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Stramme Waden: Die Gruppe des Europaclubs am Comer See.

Mit dem Rennrad über die Alpen

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Friedberg (pm). Henry Benrath ist die Verbindung zwischen Magreglio und Friedberg: Der Friedberger Dichter, der als Albert H. Rausch geboren wurde, lebte in der kleinen italienischen Gemeinde. Er beschützte diese und drei benachbarte Dörfer vor einer Vergeltungsmaßnahme der Wehrmacht und erlangte so auch in Magreglio eine gewisse Berühmtheit.

Grund genug, diesen Ort als Ziel der traditionellen Rennradtour des Europaclubs auszuwählen. Grünen-Stadtrat Johannes Contag organisiert diesen »Urlaub mit sportlichem Anspruch« schon seit einigen Jahren.

Nachdem die Tour 2020 aufgrund der Pandemie ausfallen musste, machten sich Mitte September fünf Frauen und neun Männer auf den Weg, um mit dem Rennrad die Alpen zu bezwingen. »Die Altersspanne der Mitradelnden lag zwischen 26 und 74 Jahren, nicht alle sind durchtrainierte Rennradfahrer«, umreißt Contag die Gruppenzusammensetzung.

Von Moena im Trentino ging es zum »Warmfahren« auf die Sella Ronda durch die Dolomiten, vier Pässe und 2500 Höhenmeter an diesem Tag. »Erschwerend kam das Wetter hinzu«, berichtet Contag über die schwere Etappe. »Fast den ganzen Tag Regen verlangte den Radlern alles ab.« Weiter führte der Weg in zwei langen Etappen über viele Pässe, durch urwüchsige Täler, einsame Bergdörfer und an Bergseen vorbei. Für den vierten Tag war viel Regen angesagt, und so tat die beschlossene Pause allen gut. Die letzte Etappe verlief bei strahlendem Sonnenschein bis zum Comer See. Beim Warten auf die Fähre ließen es sich alle mit Pizza und Pasta gut gehen.

Zum Schluss überquerten die Radlerinnen und Radler in den traditionellen Trikots »Team Friedberg« mit der Fähre den See nach Bellagio. Es folgte der berühmte Aufstieg über viele Kehren nach Magreglio. Dieser Aufstieg ist auch Kernstück der Lombardei-Rundfahrt. Altbekannte Gesichter aus Magreglio erwarteten die glücklich Angekommenen an der Kapelle Madonna di Ghisallo in Magreglio. Der Papst hatte diese Kapelle 1949 den Rennradfahrern geweiht, in ihr finden sich viele Erinnerungsstücke von berühmten Rennradfahrern, die diese der Kapelle gestiftet haben.

Wasserschaden im Henry-Benrath-Haus

Die Tour verlangte den Teilnehmern einiges ab. Contag resümiert: »In sieben Tagen mindestens 650 Kilometer und mehr als 10 000 Höhenmeter waren keine Kleinigkeit.« Während der folgenden beiden Tage konnte die wunderschöne Landschaft rund um den Comer See und bis zum Luganer See bei kleineren Radtouren erkundet werden. Contag: »Eine Traumtour ging zu Ende, Ansporn genug, eine neue für nächstes Jahr zu planen.«

Doch einen Wermutstropfen gibt es: Das Haus, in dem Henry Benrath lebte und das die Stadt Friedberg für Übernachtungen nutzen kann, ist seit Langem geschlossen. Das Dach ist undicht, Regen tritt ein. Weshalb die Gruppe des Europaclubs das Haus auch nicht betreten konnte.

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