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Nach 60 Jahren verabschiedet sich Carlo Wend aus der närrischen Bütt.

KV Schwarze 7

Nach 60 Jahren: Ein närrisches Urgestein sagt "Gute Nacht"

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  • Harald Schuchardt
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"Es wird Zeit zu gehen", meint der 76-jährige Carlo Wend. Nach 60 Jahren Engagement verabschiedet sich das närrische Urgestein der Friedberger KV Schwarze 7 aus der Bütt.

Die närrisch gekleidete Besucherschar bei der ersten Sitzung der KV Schwarze 7 im Albert-Stohr-Haus wollte es zunächst nicht glauben: Nachdem Carlo Wend einmal mehr unmittelbar vor der Pause der viereinhalbstündigen Sitzung den Saal als "DJ Carl" mit seiner "Ü55-plus-Disco" gerockt hatte, ließ er "Gute Nacht, Freunde" auflegen.

"Es wird Zeit, zu gehen", verkündete der 76-Jährige, der knapp 60 Jahre bei der Schwarzen 7 aktiv war. Er erntete Standing Ovations und minutenlangen Beifall. "Carlo ist ein Urgestein", verkündete Sitzungspräsident Markus Bach. Mit "Tschö mit Ö" wurde Wendt verabschiedet. Das wird bei den kommenden vier Sitzungen nicht anders sein.

Stammtisch neben WC-Häuschen

Doch der Nachwuchs ist bei den "Schwarzen" bestens aufgestellt. Noch vor dem Einzug des närrischen Komitees feierten über 20 kleine Monster auf der Bühne eine Monsterparty, die von Antonia Posado und Katja Deimann einstudiert worden war. Der zehn Jahre alte Lukas Deimann unterhielt sich mit seinem Freund Laurin Mücke über "närrische Eltern, die uns in der Narrenzeit total vernachlässigen".

Die Premiere der beiden "frustrierten Buben" wurde von der Narrenschar ebenso begeistert gefeiert wie eine weitere Neuerung. Die KV-Urgesteine Markus Bach und Gerhard Kraus trafen sich zum Stammtisch mit Akkordeonspieler Stefan Franke, direkt neben einem WC-Häuschen, gebaut von Manfred Dorenkamp.

Die drei sangen "Die Moritat vom kleinen Furz". An den passenden Stellen öffnete sich die WC-Tür. Christoph Westerfeld, Mitglied der Hausband "Lautstark", saß darauf und blies auf seiner Tuba mehr oder weniger lautstarke "Tönchen".

Der Kofferträger vom Chef

Erneut tobte der Saal, ebenso wie bei den Auftritten der bekannten Büttenasse. "Hausmeister" Dirk Pfannmüller berichtete als "Kofferträger von Bürgermeister Dirk Antkowiak" über seine Europareise. Zusammen mit Ehefrau Martina stand Pfannmüller ein zweites Mal auf der Bühne. Gemeinsam sinnierte das Ehepaar in Bademänteln über ihrem "maximal-entspannten Wellnessurlaub". Stammgast in der Bütt ist Dekan Stefan Wanske, der sich mit seinem neuen Kaplan Christian Kaschub über dessen Projekt "Pfarrei goes digital" heftig stritt.

Der zweite Sitzungspräsident und "Eintracht-Fan" Stefan Kraus musste statt in die Arena mit seiner Gattin zu Ikea. Beim Aufbau des erworbenen "Schränkchens" entlud er seinen ganzen Frust und sorgte für Lachtränen. Gefeiert wurden auch die Tanzshows.

Zum Abschluss in den Wilden Westen

Das galt für die acht Gardemädchen (Trainerinnen: Carolin Crössmann und Laura Langer) ebenso wie für das "High School Musical" des mittleren Showballetts (Einstudierung Nina Vetter, Antonia Posado und Natascha Koch). Einen "Badespaß" zauberte das von Sabrina Forst und Dr. Daniela Bach trainierte Männerballett im gestreiften Zwanzigerjahre-Einteiler auf die Bühne.

Schließlich sorgte nach Mitternacht der "Ockschter" Gerhard Kraus mit seinem "Familienbericht" für einen weiteren Knaller, bevor das große Showballett (Choreografie: Lisa Stranghöner und Miriam Weis) die Besucher zum Abschluss der närrischen Show in den Wilden Westen entführte. Spätestens jetzt war das Motto der diesjährigen Saison voll erfüllt: "Närrisch durch die Fastnacht mit 100 Sachen – unser ›Diesel‹ ist Humor und Lachen."

 

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