Montessori-Träger übt deutliche Kritik an Stadt

  • vonred Redaktion
    schließen

Friedberg(pm). Der Träger des Montessori-Kinderhauses und der Montessori-Grundschule in Friedberg, die Gemeinsam Montessori Leben gGmbH, war "sehr erstaunt, dass die Stadt Friedberg in den Gebäuden des Kinderhauses und der Grundschule eine ›Mega-Kita‹ plant", heißt es in einer Pressemitteilung des Trägers. Diese ist eine Reaktion auf den am Donnerstag in der WZ erschienenen Artikel "Mega-Kita auf Montessori-Gelände?". Die darin genannten Überlegungen seitens des Magistrats, Kinderhaus und Grundschule samt Gelände zu kaufen, um dort eine Kita für bis zu 250 Kinder einzurichten, stoßen bei der "Gemeinsam Montessori Leben" auf deutliche Kritik.

Nach der Betriebsübernahme beider Einrichtungen im April 2020 durch den neuen Träger stehe für die Liegenschaften der geplante Eigentümerwechsel an, heißt es in der Pressemitteilung. "Der Prozess um den Verkauf der Liegenschaften hat erst vor ein paar Wochen begonnen. Es haben bereits neben der Stadt Friedberg Investoren ihr Interesse bekundet. Darunter sind Investoren, die durch den Kauf und die Vermietung an den jetzigen Träger den Fortbestand des Montessori-Kinderhauses und der Montessori-Grundschule sicherstellen wollen."

Die Stadt Friedberg präsentiere sich als attraktiver Bildungsstandort. Da verwundere es, dass sie mit ihrem Vorhaben das Montessori-Kinderhaus und die Montessori-Grundschule "plattmacht".

Eltern, auch über die Stadtgrenzen hinaus, haben sich laut Träger bewusst für das reformpädagogische Konzept am Montessori-Campus entschieden. Bei allem Verständnis dafür, dass der Kauf die Stadt "von einigen Sorgen befreien" würde, vermisst der Träger die Erwähnung der Kinder und ihrer Familien, die das Montessori-Kinderhaus und die -Grundschule besuchen.

Ein Vorwurf: Keine Kontaktaufnahme

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: "Die Vielfalt, die am Campus gelebt wird, spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Kindern wider, die hier zusammenkommen und voneinander und miteinander lernen. Es werden auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen aufgenommen. Die Betriebserlaubnis des Kinderhauses sieht die Aufnahme von maximal 87 Kindern vor. Um bei Aufnahme von jüngeren Kindern und Kindern mit besonderen Bedürfnissen allen gerecht zu werden, reduziert sich die mögliche Anzahl der aufzunehmenden Kinder im Kinderhaus entsprechend."

Bis zum jetzigen Zeitpunkt habe es keinerlei Kontaktaufnahme seitens der Stadt Friedberg mit dem Träger gegeben. Der Montessori-Campus hoffe, dass sich im weiteren Prozess eine Lösung im Sinne aller Kinder in Friedberg und Umgebung finden lasse.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare