Die Gelbe Tonne ersetzt im Wetteraukreis den Gelben Sack.
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Die Gelbe Tonne ersetzt im Wetteraukreis den Gelben Sack.

Tonnen lösen Säcke ab

Gelbe Tonnen in der Wetterau: Kosten, Verteilung, Besonderheiten

  • vonHedwig Rohde
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Am Montag, 19. Oktober, beginnt in Büdingen die Verteilung der gelben Tonnen, die ab 1. Januar 2021 im Kreisgebiet mit Ausnahme von Bad Vilbel die gelben Säcke weitgehend ersetzen werden.

Zunächst - von der 43. bis zur 47. Kalenderwoche - im östlichen Wetteraukreis, danach (48. bis 50. Kalenderwoche) im Raum Wöllstadt/Friedberg und ab Mitte Dezember im Raum Bad Nauheim/Butzbach wird der beauftragte Dienstleister mit fünf bis sechs parallel arbeitenden Teams knapp 100 000 gelbe Tonnen endmontieren und an die Haushalte liefern. Ab 1. Januar 2021 wird der Verpackungsmüll in der Wetterau alle drei Wochen über die gelben Tonnen abgefahren. Der gelbe Sack wird dann fast überall im Kreis ausgedient haben. Bis zum 31. Dezember 2020 werden ausschließlich gelbe Säcke eingesammelt. Nur in zwei eng begrenzten Teilen der Altstädte von Bad Nauheim und Büdingen bleibt es auch über dieses Datum hinaus bei gelben Säcken.

Der Austausch sei »nicht ganz trivial«, räumte Dr. Jürgen Roth, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes Wetterau (AWB), ein. Zum einen, weil die Verteilung der jeweils zwölf Kilo schweren 240-Liter-Tonnen an sich schon eine logistische Herausforderung darstelle. Zum anderen, weil zum 1. Januar 2021 auch der Entsorger wechsle. Für die nächsten drei Jahre hat vom zuständigen Dualen System Zentek GmbH & Co KG die in Büdingen ansässige Firma Remondis den Zuschlag für die Sammlung des Verpackungsmülls erhalten, die damit zum Jahreswechsel die derzeit beauftragte Firma Weisgerber ablöst.

Gelbe Tonnen in der Wetterau: Umstellung kostet den Bürger nichts

Nachdem für die im April 2020 ergangene Ausschreibung im August der Zuschlag an Remondis erteilt worden war, starteten dort die Planungen unter Hochdruck. »Es war und ist eine Herausforderung«, betonte Remondis-Projektmanager Jan van Delden bei einer Pressekonferenz am Donnerstag im Kreishaus. Dabei galt es auch, Grundsatzentscheidungen zu treffen - beispielsweise diejenige, dass zunächst einmal 240-Liter-Tonnen an alle ausgegeben werden. Man stütze sich dabei auf Erfahrungswerte aus Gebieten, in denen bereits auf gelbe Tonnen umgestellt worden sei, erklärte van Delden.

Anhand von Listen, die das Projektteam um Sachbearbeiter Fabian Fuß Straße für Straße, Wohngebiet für Wohngebiet erstellt hat, wird in den 24 beteiligten Wetterauer Kommunen jeder Haushalt in den kommenden zehn Wochen pro vorhandener Restmülltonne eine gelbe Tonne erhalten. Größeren Wohneinheiten werden 1100-Liter-Container in entsprechender Zahl zugeteilt. Jede gelbe Tonne erhält einen Strichcode-Aufkleber mit der Standort-Adresse (ohne Namen), der elektronisch mit dem in der Tonne enthaltenen Chip gekoppelt wird. So bleibt die Tonne für den Entsorger identifizierbar.

Da das Duale System parallel zur übrigen Abfallwirtschaft organisiert ist, entstehen den Bürgern durch die Umstellung auf Tonnen keine Kosten, wie Kreisbeigeordneter Matthias Walther betonte. Das vor knapp 30 Jahren installierte Duale System finanziert sich ausschließlich über Verpackungsaufschläge, die bereits im Kaufpreis der Waren enthalten sind.

Gelbe Tonnen in der Wetterau: Kleinere Tonne später eine Option

Schon bei der Einführung des Dualen Systems hatte man über Tonnen diskutiert. Die Entscheidung für Säcke war danach zunehmend bedauert worden: Die Anfälligkeit der hauchzarten Umhüllungen bei Sturm oder Starkregen und die daraus resultierende Verschmutzung der Straßen, ihre Attraktivität für Mäuse, Ratten, Katzen und Waschbären - all dies führte zum Umdenken. Dies mündete vor Jahresfrist in einen einmütigen Beschluss der 24 Kommunen, auf Tonnen umzustellen. Die Tonnen sind auch ressourcenschonender: Für eine (relativ langlebige) 240-Liter-Tonne benötigt man so viel Kunststoff wie für eine adäquate Dreijahresmenge an gelben Säcken.

Geplant ist, dass alle Haushalte die 240-Liter-Tonnen zunächst einmal testen sollen. »Wer dann unbedingt eine 120-Liter-Tonne haben möchte oder vielleicht noch eine zweite 240-Liter-Tonne, der kann ab 1. Februar 2021 - und bitte nicht früher - bei uns in Büdingen anrufen«, erläuterte Remondis-Bereichsleiter Robert Herzog.

Antworten auf Fragen rund um die gelben Tonnen im Wetteraukreis sowie weitere Informationen (wie zum Beispiel eine detaillierte Trenntabelle) finden Interessierte auf der eigens eingerichteten Seite gelbe-tonne-wetterau.de.

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