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Eine gelungene Premiere feiert die Band »Moonglow« rund um die Gaststätte »Hüttchen« auf dem Vereinsgelände der Turngemeinde Friedberg.

»Moonglow« überzeugt Publikum

  • VonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Rundum gelungen ist der Neustart des Jazzclubs Friedberg am Freitagabend rund um die Gaststätte »Hüttchen« auf dem Vereinsgelände der Turngemeinde Friedberg (TG). Organisiert hatte das Ganze Herbert Knihs zusammen mit Beate Mrozek, die seit mehr als 30 Jahren die öffentliche Gaststätte zusammen mit Ehemann Ludger Baha auf dem TG-Gelände führt.

Sehnsucht nach Live-Musik

Wie groß die Sehnsucht der Musikfans nach Live-Musik ist, zeichnete sich schon im Vorfeld ab. »Ich habe um die 60 Reservierungen«, freute sich Mrozek. Bei idealem Wetter mit Temperaturen um 20 Grad kamen noch etliche spontane Besucher dazu. Irgendwie fand jeder einen Platz auf dem großzügigen Gelände, sodass auch die Abstände zwischen den einzelnen Gruppen gewahrt wurden.

Natürlich spielte einmal mehr die Hausband des Jazzclubs, allerdings nicht mehr unter dem bisherigen Namen »Kalli-Velten-Band«, der an den verstorbenen Bandgründer und Jazzclub-Vorsitzenden Karl-Heinz Velten erinnerte.

»Unser Repertoire hat sich doch stark verändert«, erklärte Herbert Knihs. So war aus dem ursprünglichen Bandnamen das Wort »Jazz« schon herausgenommen worden. Nun folgte der endgültige Schnitt. Aus den eigenen Reihen gab es eine Reihe von Vorschlägen.

Schließlich einigte man sich auf »Moonglow«. Namenspate ist ein Jazztitel, den Will Hudson, Eddie DeLange und Irving Mills (Text) im Jahre 1934 geschrieben haben. Darin fragt der Protagonist, wieso die Liebe zu einer bestimmten Person entstanden ist, und führt als mögliche Ursache Moonglow (Mondglühen) an. »Moonglow ist eine etwas nebulöse Umschreibung der Emotionen, die wir beim Publikum stimulieren wollen«, sagte Knihs.

Das gelingt dem Gitarristen und Sänger zusammen mit seinen vier Mitstreitern Karlheinz Grabowski am Piano, Bassist Friedhelm Jordan, Schlagzeuger Jack Roussel und Sängerin Carola Hachenburger mit einem bunten Mix aus Swingstandards, Evergreens, Oldies, südamerikanischen Melodien sowie einigen Schlagern und anderes mehr.

So wechseln sich Klassiker wie »Just a Gigolo« oder »When you’re smiling« mit neueren Songs wie »A Night like this« von Caro Emerald oder Harry Belafontes »Island in the sun« ab. Den Besuchern gefiel dieser Mix, zu dem auch Trude Herrs Klassiker »Ich will keine Schokolade« oder »Fürstenfeld« von STS gehörte.

Bei Letzterem wechselte Keyboarder Karlheinz Grabowski zur Posaune, um so einen »bajuwarischen Touch« zu schaffen. Auch wenn die fünf gestandenen Musiker aus der Ü60-Generation nun unter einem neuen Namen fungieren, bleibt Bandgründer Kalli Velten doch unvergessen. So stellte Knihs in seiner Anmoderation zum Swing-Klassiker »Bei mir bis du schoen« der Andrew Sisters fest: »Kalli sagte dazu immer, dass es jetzt knistern muss.«

Vielfältige Ausrichtung

Auch einige Rock’n’Roll-Klassiker, wie »Rock around the clock« von Bill Haley oder »It’s now or never« gehören zum vielfältigen Repertoire der Band. Eigentlich sollte Elvis-Interpret Kai von Kajdacsy als Gast diese und einige weitere Klassiker des King singen, doch der Sänger musste kurzfristig absagen. »Kai hat Verwandte in Bad Neuenahr und hilft dort gerade Keller auspumpen«, erklärte Knihs.

Mit dem Schmachtfetzen »Only you« und dem unverwüstlichen »New York, New York« zeigte die Band gegen Ende ihres Programms noch einmal ihre vielfältige Ausrichtung, um dann mit Joe Cockers »Unchain my Heart« sogar leicht in den Rockbereich vorzustoßen.

Mit dem ruhigen Traditional »Amazing Grace« endete die »Moonglow-Premiere«, mit der alle mehr als zufrieden waren.

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