Wer in Zeiten von Corona in einem städtischen Kindergarten arbeitet, bekommt vom Rathaus Schutzmasken zur Verfügung gestellt. Friedberg und Bad Nauheim haben nach eigenen Angaben genügend Exemplare eingekauft.		FOTO: NICI MERZ
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Wer in Zeiten von Corona in einem städtischen Kindergarten arbeitet, bekommt vom Rathaus Schutzmasken zur Verfügung gestellt. Friedberg und Bad Nauheim haben nach eigenen Angaben genügend Exemplare eingekauft. FOTO: NICI MERZ

Hygiene in städtischen Kitas

Bad Nauheim / Friedberg: Nach Beschwerde - Städte haben genügend Masken für Kita-Personal

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Wer in einer Kita arbeitet, gilt als systemrelevant. Aber gibt es genügend Schutzmasken für die Mitarbeiter? Ja, heißt es aus den Rathäusern in Friedberg und Bad Nauheim. Oder doch nicht?

  • Eine Kita-Mitarbeiterin aus Bad Nauheim kritisiert, dass dem Personal keine Masken zur Verfügung stünden.
  • Die Städte Bad Nauheim und Friedberg haben jedoch Masken in „ausreichender Menge“ für Kitas übrig.
  • Kitas bekommen auch FFP2-Masken gestellt, obwohl für diese keine Tragepflicht herrscht.

Abstand halten ist das oberste Gebot in der Corona-Pandemie. Aber das ist nicht überall umzusetzen, stellt insbesondere Erzieherinnen und Erzieher vor große Herausforderungen. Mit Abstand lässt sich nur schwer Kontakt zu Kindern aufnehmen. Sicherheitsvorkehrungen sind daher in den Kitas, ob im Regel- oder im Notbetrieb, das A und O.

Bad Nauheim: Kita-Mitarbeiterin beschwert sich über fehlende Masken

»Mir wurde gesagt, es gebe keine Schutzmasken für das Personal«, erzählt eine Kita-Mitarbeiterin aus Bad Nauheim. Im Herbst war das. Eine andere Information hatte sie bislang auch nicht. Schutzmasken kann man nicht ewig tragen, es sind Einmal-Produkte. »Es gibt Kolleginnen, die können es sich nicht leisten, ständig neue Masken zu kaufen«, sagt die Frau. Die Stadt müsse unbedingt für Abhilfe sorgen.

»Die Mitarbeiterin muss mich nur anrufen, dann kriegt sie Masken«, sagt Erster Stadtrat Peter Krank (parteilos). Wobei sie nicht mal ins Rathaus gehen müsse. Die Masken bekomme sich auch bei den Kita-Leitungen, sagt Krank. Offenbar handelt es sich um ein Kommunikationsproblem. Als die WZ in mehreren Kitas nachfragte, kam stets die gleiche Antwort: »Wir haben genügend Masken auf Vorrat.« Immerhin sprach sich die WZ-Anfrage in den Kitas schnell rum, keine Stunde später waren alle vorgewarnt. Diesmal hat die interne Kommunikation besser geklappt.

Bad Nauheim und Friedberg: Kein Problem mit dem Nachschub von Masken

Es gebe in Bad Nauheim kein Nachschub-Problem mit Schutzmasken, sagt Krank. Seine Kollegin Marion Götz (SPD) aus Friedberg kann dies für ihre Stadt bestätigen: »Den Mitarbeitern in den Kindertagesstätten werden in ausreichender Menge sowohl Stoff- als auch Einwegmasken zur Verfügung gestellt.«

Man sei im März eine der ersten Städte gewesen, die über die Beschaffung von Masken nachdachten, sagte Krank. Der Kita-Dezernent erinnert daran, dass die Stadt bereits aktiv wurde, als keine Masken auf dem Markt waren: In der Kinderkrippe »Am Südpark« ratterte die Nähmaschine, Erzieherinnen stellten Stoffmasken her, die an die städtischen Not-Kitas verteilt wurden.

»Im März gab es noch keine FFP2-Masken«, sagt Krank. War dies noch eine eher spielerische Aktion für die Kinder, die wie die Großen auch Masken tragen wollten, so wurden in der Folgezeit laut Krank alle Mitarbeiter mit Masken versorgt; gleichfalls würden Desinfektionsmittel und Gummihandschuhe bereitgestellt.

Bad Nauheim und Friedberg: Keine FFP2-Maskenpflicht in Kitas

Bad Nauheim habe sich frühzeitig ein Kontingent an Masken gesichert, sagt Krank. Auch in Friedberg gibt es laut Marion Götz keine Versorgungsprobleme. »Die Hygieneempfehlungen des Landes sehen eine Mund-Nasen-Bedeckung für alle Beschäftigten der Kita vor, so lange sich diese nicht unmittelbar in der pädagogischen Arbeit mit den Kindern befinden. Den Mitarbeitern in den Kindertagesstätten werden somit in ausreichender Menge sowohl Stoff- als auch Einwegmasken zur Verfügung gestellt«, teilt Götz mit.

Es gebe keine Tragepflicht für FFP2-Masken für das Kita-Personal. Diese Masken würden gemäß den Empfehlungen des Hessischen Sozialministeriums für den Fall zur Verfügung gestellt, »wenn bei einem Kind in der Einrichtung Krankheitssymptome auftreten und ein/e Erzieher/in das Kind bis zur Abholung durch die Eltern betreuen muss.« Für diesen Fall seien alle Einrichtungen mit einem Vorrat an FFP2-Masken ausgestattet.

Klar ist, dass diese vor einem Jahr noch unvorhersehbaren Anschaffungen Geld kosten. Marion Götz kann die Höhe des Betrags derzeit nicht beziffern - dazu müssten ihre Mitarbeiter »hunderte Buchungen« durchsehen - aufgrund der aktuellen Urlaubszeit, Quarantäne-bedingter Personalausfälle und unaufschiebbarer anderer Aufgaben sei das derzeit nicht möglich. Ihr Kollege Peter Krank schätzt die bisherigen Kosten für seine Stadt auf rund 10.000 Euro . Und er weiß: »Das ist ein laufender Posten, da kommt ständig was dazu.«

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