Die bisher letzten Sozialwohnungen in Friedberg sind unterhalb der 24 Hallen entstanden. Wie die geförderten Wohnungen am Steinernen Kreuz aussehen, bleibt den Bauherren überlassen. Bis zu 40 Wohneinheiten sollen dort entstehen. 
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Die bisher letzten Sozialwohnungen in Friedberg sind unterhalb der 24 Hallen entstanden. Wie die geförderten Wohnungen am Steinernen Kreuz aussehen, bleibt den Bauherren überlassen. Bis zu 40 Wohneinheiten sollen dort entstehen. 

Baugebiet am Steinernen Kreuz

Mehrheit will mehr Sozialwohnungen in Friedberg

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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Bis zu 40 sozial geförderte Wohnungen sollen im Baugebiet am Steinern Kreuz im Westen von Friedberg entstehen. SPD, Grüne und Linke setzten sich mit ihrem Antrag im Stadtparlament durch.

Es war ein zähes Ringen. SPD, Grüne und Linke fordern seit langem, die Stadt müsse mehr für den Bau von Sozialwohnungen tun. Immer wieder gab es Anträge im Stadtparlament. Im März legten die drei Fraktionen einen gemeinsamen Antrag vor. In den Ausschüssen wiesen die Sprecher daraufhin, dass im letzten Abschnitt des Baugebiets am Steinernen Kreuz von Anfang an "ein gesunder Mix aus Sozialwohnungen sowie frei finanziertem Wohnraum" vorgesehen war.

Über vier Eckpunkte des Antrags wurde jeweils einzeln abgestimmt. Der erste Punkt: Die Stadt soll eine Ausschreibung zur Errichtung von 10 bis 20 Sozialwohnungen im 1. Förderweg durchführen. Entstehen sollen Wohnungen für Menschen mit geringen Einkommen nach den Richtlinien zur sozialen Mietraumförderung. Jede Wohnung wird von der Stadt mit 10 000 Euro bezuschusst, das Grundstück wird zum reduzierten Preis von 280 Euro abgegeben. Neben SPD, Grünen und Linken stimmten auch die CDU und ein UWG-Mitglied mit "Ja". Es gab sieben "Nein" von FDP und UWG.

Sozialwohnungen in Friedberg: Höchstmiete mit 8 bis 8,50 Euro pro Quadratmeter 

Punkt 2 lautet, die Stadt verkauft ein knapp 2500 Quadratmeter großes Grundstück zum reduzierten Preis von 280 Euro an den Bauverein "Eigner Herd ist Goldes wert" und bezuschusst jede Wohnung mit 10 000 bis 15 000 Euro. Die Höchstmiete beträgt 8 bis 8,50 Euro je Quadratmeter. Es entstehen 15 bis 20 bezahlbare Wohnungen im Modell der "mittelbaren Belegung": Vereinfacht erklärt: Der Bauverein schafft in seinen Altbeständen beim Auszug der Mieter neue Sozialwohnungen im ersten Förderweg.

Dieser Punkt wurde einstimmig beschlossen; die CDU enthielt sich der Stimme. Einstimmig verabschiedet wurde Punkt 3: Die Stadt startet ein Förderprogramm für Aufstockungen und Sanierungen von Sozialwohnungen. Bauträger können sich bewerben, müssen dann mindestens 15 Jahre lang einen Mietpreis von 8 Euro einhalten. Ebenfalls einstimmig (bei drei Enthaltungen der Linken) wurde ein vierter Punkt beschlossen, den die UWG formuliert hatte und der auf einen Kompromissvorschlag von Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) zurückgeht: Festgelegte Flächen im Baugebiet werden zum Höchstgebot verkauft; der Mehrerlös fließt in den sozialen Wohnungsbau.

Sozialwohnungen in Friedberg: 140 Wohnungen seit 2015 aus Sozialbindung herausgefallen 

Achim Güssgen-Ackva sagte, die FDP sei nicht gegen eine Durchmischung des Baugebiets und nicht gegen Sozialwohnungen - aber nicht an dieser Stelle. Bernd Messerschmidt (UWG) argumentierte, die Stadt verliere viel Geld, wenn sie Grundstücke günstig abgebe. Bei höheren Preisen ziehe man ein kaufkräftigere Klientel nach Friedberg. "Diese Argumente haben wir schon oft gehört", antwortete Florian Uebelacker. "Sie wollen das auf spätere Jahre verschieben."

Dabei sei die Wohnungsnot real, rechnete Sven Weiberg vor: Seit 2015 sind in Friedberg 140 Wohnungen aus der Sozialbindung herausgefallen. Außerdem, so Dr. Klaus-Dieter Rack (SPPD), stehe das Geld im Haushalt bereit: rund 500 000 Euro aus der Fehlbelegungsabgabe sowie Gelder, die in den letzten beiden Jahren bereitgestellt, aber nicht abgerufen wurden.

Rack: "Wir können bis zu 40 bezahlbare Wohnungen ermöglichen. Bank und Wirtschaftsministerium haben unserem Modell zugestimmt. Wo liegt das Problem?"

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