Mangelware Wohnraum: Der Wetteraukreis will dem mit einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft abhelfen.	SYMBOLFOTO: DPA
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Mangelware Wohnraum: Der Wetteraukreis will dem mit einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft abhelfen. SYMBOLFOTO: DPA

Mehr Wohnungen schaffen

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Wetteraukreis (pm/prw). Im neuen Jahr soll sie endlich kommen: die kreiseigene Wohnungsbaugesellschaft. Der Kreistag hat am Mittwoch bei seiner Sitzung im Bürgerhaus in Nidda einen weiteren Schritt zu ihrer Gründung getan und die Beschlussvorlage des Kreisausschusses zur weiteren Diskussion in den zuständigen Ausschuss verwiesen. Ziel der Gesselschaft ist es, neue Sozial- und bezahlbare freie Mietwohnungen zu schaffen. Der Kreis ist zunächst einziger Gesellschafter der geplanten Wohnungsbau- und -fördergesellschaft im Wetteraukreis mbH. Dafür stellt er insgesamt 2,1 Millionen Euro zur Verfügung, 51 000 Euro als Stammeinlage sowie 2 049 000 Euro als Kapitalrücklage.

Der wohnungsbaupolitische Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, Gerhard Weber, zeigte sich in einer Pressemitteilung darüber sehr erfreut: Für die SPD sei dies ein ganz wichtiges Thema, für das man sich immer starkgemacht habe. »Wir wollen, dass auch Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen im Wetteraukreis sich eine Wohnung leisten und leben können.« Das sei aufgrund der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt im Ballungsraumgebiet nicht überall mehr möglich. Mit der Gesellschaft sollen vier Dinge umgesetzt werden: Die Schaffung von mehr Sozialwohnungen und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, die Förderung besonderer Wohnformen wie zum Beispiel für Azubis und die Beratung für Kommunen und Privatleute z. B. für barrierefreien Umbau.

Haushalt beschlossen

Weber unterstrich, dass es für viele Städte und Gemeinden aus finanziellen Gründen gerade auch im ländlichen Raum nicht möglich sei, dies alleine zu stemmen. »Dazu braucht es einen Zusammenschluss des Landeskreises mit den Kommunen, um die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum im gesamten Kreisgebiet voranzutreiben«, so Weber.

Darüber hinaus hat der Kreistag den Haushalt 2021 mit der Mehrheit der Koalition beschlossen. Investitionen von mehr als 60 Millionen Euro, Schuldenabbau und eine weitere Entlastung der Kommunen, das sind die wesentlichen Eckpunkte des Etats, heißt es in einer Mitteilung des Kreises dazu. »Wir wirtschaften trotz Corona auf solider Basis«, sagt Kreiskämmerer Matthias Walther. Das alles überschattende Thema dieses Jahres sei die Corona-Pandemie, die auch den Kreishaushalt massiv beeinflusse. Rund zehn Millionen Euro betragen die Ausgaben rund um Corona, insbesondere für die Einrichtung und den Betrieb des Testzentrums in Reichelsheim oder die Vorbereitungen für das Impfzentrum in Büdingen.

Zu den Auswirkungen der Pandemie gehörten auch die negativen Einflüsse auf die Wirtschaft. »Auch deshalb bin ich froh, dass wir das anspruchsvolle Investitionsprogramm weiter verfolgen können. So stehen im kommenden Jahr rund 64,3 Millionen Euro für Investitionen zur Verfügung.« Insbesondere würden die Investitionen im Bereich Bildung und Schulen deutlich zunehmen. »In den kommenden vier Jahren planen wir insgesamt Investitionen im Schulbereich von fast 170 Millionen Euro, nicht nur für den Schulbau, sondern auch für die Digitalisierung unserer Schulen«, erläuterte Walther.

Erhöhungen im Sozialbereich

Investitionen im Verkehrsbereich in Höhe von 28 Millionen Euro sind im Jahr 2021 bis 2024 geplant. Es sind vor allem Investitionen im Straßen- und Radwegebau, für den Ausbau der S6, von Frankfurt nach Friedberg, und die Reaktivierung der Horlofftalbahn, zwischen Wölfersheim und Hungen, vorgesehen. Schließlich werden laut Kreis in den kommenden Jahren 15 Millionen Euro in die Kliniken des Gesundheitszentrums Wetterau fließen.

Geplant sind auch deutliche Erhöhungen im Sozialbereich von 204,7 Millionen Euro im vergangenen Jahr. auf rund 233,4 Millionen Euro im Jahr 2021. Erhöht wurde auch das Sozialbudget, mit dessen Hilfe der Erhalt und der zielgerichtete Ausbau sozialer Hilfen erreicht werden soll.

Die Kreisumlage wird im kommenden Jahr abermals gesenkt auf 29,6 Prozent, die Schulumlage sinkt auf 13,75 Prozent. Das sind die niedrigsten Werte seit Einführung der doppischen Buchführung im Jahr 2007, betonte Walther.

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