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Der Mittelstandspreis ist verliehen. Malu Schäfer (l.) und Beate Hammerla (r.) gratulieren Sue van Bömmel (Juwelier Burck), Gewinner Julian Lauth ("Holzfreude", Mitte) und Daniel Gal (GAL Digital).

"Holzfreude"

Mittelstandspreis des BVMW geht an Butzbacher Schreiner Julian Lauth

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Julian Lauth ist Gewinner des fünften Mittelstandspreises, der von der Wirtschaftsregion Wetterau/Rhein-Main im Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands (BVMW), vergeben wurde.

Der 34 Jahre alte Schreinermeister, der sich vor neun Jahren - direkt nach der Meisterprüfung - mit seiner Butzbacher Schreinerei "Holzfreude" selbstständig machte, setzte sich gegen die ebenfalls Nominierten Sue van Bömmel von Juwelier Jakob Burck in Friedberg und den Hungener Daniel Gal, Gründer der Digitalagentur GAL Digital, durch. Die WZ hatte die drei Nominierten in dieser Woche in einer kleinen Serie porträtiert.

Den erstmals von der Jury vergebenen Sonderpreis "Start up" ging an Rinku und Ramesh Sharma, die im April dieses Jahres in Bad Vilbel ihre Firma "techeroes" gegründet haben, um Schüler frühzeitig mit Programmieren vertraut zu machen.

"Uns ist es wichtig, Unternehmerpersönlichkeiten für ihr Engagement in Wirtschaft und Gesellschaft öffentlich zu ehren und ihre Vorbildrolle als Leistungsträger zu würdigen", erläuterte Malu Schäfer, Leiterin des BVMW-Kreisverbands, zu Beginn der feierlichen Preisverleihung im Ovag-Hauptgebäude, wo Vorstand Joachim Arnold als Gastgeber die Besucher begrüßt hatte.

"Leadership ist eine Frage der Haltung" war Thema eines Vortrags der Rosbacherin Ute Tiegs. Die Unternehmensbegleiterin versteht unter Haltung "die Grundeinstellung oder grundlegende Blickwinkel zu verschiedenen Themen". Die erfolgreiche Führung eines Betriebs oder Geschäfts beruhe "mindestens zur Hälfte auf der Haltung der Führungskraft gegenüber ihrer Rolle, ihrer Aufgabe und ihrer Mitarbeiter."

Anschließend übergab Jury-Mitglied Bernd-Uwe Domes von der Wirtschaftsförderung Wetterau den Sonderpreis "Startup" an Rinku Sharma, der mit Eric Frommelt, Vincent Skorupski und Nico Wolfert drei seiner "Schüler" mitgebracht hatte. Diese waren an der Entwicklung des Projekts "Green Point" beteiligt. "Jugendliche ans Programmieren heranzuführen - damit haben sie eine gesellschaftliche Lücke entdeckt", lobte Domes, der die beiden Brüder bei der Firmengründung unterstützt hatte.

Mitbewerber nicht enttäuscht

Wer den vom größten freiwillig organisierten Mittelstandsnetzwerk vergebenen Hauptpreis erhalten würde, war da noch offen. In einer unterhaltsamen Talkrunde stellte Malu Schäfer zunächst die drei Nominierten vor, die aus den 30 Bewerbungen hervorgegangen waren. Jurymitglied Beate Hammerla von der IHK Gießen-Friedberg war es dann vorbehalten, den Sieger zu verkünden. "Wir haben uns sehr schwer getan. Uns haben das soziale Engagement und die Betriebsführung mit einer flachen Hierarchie überzeugt."

"Ich kann es nicht fassen, damit habe ich nicht gerechnet", so Lauth, der sich durch die Preisvergabe, in seiner Arbeit und seiner Philosophie bestätigt sieht. Die beiden Mitbewerber waren keinesfalls enttäuscht. "Wir sind sehr stolz als erstes Einzelhandelsgeschäft überhaupt nominiert worden zu sein", meinte Sue van Bömmel. Für Daniel Gal hat "die Nominierung schon viel gebracht. Natürlich hätte ich den regionalen Preis gerne gehabt." Nach der Verleihung bestand bei einem Imbiss genügend Gelegenheit zum "netzwerken", wie Schäfer formuliert hatte.

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