Vor allem im Spätsommer steuern Wespen unsere gedeckten Tische an. Auch wenn es manchen schwerfällt: Ruhe zu bewahren, ist die beste Option - und mit einem kleinen Trick bleiben die Tiere auch vom Teller weg. SYMBOLFOTO: DPA
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Vor allem im Spätsommer steuern Wespen unsere gedeckten Tische an. Auch wenn es manchen schwerfällt: Ruhe zu bewahren, ist die beste Option - und mit einem kleinen Trick bleiben die Tiere auch vom Teller weg. SYMBOLFOTO: DPA

Wespen

NABU Wetteraukreis: So geht man mit Wespen und ihren Nestern um

  • vonKatharina Gerung
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Gerade im Spätsommer werden Wespen extrem lästig. Welche Arten es gibt, wie man sie vermeidet und ihre Nester umsiedelt, hat der NABU Wetterau erklärt.

Sie naschen ungefragt vom Eis, baden unerlaubt im Trinkglas und kommen ungebeten zur Grillfeier: Vor allem im Spätsommer können Wespen zu echten Plagegeistern werden. Nicht selten bricht bei einer Invasion der schwarz-gelben Insekten Panik am Tisch aus. Während einige wild um sich schlagen und die Flucht ergreifen, suchen andere nach einer geeigneten Abwehrwaffe. Nicht unbedingt die sinnvollsten Lösungen, sagen Schädlingsbekämpfer Denny Schwarzkopf und Frank Uwe Pfuhl, Leiter der NABU-Umweltwerkstatt Wetterau. Die beiden moderierten kürzlich gemeinsam eine Onlineversion des Offenen NABU-Treffs zum Thema "Wespen und Hornissen" - gut 40 Umweltfreunde sahen zu. "Die Liebe zu Hornissen hat uns zusammengebracht", sagte Pfuhl zu Beginn der Veranstaltung. Nach wie vor gebe es viele Vorurteile rund um die gestreiften Insekten, was zum Teil daran liege, dass viele Menschen nicht wirklich mit ihrer Lebensweise vertraut seien. Das wolle er ändern.

NABU Wetteraukreis: Zwei Arten können zum "Problem" werden

"Eigentlich gibt es nur zwei Arten, die im Spätsommer wirklich zur sogenannten Problemwespe werden können", sagt Pfuhl. Bei den landläufig als "Wespen" bezeichneten heimischen Arten handele es sich um soziale Faltenwespen. Dazu gehören Hornisse, Gallische Feldwespe, Mittlere Wespe, Sächsische Wespe, Waldwespe, Rote Wespe, Deutsche Wespe und Gemeine Wespe. Vor allem die letzten beiden sorgen für das schlechte Image. Denn sie sind es, die unsere Teller anfliegen. "Dabei sind Wespen wahnsinnig wichtig für die Natur", sagt Pfuhl. "Aufräumer" nennt er sie und berichtet, dass ein Wespenvolk mehr Insekten als ein brütendes Vogelpaar zusammenträgt.

Vor allem dieses Jahr sei ein gutes Jahr für Wespen gewesen. Der Winter war mild, das Frühjahr sonnig - viele Königinnen überlebten und konnten früh mit der Bildung neuer Völker beginnen. Der darauffolgende trockene und heiße Sommer begünstigte ihre Entwicklung, denn es gab viel Nahrung. Die schwindet jedoch zum Spätsommer hin - Folge: Die Völker besuchen uns vermehrt auf den Terrassen.

"Das Problem ist, dass Wespen extrem kurzsichtig sind", erklärt Pfuhl. Darum kämen sie den Menschen so nahe: "Sie müssen sich erst orientieren." Wildes Fuchteln bringe gar nichts. Es mache die Tiere höchstens aggressiv. "Gleiches gilt übrigens für das CO2 in unserem Atem", sagt er. Darum sollten die Insekten auf keinen Fall weggepustet werden. Besser sei eine "Ablenkfütterung" - am besten mit überreifen Trauben.

NABU Wetteraukreis: Nester nicht auf eigene Faust entfernen

Doch was, wenn die lästigen Besucher zu Dauergästen werden, etwa weil sie am Haus ihr Nest haben und dieses dadurch sogar beschädigen? Schwarzkopf rät vor allem zunächst dazu, Ruhe zu bewahren. Auf eigene Faust und ohne erforderliches Fachwissen sollte nicht mit Saugern oder Pestiziden hantiert werden. Das sei nicht nur gefährlich für einen selbst, sondern eben auch für die Wespen, die es zu schützen gelte. Wer ein Wespennest entdeckt, solle am besten den NABU verständigen, denn der arbeite auch mit Schädlingsbekämpfern wie ihm zusammen. "Die Umsiedlung ist mir eine Herzensangelegenheit", sagt Schwarzkopf. Wenn machbar, versuche er es immer - und dann auch kostenfrei.

Die meisten Wespenarten sind ab Ende August wieder verschwunden. Nach den ersten Frostnächten im Herbst verenden die Tiere. Man kann das Nest dann gefahrlos entfernen. Die Nester, die dann noch aktiv sind und wachsen, sind Nester der Deutschen oder der Gemeinen Wespe. Wespennester in Rollladenkästen oder unter Dachziegeln sind in der Regel Nester von Kurzkopfwespen.

Wurde ein Nest entfernt, empfiehlt Schwarzkopf, das Haus nach Schlupflöchern abzusuchen und diese zu verschließen. "Eine Bekämpfung ist der letzte Schritt", sagt Schwarzkopf, "wir sollten lieber etwas weniger Angst und mehr Respekt vor der Natur und diesen Tieren haben".

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