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Der Frühling lockt wieder viele Biker an die frische Luft. Für den Start in die Saison sollten aber gerade Pedelec-Nutzer sich gut vorbereiten.

Mit elektrischem Rückenwind

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Wetteraukreis (pm). Radfahren, vor allem mit elektrischer Unterstützung, liegt voll im Trend. Die frühlingshaften Temperaturen locken sowohl zahlreiche Pedelec-Neulinge als auch erfahrene E-Bike-Fans nach der Winterpause auf den Sattel. Mit Blick auf den Anstieg getöteter und verunfallter Pedelec-Fahrer im vergangenen Jahr gibt der ACE Auto Club Europa für den Wetteraukreis und Main-Kinzig-Kreis Tipps für sicheres elektrisches Anradeln in die Saison 2021.

Anton Hofmann, Pressesprecher des regionalen ACE traf sich mit dem Radfahrexperten Jürgen Zuschlag, um die Ratschläge mit einem Praktiker zu besprechen. Folgende Tipps hat der Experte parat:

P edelec prüfen: Neben den obligatorischen Fahrradeinstellungen für eine sichere und bequeme Sitzposition - von der Höhe des Sattels bis zur Neigung des Lenkers sowie der Bremsgriffe - sollten beim Pedelec vor Fahrtantritt stets nicht nur die Licht- und Bremsanlage, sondern auch Funktion und Ladestand des Akkus überprüft werden. Der Reifendruck ist bei den gewichtsintensiven Elektrofahrrädern ebenfalls besonders wichtig. Er sollte nicht nur vor dem Anradeln, sondern regelmäßig mindestens alle zwei Wochen geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Der Sollwert ist meist auf der Reifenflanke vermerkt.

Übungsfahrt einplanen: Egal, ob im vergangenen Jahr bereits elektrisch geradelt wurde oder nicht: Wer mit dem Pedelec unterwegs sein will, sollte sich nach dem Winter zunächst in einer verkehrsberuhigten Zone an das Fahren mit Elektroantrieb herantasten. Die unerwartet einsetzende Motorunterstützung, das hohe Gewicht und der veränderte Schwerpunkt - je nach Antriebskonzept und Akku-Position - sind nicht nur für Pedelec-Neulinge immer wieder gewöhnungsbedürftig. Auch ist der Bremsweg im Vergleich zum Fahrrad ungewohnt lang und sollte vor der ersten Radtour getestet werden.

Gefahren bewusst machen: Manche Situationen im Straßenverkehr lassen sich nur schwer proben. Doch oft hilft es bereits, sich einige vor der Fahrt bewusst zu machen. So sollten alle, die mit einem Pedelec unterwegs sind, beim Anfahren an einer Steigung besondere Vorsicht walten lassen. Denn das Rad muss zunächst aus eigener Kraft in Gang gebracht werden, bevor der Motor unterstützend eingreifen kann. Deshalb beim Anfahren am Hang am besten einen niedrigen Gang und den höchsten E-Modus wählen, rät der ACE. Gibt es die Fahrumgebung her, dann quer zur Fahrbahn anfahren. Der Fuß zur Hangseite hält den Bodenkontakt, der talseitige Fuß tritt in das auf elf Uhr hochgesetzte Pedal. Wenn das Anfahren zu kraftaufwendig ist, im Zweifelsfall zunächst bergauf schieben, bis wieder ohne großen Kraftaufwand in die Pedale getreten werden kann.

Bei der anschließenden Bergabfahrt ist zu beachten, dass durch das höhere Gewicht des Rads auch höhere Geschwindigkeiten erreicht werden können. Das Bremsen sollte vorsichtig dosiert erfolgen. Dazu Vorder- und Hinterradbremse benutzen und berücksichtigen, dass die Bremswirkung am Vorderrad größer ist.

Im Frühling können die Straßen durch Niederschlag noch vermehrt feucht und glatt sein. Außerdem ist vielerorts mit beschädigten Straßenoberflächen durch Frost oder auch mit Resten von Rollsplitt zu rechnen. Der ACE empfiehlt deshalb, besser etwas langsamer unterwegs zu sein. Keinesfalls sollten die eigenen Fähigkeiten überschätzt werden. Und: Straßenzustand stets im Auge behalten.

Gegenseitige Rücksichtnahme: Angepasste Geschwindigkeiten und eine vorausschauende Fahrweise sind im Sinne der Verkehrssicherheit nicht nur beim Anradeln, sondern grundsätzlich Pflicht. Gerade zum Start in die neue Saison sollten sich Pedelec-Fahrerinnen und -Fahrer in Erinnerung rufen, dass sich mit den Zweirädern auf der Straße auch die Verkehrslage anderer Verkehrsteilnehmender verändert. Besondere Aufmerksamkeit ist angesagt. Denn gerade zu Saisonbeginn unterschätzen andere Verkehrsteilnehmende leicht die Geschwindigkeit eines Pedelecs. Gegenseitige Rücksichtnahme ist die Voraussetzung dafür, dass alle sicher unterwegs sind.

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