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»Mit lebendiger Volkskirchlichkeit vertraut«

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Friedberg (har). Mit zwei Festgottesdiensten ist am Sonntag der evangelische Pfarrer Norbert-Hans Kirr offiziell in sein neues Amt als Pfarrer für Ossenheim und Fauerbach eingeführt worden, nachdem er seinen Dienst in den beiden selbstständigen Kirchengemeinden bereits am 1. September angetreten hatte (die WZ berichtete).

Friedberg (har). Mit zwei Festgottesdiensten ist am Sonntag der evangelische Pfarrer Norbert-Hans Kirr offiziell in sein neues Amt als Pfarrer für Ossenheim und Fauerbach eingeführt worden, nachdem er seinen Dienst in den beiden selbstständigen Kirchengemeinden bereits am 1. September angetreten hatte (die WZ berichtete).

Am Vormittag fand in der voll besetzten Ossenheimer Kirche der erste Gottesdienst statt, zu dem die Kirchchenvorstandsvorsitzende Dr. Regina Bechstein-Walther zahlreiche Ehrengäste, darunter auch Landtagspräsident Norbert Kartmann, begrüßen konnte.

Dekan Jörg-Michael Schlösser bezeichnete Kirr als einen Pfarrer, der »mit der lebendigen Volkskirchlichkeit, wie sie in Ossenheim und Fauerbach gelebt wird«, bestens vertraut sei. Bei der anschließenden Segnung wurde Schlösser von Kirrs Vorgänger in Ossenheim, Pfarrer Mathias Fritsch, und zwei Kirchenvorstandsmitgliedern assistiert. Für den Kirchenvorstand gratulierte Thomas Berlenbach, der dem Hobbygärtner zusammen mit Bechstein-Walther einen Apfelbaum für den Pfarrhausgarten überreichte. Tessa Walther gratulierte im Namen der neu formierten Kindergottesdienstgruppe. In seiner Predigt ging Kirr auf das Erbe Christi ein, »das wir als ein Glied einer langen Kette nach 2000 Jahren fortsetzen«. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Sängergemeinschaft Ossenheim sowie Organist Ortwin Musch.

Nach dem Gottesdienst fand vor der Kirche ein Empfang statt, den die Fauerbacher Kirchenvorsteherin Erika Lipowicz mit einem kurzen Grußwort eröffnete. Ein Pfarrer brauche besondere Blickwinkel, auch für die Stadt, in der er wohne, meinte dabei Kirrs Vorgänger Mathias Fritsch und überreichte seinem Nachfolger den Kalender »Friedberg - andere Blickwinkel«, dessen Erlös an die Friedberger Tafel geht. »Sie sind nun Ossenheimer, Fauerbacher, Friedberger und Wetterauer«, stellte der Kreisbeigeordnete Helmut Betschel-Pflügel fest und übergab Kirr ebenso ein Präsent wie Pastorin Helga I. Field von der United Church of Apostolic aus Rosbach und Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender, der zwei Flaschen Burgkirchenwein mitgebracht hatte. Zuvor hatte er festgestellt, dass Herborn, wo Kirr zuvor tätig war, und die Kreisstadt zahlreiche Gemeinsamkeiten, von der Tuchweberei im Mittelalter bis zur Brautradition, aufwiesen. Ortsvorsteher Erich Wagner stellte dem neuen Pfarrer die Vereine Ossenheims vor und übergab wie auch Gisela Schmidt, die die Grüße des Seniorenclubs übermittelte, ebenfalls ein Geschenk.

Am frühen Nachmittag folgte die Einführung in der ebenfalls voll besetzten Fauerbacher Kirche. Mit einem Bus angereist waren die Gemeindemitglieder aus Herborn-Hörbach, wo Kirr 16 Jahre tätig war. Die Einführung nahm auch hier Dekan Schlösser vor, und am Gottesdienst beteiligt war der pensionierte Pfarrer Siegfried Moldenhauer aus Hörbach. Für den Kirchenvorstand gratulierte Erika Lipowicz mit einem Sendungswort aus dem Psalm 26. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Sing- und Flötenkreis der Gemeinde unter Leitung von Ilse Etzel.

Nach dem Gottesdienst ging es dann ins evangelische Gemeindehaus, das gar nicht alle Besucher fassen konnte. Bei Kaffee und Kuchen gab es auch hier wieder eine lange Reihe von Grußworten, doch zunächst unterhielten die beiden Fauerbacher Gesangvereine Eintracht unter der Leitung von Jörg Welker und das Doppelquartett Friedberg-Fauerbach unter der Leitung von Musikdirektor Damian Siegmund die Besucher mit jeweils drei Liedvorträgen.

Zwischen den beiden Auftritten begrüßte Erika Lipowicz noch einmal alle Besucher und Ehrengäste, und Kirchenvorstandsmitglied Ehrentraut Kampswich-Trapp übergab gemeinsam mit Lipowicz Pfarrer Kirr einen Gutschein für Steinfurther Rosen sowie Rosengelee, Rosenblütenprosecco und Rosenseife, »um die Zeit bis zur Rosenblüte zu verkürzen«.

Die Grüße der evangelischen Kirchengemeinde der Kernstadt überbrachte Pfarrerin Claudia Ginkel, die Burgkirchenwein übergab, was nicht die letzte Flasche an diesem Nachmittag sein sollte. Sehr persönlich waren die Worte von Bruno Thomas, dem Kirchenvorstandsvorsitzenden von Hörbach, der feststellte: »Für vielen von uns war dein Weggang ein Schock«. Als Vollblutpfarrer« bezeichnete Präses Tobias Utter Pfarrer Kirr in seinem Grußwort. Die Arbeit in der Ökumene stellte Kaplan Andreas Omphalius von der katholische Pfarrgemeinde St. Marien in den Mittelpunkt seines Grußworts. Stadtrat Fritz Scholl überbrachte die Grüße des Magistrats und Helmut Betschel-Pflügel die Glückwünsche der Kreisgremien. Für den TSV Friedberg-Fauerbach sprach Vorsitzender Ortwin Faatz, und Martin Essen bedauerte im Namen der Rumänien-Hilfe Schönbach-Hörbach den Weggang des Ehepaars Kirr.

Nach einem Grußwort von Pfarrer Günther Auner, einem Studienkollegen Kirrs, beendete ARGE-Vorsitzender Hans-Peter Schad die lange Reihe der Redner. Abschließend dankte Kirr allen Gratulanten und schlug eine Verschwisterung zwischen seiner bisherigen und seinen neuen Gemeinden vor, »denn nur wer über den Kirchturm blickt, wird reich an Erfahrung«.

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