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»The Flute Connection« setzt sich aus aktuellen und ehemaligen Schülern der Musikschullehrerin Sabine Dreier zusammen. Das Ensemble spendet die Einnahmen des Konzerts dem Förderverein der Burgkirche.

Musik von Fürsten und Feen

  • VonHaimo Emminger
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Friedberg (emh). Seit Jahren erfreut The Flute-Connection von Sabine Dreier die Wetterauer. Und wenn sie, wie am Sonntagnachmittag mit ihrem 13-köpfigen Ensemble in der regelmäßig voll besetzten Burgkirche spielt, auch die Kirchenoberen. Denn die aktuellen und ehemaligen Schüler der Musikschullehrerin - seit 2019 Trägerin des Wetterauer Kulturpreises - spenden die Einnahmen dem Förderverein für die Burgkirche, die als seltenes Juwel klassizistischer Kirchenbaukunst gilt.

Bert Jonas, Leiter der Friedberger Musikschule, begrüßte die auf Corona-Abstand platzierten Gäste. Aber auch wer drinnen keinen Platz gefunden hatte, konnte an diesem schönen Sommertag auf bereitgestellten Sitzgelegenheiten vor der Kirche dem ursprünglich im Januar vorgesehenen Konzert und den Ansagen durch die weit geöffneten Türen lauschen.

Das Motto des Abends liefert Shakespeares Sommernachtstraum, der in einem von der Feenkönigin (Fairy Queen) verzauberten Wald spielt. Wie Moderator und Ensemblemitglied Lars Friedrich erläutert, hat Henry Purcell das Thema 100 Jahre später unter Verwendung der Fairy-Queen-Gedichte von Edmund Spenser in seiner gleichnamigen Oper vertont. Eine Hommage an Königin Elisabeth I, die als Feenkönigin dargestellt wird. Mit dem »Entry Dance«, dem »Dance for the Fairies« und dem »Rondeau« aus dem 1692 entstandenen Werk wurde der Spätnachmittag wahrlich märchenhaft eröffnet. Es folgten zwei Tänze aus der Renaissance, altmeisterlich auf klassischen Flöten mit Tabourin präsentiert von Sabine Dreier, Sabine Gruber, Sabrina Dietrich, Ariane Ollmann-Brandenburger und Michael Sturm. Mit der »Princess Royal« und dem »King of the Fairies« schlossen sich zwei zauberhafte Stücke aus Irland und England an. Zart besingt das Volkslied »Sakura« die japanische Kirschblüte. In einem solchen Programm durfte Mozarts Arie der Königin der Nacht (Die Zauberflöte) natürlich nicht fehlen.

Großartiger Zusammenklang

Als regelmäßiger Gast bei den Burgkirchenkonzerten interpretierte Christina Glebe die Arie der Gräfin Rosina Almaviva aus Figaros Hochzeit. Im großartigen Zusammenklang mit dem Ensemble entledigte sich die Sopranistin überzeugend dieser anspruchsvollen Aufgabe. Das folgende »Musikalische Opfer«, hat J. S. Bach nach einer Melodie von Friedrich dem Großen entwickelt und dem König gewidmet.

Der vor der Pause intonierte »Hohenfriedberger« soll aus der Feder von Friedrich II. stammen und an die siegreiche Schlacht bei Hohenfriedberg erinnern:

Den Ruhmesmarsch der Preußischen Armee unterlegte Haimo Emminger, ebenfalls häufiger Gast des Ensembles, mit dem passenden Marschrhythmus.

Nach der Pause tauchten Feen und Trolle aus nordischen Gefilden auf. Aus der Peer Gynt- Suite intonierte das Ensemble »Fairy Dance - In der Halle des Bergkönigs«. Hier gereichte die nachhallende Akustik des Kirchenraums den Stakkato-Tönen der charakteristischen Melodie einmal nicht zum Nachteil.

Auch Filmmusik kam nicht zu kurz. Bei Bryan Adams’ »Everything I do« aus Robin Hood griff Sabine Dreier zur Gitarre und Haimo Emminger wieder zu den Stöcken. Auch »Princess Leia’s Theme« aus Star Wars frischte Bekanntes auf. Tänzerische Musik für einen zwielichtigen Kaiser von Gabriel Fauré leitete über zu einem zeitgenössischen Gebet, von John Rutter.

Noch einmal zeigte Christina Glebe mit »The Lord bless you and keep you« ihre gesangliche Souveränität, ehe zum 50. Jubiläum der Rockband Queen das unvergessene »Friends will be friends« wieder mit Gitarre und Schlagzeugbegleitung erklang. Großer Beifall zum Ende für eine vielseitige musikalische Reise zu märchenhaften musikalischen Orten mit Fürsten und Feen.

Sabine Dreier, Wetterauer Kulturpreisträgerin 2019, leitet das Ensemble »The Flute Connection«.

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