Wollen internationales Publikum in die Wetterau holen (v. l.): Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands, FRM-Geschäftsführer Eric Menges, Landrat Jan Weckler, FRM-Aufsichtsratsvorsitzender Peter Feldmann und Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt. 	FOTO: PM
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Wollen internationales Publikum in die Wetterau holen (v. l.): Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalverbands, FRM-Geschäftsführer Eric Menges, Landrat Jan Weckler, FRM-Aufsichtsratsvorsitzender Peter Feldmann und Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt. FOTO: PM

Mitspielen in der Bundesliga

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Wetteraukreis (pm/hed). Um Geld einzusparen, war der Wetteraukreis 2013 aus einer GmbH ausgestiegen, die sich um die Vermarktung der Rhein-Main-Region kümmert. Nun kehrt das Gründungsmitglied in den Kreis der Gesellschafter zurück. Der Wetterauer Kreistag hatte in seiner letzten Sitzung die Rückkehr in den Gesellschafterkreis der FrankfurtRheinMain GmbH International Marketing of the Region (FRM) beschlossen.

Dahinter steckt auch der Plan, da die Wetterau sozusagen vor den Toren Frankfurts liegt, sich künftig mehr an der Mainmetropole zu orientieren. Der Wetteraukreis hatte in der gleichen Sitzung seinen Austritt aus der Region Vogelsberg Touristik GmbH zum nächstmöglichen Zeitpunkt beschlossen. »Wir wollen im Wetteraukreis in der 1. Bundesliga mitspielen«, so die Aussage der Großen Koalition. Dafür brauche es eine entsprechend international ausgerichtete Wirtschaftsförderung. Ein Änderungsantrag der Grünen, zumindest noch einmal über die Folgen des Beitritts im Ausschuss zu diskutieren, war von den beiden großen Fraktionen abgelehnt worden.

2005 gehörte der Wetteraukreis zu den Gründungsmitgliedern des internationalen Standortmarketings, verließ die Gesellschaft aber im Jahr 2013. In einer Pressemitteilung erklärt der FRM-Aufsichtsratsvorsitzende, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, er freue sich, dass nun wieder alle Gründungsmitglieder an Bord seien. Neben dem Wetteraukreis waren zuvor auch die Region Rheinhessen und der Rhein-Lahn-Kreis wieder eingetreten. »In der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation ist es unerlässlich, dass die Region Frankfurt-Rhein-Main ihre Potenziale bündelt, um gemeinsam für sich zu werben«, betont Feldmann.

Beitritt zum 1. Januar 2021

Rechtswirksam wird der Wetterauer Beitritt voraussichtlich zum 1. Januar 2021. Zu diesem Zeitpunkt soll der Kreis ein Prozent der Anteile (2500 Euro) an der FRM GmbH übernehmen.

Wie Landrat Jan Weckler (CDU) sagt, sei es gerade in diesen Zeiten wichtig, dass Landkreise und Kommunen ihre Kompetenzen und Interessen zusammenbringen. »Nur so können wir uns im internationalen Standortwettbewerb erfolgreich aufstellen und behaupten.« Der Beitritt sei der richtige Schritt, um von der Attraktivität der Metropolregion gemeinsam mit anderen noch besser profitieren zu können. »Der Wetteraukreis ist schon jetzt Heimat vieler erfolgreicher Unternehmen und bietet eine hervorragende Work-Life-Balance.«

Der frühere Wölfersheimer Bürgermeister und jetzige Erste Beigeordnete des Regionalverbands Frankfurt-Rhein-Main, Rouven Kötter (SPD), meint, der Beitritt zeige, dass die Wetterau Teil als Teil der Region Frankfurt-Rhein-Main und deren Entwicklung auch aktiv gestalten wolle.

FRM fungiere als erster Ansprechpartner ausländischer Unternehmen mit Interesse an der Region, heißt es in einer Mitteilung der Gesellschaft. Die Standort- und Länderexperten begleiteten etwa ausländische Unternehmen bei ihrer Ansiedlung in der Region. »Die Gesellschafter können Einfluss auf das Erscheinungsbild und das Image der Region im Ausland nehmen und die langfristige Strategie der Region über den Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung festlegen.«

Mit Kurstadt und Keltenfürst

Für die Gesellschaft bringe die Mitgliedschaft des Wetteraukreises ebenfalls erhebliche Vorteile, heißt es. Der Landkreis verfüge über eine solide Wirtschaft mit zahlreichen Hidden Champions und eine hohe Lebensqualität, unter anderem mit der Kurstadt Bad Nauheim. »Reizvolle Landschaften laden zum Wandern oder Radfahren ein. Zudem hält die Wetterau als eine der ältesten Kulturlandschaften Europas einige Schätze bereit: Weltweit einzigartig ist die erhaltene Statue eines Keltenfürsten am Glauberg. 2005 nahm die UNESCO den Obergermanisch-Raetischen Limes der Römer in die Liste der Weltkulturerbestätten auf.«

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