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So sehen die Mehrweg-Verpackungen aus, die künftig auch in Friedberg zum Einsatz kommen sollen.

Mehrweg-Ziel rückt näher

  • Bernd Klühs
    VonBernd Klühs
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Friedberg (pm/bk). Ein gutes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit: In Friedberg und Bad Nauheim soll weniger Verpackungsmüll produziert werden. Die Nachbarstädte kooperieren, haben denselben Anbieter von Mehrweg-Verpackung ausgewählt und starten in die Umsetzungsphase. Welche Unterstützung die Gastronomiebetriebe in Friedberg zu erwarten haben, schildert Erste Stadträtin Marion Götz.

Ohne das Angebot, Speisen und Getränke zu liefern, oder einen Abholservice kommen Cafés und Gaststätten kaum noch aus - gerade in Corona-Zeiten. Nach Ansicht von Götz wird damit zur Lebensqualität in Friedberg beigetragen. In der Regel werden bislang Einwegverpackungen eingesetzt. »Dies führt - das ist leider die Kehrseite der Medaille - bundesweit zu immer weiter wachsenden Müllbergen«, sagt die Erste Stadträtin.

Fördertopf soll kommen

Häufig lande dieser Abfall nicht in der Mülltonne, sondern in der Natur oder auf der Straße. Ab 2023 werden durch ein Bundesgesetz Mehrwegbehälter Pflicht, Friedberger Gastronomen soll bereits jetzt in die Lage versetzt werden, Einweg-Material zu ersetzen.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich im Mai mit der Einrichtung eines Fördertopfs für die Nutzung von Mehrwegverpackungen ausgesprochen. Götz hat sich zusammen mit der Stabsstelle Sauberes Friedberg eingehend mit dem Thema befasst und den Ausschüssen einen Verfahrensvorschlag unterbreitet.

Die Ergebnisse hat die Erste Stadträtin jetzt in einer digitalen Informations-Veranstaltung Firmen und Kommunalpolitikern vorgestellt. Das System »Vytal« wurde erläutert, Muster-Behältnisse für Speisen und Getränke präsentiert. Ein Gastronom, der seit geraumer Zeit mit diesem System arbeitet, berichtete über seine Erfahrungen. Im Anschluss wurden Fragen beantwortet.

Götz wirbt für den Einstieg in den Umstieg: »Wir möchten alle Friedberger Betriebe, die Speisen und Getränke zur Lieferung und Abholung anbieten, mit einer stadtweiten Lösung bei der Einführung eines Mehrwegsystems unterstützen - als gemeinsamer Beitrag zum Schutz der Umwelt und für ein sauberes Friedberg.« In Friedberg und Bad Nauheim soll eine einheitliche Lösung realisiert werden. Dies erleichtere die Nutzung der Mehrwegbehältnisse im Alltag - auch bei Bestellungen über Stadtgrenzen hinweg. Um das Ziel interkommunal voranzubringen, hatte die Erste Stadträtin die weiteren Wetterauer Kommunen zur InformationsVeranstaltung eingeladen. Einzelne Städte und Gemeinden hätten danach grundsätzliches Interesse bekundet.

Vorteile des Systems seien die einfache Handhabung und der Verzicht auf feste Vertragslaufzeiten. Dadurch würden dem Betrieb hohe Flexibilität beim Einstieg und niedrige Kosten ermöglicht. Vorbehaltlich der Zustimmung der städtischen Gremien stellte Götz eine finanzielle Förderung in Aussicht. Gedacht ist an einen städtischen Fördertopf von 5000 bis 10000 Euro für Betrieb, die sich an der Einführung eines stadtweiten Mehrwegsystems vor Inkrafttreten der gesetzlichen Pflicht beteiligen. Für Betriebe bestehe somit keinerlei Teilnahme-Risiko. Die finale Entscheidung über die Fördermodalitäten wird der Haupt- und Finanzausschuss im Oktober treffen.

Kontakt mit vielen Betrieben

Mit zahlreichen Betrieben hatte die Stadt nach der Informations-Veranstaltung Kontakt, um über Einzelheiten der Mehrwegnutzung zu informieren und die Behältnisse zur Ansicht zur Verfügung zu stellen. »Je mehr Betriebe teilnehmen, desto leichter funktioniert der Austausch und die Rückgabe der Behältnisse«, sagt Götz.

Friedberger Betriebe, die sich beteiligen möchten, die Informations-Veranstaltung jedoch verpasst haben, können bei der Ersten Stadträtin (marion.goetz@friedberg-hessen.de) oder der Stabsstelle Sauberes Friedberg (holger.kopsch@friedberg-hessen.de) das Protokoll und weitere Informationen anfordern. Darüber hinaus hat die Stadt auf ihrer Homepage eine Seite mit Informationen zu »Mehrweg statt Einweg für Friedberg« eingestellt.

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