Der gebürtige Assenheimer Jürgen Drehmann war früher im Stadtjugendring Karben aktiv. Jetzt sitzt er zum Schreiben viel an seinem Computer. Sein neues Buch "Scheintot ist auch keine Dauerlösung" ist gerade erschienen. 	FOTOS: LOD
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Der gebürtige Assenheimer Jürgen Drehmann war früher im Stadtjugendring Karben aktiv. Jetzt sitzt er zum Schreiben viel an seinem Computer. Sein neues Buch »Scheintot ist auch keine Dauerlösung« ist gerade erschienen. FOTOS: LOD

Merkwürdigkeiten des Lebens

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg-Ockstadt (har). Schon in seiner Schulzeit schrieb Jürgen Drehmann kleine Geschichten und Gedichte. »Das fing in der Mittelstufe an und ich habe schnell gemerkt, dass mich Lyrik fasziniert und begeistert.«

Anfang der 80er Jahre war der gebürtige Assenheimer im Stadtjugendring Karben aktiv und schrieb für die Stadtjugendringszeitung. Danach wurde es bei dem heute 60-Jährigen ruhiger in Sachen Schriftstellerei. »Mir fehlte einfach die Zeit«, sagt der gelernte Industriekaufmann.

Erst 2000 beschloss er, sich wieder intensiver mit der Schreiberei zu beschäftigen und besuchte eine Schreibschule. Im Jahre 2006 veröffentlichte er sein erstes Buch »Déjà-vu« mit kleinen mehr oder weniger langen Erzählungen, in denen die Suche nach dem Sinn des Lebens im Mittelpunkt steht.

Das ist bei seinem neuesten Band »Scheintot ist auch keine Dauerlösung« nicht anders. »Es sind Geschichten vom Leben, vom Tod und von anderen Merkwürdigkeiten«, meint der Autor, der seit zwölf Jahren in Ockstadt lebt. »Das ist meine neue Heimat geworden. Ich verstehe mich als Wetterauer«, sagte Drehmann, der heute als Selbstständiger im Bereich »Haushaltsnahe und allgemeine Dienstleistungen« tätig ist.

Neu in seinem zweiten Buch mit neun Erzählungen und einigen lyrischen Gedichten sind zwei Episodengeschichten. In den beiden längeren Episoden des »Frauenclub« treffen sich Frauen, stellen zehn »Goldene Regeln« auf, an die sie sich halten müssen. »Die Direktive des Frauen-Clubs: Tatkräftige Unterstützung seiner Mitgliederinnen im Bestreben höchstmögliche Zufriedenheit und Glücksgefühle sowie umfassende Selbsterkenntnis zu erlangen« heißt es zu Beginn der vierten Regel. Ob dies in den »mittels Inszenierung und Gestaltung sogenannter Sitzungen« gelingt, erfährt der Leser in den Episoden »Die Prüfung« und »Betty«. »In meinem nächsten Buch wird der Frauen-Club natürlich eine Fortsetzung finden«, erklärt Drehmann zu seinen zum Teil hoch erotischen Geschichten.

Auf der Suche nach Motiven

Das gilt auch für die drei Episoden von »Mechtelbrink«, in denen sich Ludger Mechtelbrink als »Stadtschamane« betätigt und so manch skurriles Abenteuer erlebt. Zum Schamanentum kam Mechtelbrink, als er Familienforschung betrieb. Dabei stieß er auf die Kelten, ist fasziniert vom Druidentum und gelangt so zu den Schamanen, die ihn sofort in seinen Bann ziehen. »Manche meiner Geschichten sind erotisch und anregend, andere spannend oder gar dramatisch«, erzählt Drehmann, der seine Erzählungen als »unterhaltsamen, kurzweiligen Lesestoff für zwischendurch und lange Abende« sieht.

Einige seiner Erzählungen sind frei erfunden, so wie beim »Frauenclub« für andere hat er reale Vorbilder, die er allerdings so verändert hat, dass sie nicht zu erkennen sind. Illustriert sind die Geschichten und die Gedichte mit Fotografien, die Drehmann mit seiner Canon aufgenommen hat.

Fotografieren ist die zweite große Leidenschaft Drehmanns, der mit seiner Kamera ständig auf der Suche nach Motiven ist, die zu seinen Geschichten passen. So gelang ihm auch mal nach dem Aussteigen aus dem Auto, der Schnappschuss von einer fleißigen Ameise, die auf der letzten Seite des Buchs zu sehen ist. Dazu dichtete Drehmann sehr passend: »Schwimm gegen keinen Strom, tu’s nicht oder lass es, geh nicht oder bleibe, aber steh Deinen Weg.«

Ein gelungener Abschluss des Buchs, dem noch weitere folgen »werden, da ist sich Drehmann sicher. »Ich habe Schreiben in mein Leben zurückgeholt und werde bald mit dem Aufschreiben weiterer Geschichten, die ich schon im Kopf habe, beginnen«, so der Autor, der derzeit mit Flyern und Interviews für sein zweites Buch wirbt.

Eigentlich wollte er auch Lesungen durchführen, doch das hat die Corona-Pandemie bisher verhindert. Drehmann: »Ich plane gerade, Ausschnitte aus meinem Buch zu lesen und dann auf Youtube einzustellen. Das bedarf aber noch einiger Vorbereitungen.«

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