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Die Herzblatt-Clowns begeistern mit ihrer Seifenblasen-Show.

Unterhaltung am Seniorenheim

Musik und Seifenblasen: »Friedberger Fensterzauber« geht in zweite Runde

  • vonHarald Schuchardt
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Auch die zweite Auflage des »Friedberger Fensterzaubers« hat jede Menge Unterhaltung geboten - diesmal am Erasmus-Alberus-Haus.

Der Innenhof des Erasmus-Alberus-Hauses in Friedbergist ein öffentlicher Weg zwischen Bahnhof und Bismarckstraße. Am Dienstagnachmittag wurde der Bereich zur Showbühne. So mancher Passant staunte über Clowns, einen Comedian, einen Keyboarder sowie als Moderator Bürgermeister Dirk Antkowiak.

»Sie dürfen wegen Corona nicht raus, deshalb kommen wir mit unserer Kleinkunst zu Ihnen«, sagte der Bürgermeister zu Beginn der zweiten Auflage des »Friedberger Fensterzaubers«, der vor zwei Wochen am Caritas-Zentrum St. Bardo erstmals stattgefunden hatte (die WZ berichtete).

Auch für die Premiere am Alten- und Pflegeheim des Diakonischen Werks hatte Nicole Schreier, Leiterin der Stadthalle Friedberg, wieder ein abwechslungsreiches Programm mit Künstlern zusammengestellt, die allesamt ohne Gage auftraten. Dies galt auch für Daniel Schneider vom Eventservice Bad Vilbel, der für sehr guten Sound sorgte.

"Friedberger Fensterzauber": Erstmal ein Ständchen

Bevor es losging, gab es ein Ständchen für Theodor Feuerbach, der seinen 85. Geburtstag feierte und sich das fröhliche Treiben vom Fenster aus anschaute - so wie die meisten Hausbewohner. Einige waren, begleitet von Pflegekräften, mit ihren Rollstühlen in den Hof gekommen, wobei der Mindestabstand eingehalten wurde.

Mit Mika May kündigte Antkowiak zunächst »ein zehnjähriges Musikwunder« an. Tatsächlich verfügt der Schüler aus Rockenberg über ein musikalisches Talent, das wohl seinesgleichen sucht. Dazu ist er alles andere als auf den Mund gefallen. Als Antkowiak den Jazz-Fan fragte, wann er mit dem Musizieren angefangen habe, antwortete dieser: »Schon im Bauch meiner Mutter, und mit neun Wochen konnte ich schon ›Killing me softly‹ summen.« Mit seinen gefühlvollen Interpretationen von Jazz-Standards wie »Autumn Leaves« oder dem Gershwin-Klassiker »Summertime« begeisterte der junge Keyboarder die Zuhörer ebenso wie mit seiner Eigenkomposition »Das Meer«.

»Machen Sie die Augen zu und lassen sie ihren Gedanken freien Lauf« empfahl Mika May, der an der Friedberger Musikschule unterrichtet wird. »Ich glaube, er bringt den Lehrern noch was bei«, sagte Antkowiak. Da nickte Mika und lachte, bevor er sich mit einer zuvor lautstark geforderten Zugabe verabschiedete.

"Friedberger Fensterzauber": Erinnerung an Coronafälle im Haus

Lustig und fröhlich ging es mit den vier Kleeblatt-Clowns weiter. Das Quartett um die Bad Nauheimerin Hildegard Luzius nutzte für ihre Seifenblasen-Show das gesamte Areal. Während sie mit in Lauge getunkte Seilen große Seifenblasen zauberten, tänzelten die Clowninnen Madame Pauline, Paul und Tilla sowie Clown Hopper zu Walzermelodien herum und animierten zum Mitschunkeln - sehr zur Freude der Senioren, die auch hier eine Zugabe forderten.

Die gab es schließlich auch von »Kai Ahnung« alias Dieter Becker aus Bad Vilbel. »Eigentlich mache ich ja Partner-Akrobatik zu dritt, aber die andere Hälfte konnte nicht«, verkündete der Comedian, der mit kleinen Musikschnipseln die Geschichte von Agathe Bauer - gemeint war das falsche Verstehen des Hits »I’ve got the power« - erzählte und für viele Lacher sorgte.

»Kommen Sie bitte, bitte bald wieder, das war für alle wunderbar«, sagte Einrichtungsleiter Jürgen Brandt am Ende der Show. Er nutzte die Gelegenheit, um allen zu danken, die das Haus, in dem es mehrere Corona-Fälle gegeben hatte, in den vergangenen Wochen unterstützt hatten. »Wir bekamen Popcorn, Pizza und vieles mehr. Friedberg ist spitze«, erklärte Jürgen Brandt und überraschte alle Beteiligten des »Friedberger Fensterzaubers« mit einem Präsent als Dankeschön für deren Engagement.

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