+
In Oppershofen könnte ein Urwald entstehen - ganz ohne menschlichen Einfluss. ARCHIVFOTO: DPA

Ministerin soll Pläne vorstellen

  • schließen

Wetteraukreis(jwn). Der Oppershofener Wald zählt zu den Perlen der Wetterau. Und deshalb wollen auch die Wetterauer Grünen ihn genauso wie den Stornfelser Wald im nordöstlichen Kreisgebiet als Naturwald erhalten.

Mit einem Verweis auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begann der Sprecher der Grünen im Wetterauer Kreistag, Michael Rückl, in der jüngsten Kreistagssitzung seinen Appell in Richtung hessischer Landesregierung, die beiden Wälder als Naturwald erhalten zu wollen. Merkel hatte bereits 2013 vorgegeben, fünf Prozent der Waldflächen als Naturwald zu erhalten. Da aber die meisten Wälder im Privatbesitz sind oder Kommunen gehören und mit ihnen möglichst Gewinne erwirtschaftet werden sollen, bleibt für dieses Ziel hauptsächlich Staatsforst übrig.

Seit Längerem fordern deshalb Naturschutzverbände wie NABU oder BUND die Sonderbehandlung der beiden Wälder in der Wetterau. Sie wären laut Rückl nicht nur für den Erhalt der waldtypischen Artenvielfalt ein Gewinn, sondern auch ein attraktiver Ort für Naturerlebnis und Erholung der Bevölkerung.

Weil die beiden Wälder dem Land gehören, brachten CDU und SPD den Änderungsantrag ein, die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) in eine Ausschusssitzung nach Friedberg einzuladen und sie zu ihren Zielen hinsichtlich der Strategie des Landes in diesem Bereich zu befragen. Hessen will im Rahmen der nationalen Biodiversitätsstrategie bis zum Jahr 2020 den Anteil ungenutzter Wälder im Verhältnis zu der Gesamtwaldfläche ebenfalls auf fünf Prozent anheben. Momentan sind es nur 3,8 Prozent. "Mich würde bei der Befragung auch interessieren, warum das Land als Eigentümer der Fläche nicht mit gutem Beispiel vorangeht", begründete Stefan Lux (SPD) den Änderungsantrag. Dieser wurde schließlich einstimmig angenommen.

Ebenfalls zur weiteren Beratung in den Sozialausschuss überwiesen wurden der Antrag der Linken auf Überarbeitung der Berechnung der Mietobergrenzen sowie die beiden Änderungsanträge von den Grünen sowie von der Großen Koalition. Die Linke hatte angeführt, dass sich zuletzt eine Lücke in der Berechnung zwischen den anerkannten Mietkosten für Sozialhilfeempfänger und den tatsächlichen Kosten aufgetan habe. Diese gelte es zu schließen. Weil die Zahlen, die die Linke zur Begründung ihres Antrages lieferte, aber aus dem Jahr 2018 stammten, verlangten SPD und CDU erst aktuellere Daten von der Kreistagsverwaltung. Für die Kreiskoalition kommt jedoch allenfalls nur eine Anhebung im Einzelfall infrage, und keine generelle Anhebung. Die AfD-Fraktion warnte vor einer vorschnellen Anhebung der Mietobergrenzen, weil dies von den Vermietern sofort zur Mietsteigerung ausgenützt werde.

Keine Prüfung in Büdingen

Im Rahmen ihrer Mitteilungen ging die Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch (SPD) auf Nachfrage der Grünen noch einmal auf die Zentralisierung der Eingangsprüfung von Kinder im Vorschulalter ein. Hierzu war vonseiten der Opposition in einer der vergangenen Kreistagssitzungen angeregt worden, diese Eingangsprüfung nicht wieder dezentral stattfinden zu lassen. Ein Termin in Büdingen sei beispielsweise sinnvoll, damit die Eltern aus dem Ostkreis mit ihren Kindern nicht durch das gesamte Kreisgebiet anreisen müssten. Das lehnte die Kreisbeigeordnete aber Verweis auf die hohen Kosten ab. Für die Prüfung müssten nicht nur zusätzliche Räume zur Verfügung gestellt werden, sondern - und dieser Grund wiege schwerer - es gebe keine zusätzlichen Kinderärzte, die die ärztliche Kontrolle durchführen könnten. Im Übrigen könnten die Eltern die Termin für die Prüfung ihrer Kinder über das das neue Online-Terminsystem nun fast punktgenau festlegen und würden dadurch keine Zeit mit Warten verlieren.

Kein Erfolg hatte auch die NPD mit ihren Anträgen auf Zurückweisung des Wortentzugs, der Erteilung der Rüge und schließlich des Sitzungsausschluss ihres Fraktionsmitgliedes Stefan Jagsch am 30. Oktober 2019 nach despektierlichen Äußerungen. Diese falle unter die Meinungsfreiheit, begründete NPD-Sprecher Daniel Lachmann. Doch das sah die Mehrheit der Kreistagsabgeordneten anders und lehnte bei zwei Ja-Stimmen der NPD und mehreren Enthaltungen aus den Reihen der AfD die Anträge ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare