Tamara Mews und Matthias Kallmeyer engagieren sich im Dortelweiler Kirchenvorstand. Sie wünschen sich, dass sich noch mehr junge Menschen in Kirchenvorständen engagieren und so die Zukunft ihrer Gemeinde mitgestalten. FOTO: ANNA-LUISA HORTIEN
+
Tamara Mews und Matthias Kallmeyer engagieren sich im Dortelweiler Kirchenvorstand. Sie wünschen sich, dass sich noch mehr junge Menschen in Kirchenvorständen engagieren und so die Zukunft ihrer Gemeinde mitgestalten. FOTO: ANNA-LUISA HORTIEN

"Meine Gemeinde voranbringen"

Wetteraukreis(alh). In etwas weniger als acht Monaten werden in den Wetterauer Kirchengemeinden Kirchenvorsteher*innen gewählt. Bis zum 13. Juni 2021 dauert es zwar noch, die Kirchenvorstände stecken aber schon mitten in den Vorbereitungen. Es gilt, neue Kandidaten für das Ehrenamt zu finden.

Der Kirchenvorstand ist das Leitungsorgan der Kirchengemeinde und entscheidet, wie und in welche Richtung sie sich entwickelt. Dabei sind auch junge Menschen gefragt, mitzugestalten, mitzureden und Ideen einzubringen. Zwei, die das tun, sind Tamara Mews und Matthias Kallmeyer. Sie arbeiten im Kirchenvorstand in Dortelweil mit.

Die 22-jährige Tamara Mews ist seit einem Jahr Mitglied im Kirchenvorstand und konnte so in das Ehrenamt reinschnuppern. Matthias Kallmeyer ist seit 2009 Kirchenvorsteher. "Bei meinem Amtsantritt war ich das jüngste Kirchenvorstandsmitglied im Wetteraukreis", erzählt der 30-Jährige.

Der Dortelweiler Kirchenvorstand, der sich in der Regel alle drei Wochen trifft, ist bunt gemischt. "Wir sind unterschiedlich alt und haben unterschiedliche berufliche Hintergründe", sagt Kallmeyer. So kommen verschiedene Perspektiven, Lebenswelten und Erfahrungen zusammen. Das ist wichtig, schließlich soll der Kirchenvorstand die Gemeinde mit ihren unterschiedlichen Mitgliedern - jungen wie alten gleichermaßen - abbilden.

Der Kirchenvorstand besteht aus der Pfarrperson und berufenen Mitgliedern der Gemeinde. Sie müssen viele Entscheidungen treffen, es geht zum Beispiel um den Haushalt und die Gebäude, um Mitarbeitende oder um die Veranstaltungen der Gemeinde.

Die Mitglieder übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Tamara Mews ist in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert, deshalb vertritt sie im Kirchenvorstand die Interessen der JuMiC, der Jugend-Mitarbeiter-Crew. "Ich bin quasi das Sprachrohr oder eine Art Vermittler. Das vereinfacht die Zusammenarbeit." Ist eine Stelle in der Gemeinde ausgeschrieben, ist Mews manchmal bei Vorstellungsgesprächen dabei. Aber: "Jeder kann sich aussuchen, wie viel er oder sie machen möchte", ergänzt Kallmeyer. Wer viel Zeit hat, übernimmt mehr Aufgaben. Manchmal auch nur phasenweise, wie bei den Vorbereitungen für die Weihnachtsgottesdienst. "Es ist aber auch kein Problem, wenn jemand neben den regelmäßigen Sitzungen nicht viel Zeit hat."

Im Dortelweiler Kirchenvorstand möchten einige Kirchenvorsteher*innen im nächsten Jahr ihr Amt abgeben. Wer sich nicht gleich für sechs Jahre als Kirchenvorsteher*in verpflichten will, kann zunächst auch an andere Stelle in der Gemeinde mitarbeiten oder sich in einem Ausschuss beteiligen. "Möglichkeiten gibt es genug, wir finden für jeden etwas", sagt Kallmeyer.

Für Mews ist klar, dass sie im Amt weitermachen möchte. "Ich finde es toll, dass ich als junger Mensch mitbestimmen kann, was hier in der Gemeinde passiert." Sie würde sich wünschen, dass noch mehr junge Menschen in Kirchenvorständen mitarbeiten. "Man muss wirklich keine Hemmungen haben." Sie sei von den erfahreneren Kirchenvorstandsmitgliedern sehr gut aufgenommen worden. "Meine Meinung wird gerne gehört und zählt genauso viel wie die der anderen."

Natürlich gebe es bei manchen Themen Diskussionen, erzählt Kallmeyer. "Das gehört aber dazu." Er schätzt besonders die Möglichkeit, mitzureden und das Leben in der Gemeinde mitzugestalten. "Ich möchte meine Gemeinde voranbringen, an manchen Stellen auch modernisieren."

Mews schätzt die Gemeinschaft im Kirchenvorstand und die vielen spannenden Erfahrungen, die sie schon gemacht hat. "Ob Kirchenmusik, Familienbildung oder Finanzen: man bekommt Einblicke in so viele verschiedene Bereiche. Da nimmt man etwas fürs ganze Leben mit."

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare