»Mit Gott reden - nicht über ihn«

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Friedberg-Ockstadt (pm). Bedingt durch Corona waren die traditionsreichen Tage des Großen Gebetes in Ockstadt im vergangenen Jahr ausgefallen. Jedoch sorgte der Pfarrgemeinderat dafür, dass diese alte Tradition in diesem Jahr wieder aufleben konnte - allerdings nur unter Einhaltung der Hygieneregeln. So gab es zu Beginn der einzelnen Betstunden lediglich einen Impuls von etwa 15 Minuten, danach konnten die Gläubigen noch eine Viertelstunde im stillen Gebet in der Kirche verweilen.

Anschließend wurde die Kirche eine halbe Stunde lang gründlich gelüftet und desinfiziert - bis zum Beginn der nächsten Betstunde. Bei den Betstunden waren teilweise über 20 Besucher in der Kirche.

Bereits am vergangenen Freitag trafen sich um 10.30 Uhr die Kinder der Kindertagesstätte St. Jakobus mit ihren Betreuerinnen in der Kirche und hielten ihre eigene Betstunde zum Thema »Gottes Liebe ist so wunderbar« ab. Für die Erwachsenen begannen die Betstunden am Samstag und am Sonntag jeweils um 14 Uhr mit einem Impuls von Pfarrer Bernd Weckwerth. Sein Impuls bezog sich auf die Themen Gesundheit und Beten zu Gott.

Heinrich Bayer vom Seniorenkreis begrüßte viele Senioren zu einer weiteren Betstunde. Bayer ging mit Fürbitten und Lesung auf die Themen Beten und Trost empfinden ein. Den Impuls für die Frauen hatten Christiane Dönges und Karola Klein vom Frauenkreis vorbereitet. Sie bezogen sich auf den Psalm 23: »Der Herr ist mein Hirte - er führt mich an Wasser des Lebens.«

Der Mensch braucht die Erde

Werner Kipp, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins, und Margarethe Koch gingen in ihrem Impuls für die Ockstädter Landwirte und Obstbauern auf die Klimaveränderung ein - dass der Mensch die Erde brauche, jedoch die Erde den Menschen nicht. Der Mensch sei nur Gast auf Erden und treibe Raubbau mit den Ressourcen. In der virtuellen Betstunde für die Jugendlichen gingen die Firmlinge, die an Pfingsten gefirmt werden, auf Matthäus 14, 22-33 ein, die Bibelstelle, in der Jesus über das Wasser geht. Mit diesem Bibeltext und unter Einbeziehung des Liedes »Ist da Jemand?« von Adel Tawil, hat sich die Botschaft herauskristallisiert, dass man im Tun und Handeln immer auf Gott vertrauen könne, auch wenn Steine in den Weg gelegt würden.

Alle Betstunden waren von den Katecheten hervorragend vorbereitet gewesen. In dem feierlichen Abschlussgottesdienst am Sonntagabend, dem sehr viele Gottesdienstbesucher beiwohnten, ging Pfarrer Weckwerth in seiner Predigt neben der Betrachtung des diesjährigen Hungertuches zur Fastenzeit von Lilian Moreno Sanchez auch noch einmal auf das Beten ein. Er bezog sich auf die grünen Kreuze, die die Landwirte auf ihre Felder gestellt haben mit der Aussage: »Redet mit uns - nicht über uns«. Gerade diese Zeilen sind analog mit dem Hirtenbrief zur Fastenzeit von Bischof Peter Kohlgraf: »Redet mit Gott - nicht über ihn«. Man soll seine Gebete möglichst frei vor Gott bringen und sich nicht so oft an vorformulierte Texte halten.

Mit der Aussetzung des Allerheiligsten und dem sakramentalen Segen endeten die Tage des Großen Gebetes.

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