Mehrere Mitglieder der Baptisten-Gemeinde haben sich nach einem Gottesdienst mit dem Coronavirus infiziert.
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Mehrere Mitglieder der Baptisten-Gemeinde haben sich nach einem Gottesdienst mit dem Coronavirus infiziert.

Nach Baptisten-Gottesdienst

Insgesamt 200 Infizierte: Auch mehrere Wetterauer von Corona-Ausbruch betroffen

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Die Zahl der Corona-Infizierten in Zusammenhang mit einem Gottesdienst in einer Frankfurter Baptisten-Kirche ist weiter gestiegen. 200 Menschen haben sich mittlerweile angesteckt. Auch in der Wetterau.

Update, 28.5.2020: Die Zahl der Infizierten aus dem Umfeld der Frankfurter Baptisten-Gemeinde ist auf mittlerweile 200 angestiegen. Von ihnen wohnten 57 in Frankfurt, die übrigen lebten in sieben umliegenden Landkreisen, sagte eine Sprecherin des Frankfurter Gesundheitsdezernats. Derzeit würden neun Menschen in Krankenhäusern stationär behandelt, in einem Fall intensivmedizinisch. 

Update, 26.5.2020: Sozialminister Kai Klose (Grüne) hat sich in einer Pressekonferenz zur Corona-Situation in Hessen geäußert. Bezüglich des Corona-Ausbruchs nach einem Gottesdienst in einer freien baptistischen Gemeinde in Frankfurt mahnte er: "Das Infektionsrisiko besteht weiter. Es ist nach wie vor wichtig, wachsam zu bleiben und nicht leichtsinnig zu werden." Der beste gemeinschaftliche Schutz sei auch weiterhin das Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln. 

Update, 25.5.2020: Nachdem immer mehr Fälle von Corona-Infektionen im Umfeld einer freien baptistischen Gemeinde in Frankfurt festgestellt wurden, betonte die Gemeinde zunächst, dass alle Schutzmaßnahmen während des Gottesdiensts eingehalten wurden. Dazu gehörten etwa separate und kontrollierte Ein- und Ausgänge, entsprechende Hinweisschilder, ausreichend Desinfektionsmittel und ein Abstand von 1,5 Meter. Nun räumten die Verantwortlichen allerdings Versäumnisse ein.

In einer Stellungnahme auf der Internetseite Evangeliums-Christen-Baptisten-Frankfurt heißt es: "Im Nachhinein betrachtet wäre es für uns angebracht, beim Gottesdienst Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen zu tragen und auf den gemeinsamen Gesang zu verzichten."

Weil es in der Gemeinde viele Familien mit fünf und mehr Kindern gäbe, nehme die Anzahl der Ansteckungen zu Hause weiter zu. Nach Bekanntwerden der Infektion wurden die Gottesdienste in ein Online-Format überführt, heißt es weiter in der Pressemitteilung. 

Dort wird auch darauf verwiesen, dass der Vereinsvorstand nur eingeschränkt reaktionsfähig sei, "da der Vereinsvorsitzende sich im kritischen Zustand auf der Intensivstation befindet und der Stellvertreter ebenfalls erkrankt ist."

Erstmeldung, 24.5.2020: Wie schnell sich das Coronavirus verbreiten kann, wurde am Wochenende drastisch klar. Im Zusammenhang mit dem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt am Main haben sich nach Angaben von Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) mindestens 107 Menschen infiziert. Viele davon hätten sich nicht bei dem Gottesdienst vor zwei Wochen (10. Mai), sondern danach zu Hause angesteckt, sagte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk.

Auch im Wetteraukreis wurden neue Infizierte gemeldet, die auf den besagten Gottesdienst zurückgeführt werden können. Wie Landrat Jan Weckler und Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch in einer Presseerklärung am Samstag (23. Mai) mitteilten, gibt es in Rosbach, Rodheim und Karben 26 weitere positive Covid-19-Fälle in diesem Zusammenhang, insgesamt 76 Personen befinden sich in Quarantäne.

Corona-Ausbruch in Baptisten-Gemeinde: Mehrere Familien in Quarantäne 

»Bei der Nachverfolgung der Infektionsketten haben wir festgestellt, dass diese punktuelle Zunahme der Infektionen auf den Gottesdienstbesuch am 10. Mai in der Baptisten Gemeinde in Frankfurt zurück zu führen ist. Wir haben vorsorglich die Mitglieder mehrerer Familien in häusliche Absonderung geschickt«, sagt Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs.

Mit der Stadtverwaltung Rosbach und Bürgermeister Steffen Maar finden regelmäßige Gespräche zur Entwicklung der Situation statt. »Wir informieren die Stadt zeitnah über die Ergebnisse von Proben und den Stand der Nachverfolgung möglicher Kontaktpersonen, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen«, sagte Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch.

Abschließend warnten Weckler und Becker-Bösch davor, die Lockerungen zu leicht zu nehmen. »Dieses Ausbruchsgeschehen zeigt, wie schnell eine einzige Veranstaltung gravierende Konsequenzen haben kann.«

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