kampagne. "Uns ist es ein besonderes Anliegen im Wetteraukreis, Frauen über ihre Rechte zu informieren und sie darin zu bestärken, sie einzufordern."

Häusliche Gewalt zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten - jede vierte Frau ist betroffen. Mehr als 80 Prozent der Opfer von häuslicher Gewalt sind Frauen, und mit ihnen auch die Kinder, die oftmals Zeugen davon werden.

Anders als im privaten Umfeld, bekommen Mitarbeiter und Bewohner in Gemeinschaftsunterkünften die Gewalt häufig mit und wissen dann oft nicht, was zu tun ist. Die Frauen in den Unterkünften sprechen wenig oder kein Deutsch, kennen die Hilfen und ihre Rechte nicht, die ihnen zustehen. Daher sind die Frauen in Gemeinschaftsunterkünften besonders schutzbedürftig.

"Wir wollen die Frauen bestärken, sich Hilfe zu suchen und gleichzeitig allgemein über ihre Rechte in Deutschland informieren. Damit wir möglichst viele Frauen erreichen, haben wir uns für zweisprachige Plakate mit zusätzlichen Piktogrammen entschiedenen", sagte Bildungskoordinatorin Möller. Die Plakate sind immer in Deutsch und einer weiteren Sprache gehalten. Für den Anfang gibt es sie in Englisch, Französisch, Arabisch und Tigrinya (wird in Äthiopien und Eritrea gesprochen). Sie werden nicht nur in Gemeinschaftsunterkünften aufgehängt, sondern auch an öffentlichen Orten, in den Kommunen und bei Sprachkursträgern, um viele Menschen zu erreichen.

Wer die Plakate in seiner Institution aufhängen möchte, kann sich bei Bildungskoordinatorin Anna Möller melden: anna.moeller@wetteraukreis.de

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