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Was wird aus dem Montessori-Campus? Noch läuft das Insolvenzverfahren, die Gebäude sind noch nicht verkauft.

Montessori-Campus: Kein Aufschub in Sicht

  • Jürgen Wagner
    VonJürgen Wagner
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Friedberg (jw). Am 31. August läuft der Mietvertrag aus, dann soll der Montessori-Campus geräumt werden. Ist da noch etwas zu retten? Diese Frage treibt derzeit viele um. Die Grünen hatten im Stadtparlament eine Anfrage zum Thema an die Erste Statdrätin Marion Götz (SPD) gestellt. Anwesende Eltern werfen ihr nun vor, die Unwahrheit gesagt zu haben.

Freilich ohne irgendwelche Belege.

»Ausgehend davon, dass die Stadt in der Gläubigerversammlung am 16. Juni 2021 den Zuschlag erhält, stellt sich die Frage, wie die Stadt sich gegenüber dem jetzigen Träger und den Eltern verhält.« So beginnt die Anfrage der Grünen. Die entscheidende Frage steht am Ende: Kann dem privaten Betreiber von Kita und Grundschule ein Aufschub von einem halben Jahr gewährt werden? Die Stadt, dies machte die Erste Stadträtin klar, kann dies nicht entscheiden. Die Stadt ist kein Eigentümer des Montessori-Campus und hat, wie ein Vertreter des Insolvenzverwalters dieser Tage gegenüber der WZ sagte, auch keinen Zuschlag erhalten. Die Entscheidung wurde vertagt, sagte ein Sprecher der Frankfurter Anwaltskanzlei Brinkmann & Partner.

Nutzungserlaubnis läuft im August aus

Dies bestätigte Götz zu Beginn ihrer Ausführungen. »Sie gehen davon aus, dass wir den Zuschlag erhalten haben. Dem ist nicht so.« Die Grünen hatten nach der Zahl der derzeit betreuten Kinder gefragt und wollten wissen, was die Stadt unternimmt, um den Eltern andere Kita-Plätze anzubieten. Der Montessori-Campus sei der Zwangsvollstreckung unterworfen, es gebe derzeit auch keinen Mietvertrag, sondern nur eine Nutzungserlaubnis, die nicht über den 31. August hinaus verlängert werde. Da die Stadt kein Eigentümer sei, seien alle Fragen zu einem möglichen Umbau der Grundschule »rein hypothetisch. Der Magistrat muss keine Kommentare zu spekulativen Anfragen geben«, sagte Götz.

Ein Vater eines Kita-Kindes nennt Götz’ Auskunft, die Stadt sei nicht Eigentümerin des Geländes, »unwahr«. »Laut Stimmen, die bei der Verrsammlung anwesend waren«, habe die Stadt doch den Zuschlag erhalten. Es müsse nur noch der Kaufvertrag abgeschlossen werden. Das Rathaus verweist solche Aussagen ins Reich der Legenden. Was für andere Behauptungen gleichfalls gilt. Aus dem Leitungsteam des Montessori-Campus wurde jüngst kolportiert, die Stadt habe beim Bieterverfahren das doppelte des aufgerufenen Preises geboten. Also weit über 8 Millionen Euro? Nach Informationen dieser Zeitung ist dies falsch und eher ein Zeichen dafür, dass bei manchen Akteuren - verständlicherweise - die Nerven blank liegen.

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