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Fauerbach, wie es Autofahrer fast täglich erleben. In der Ortsdurchfahrt reiht sich Auto an Auto, ein paar Hundert Meter weiter sorgt der Abzweig vor dem Zuckerfabrikgelände für Stockungen. Werden dort Wohnungen gebaut, steigt auch die Zahl der Pkw. Man kann nur schauen und staunen. Oder? ARCHIVFOTO: WAGNER

Verkehrsprobleme in Fauerbach

Mehr Wohnungen, mehr Verkehr: Bürgermeister kündigt Untersuchung an

  • Jürgen Wagner
    vonJürgen Wagner
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In den Osterferien wird es in Fauerbach ruhig. Die Ortsdurchfahrt wird wegen Straßenbauarbeiten gesperrt. Aber was, wenn die aktuellen Wohnprojekte bezugsfertig sind? Wohin mit den Autos?

Das hinter dem Friedberger Bahndamm gelegene Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik beschäftigte die Stadtverordneten bei ihrer letzten Sitzung der Wahlperiode am vergangenen Donnerstag gleich zweimal. Der B-Plan »Zuckerfabrik« wurde mit den Stimmen von CDU, SPD, UWG und FDP bei Gegenstimmen von Grünen und Linken beschlossen; das gleiche Abstimmungsverhältnis gab es beim Antrag der Grünen, die vor Baubeginn eine Verkehrsuntersuchung und ein »autoarmes Quartier« forderten. Was abgelehnt wurde.

Das Problem ist der Knotenpunkt Fritz-Reuter-Straße und Fauerbacher Straße, direkt vor der Metzgerei Herold. Im Berufsverkehr kommt es hier oft zum Rückstau. 250 Wohnungen sollen aktuell auf dem letzten freien Areal des Zuckerfabrik-Geländes entstehen. Das bedeute auch »mindestens genauso viele weitere Pkw für dieses Quartier«, sagte Dr. Nicholas Hollmann (Grüne). Bevor es zum Verkehrschaos komme, müssten Lösungen her. Der Wetteraukreis und Hessenmobil hätten in ihren Einwendungen darauf hingewiesen, die Stadt interessiere das aber offenbar nicht.

Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) erinnerte daran, dass der vorliegende Bebauungsplan eine wesentliche Änderung gegenüber dem alten enthalte: »Wir haben eine Reduzierung von 650 auf 405 Wohneinheiten festgeschrieben«. Das seien 22 Prozent weniger als ursprünglich vorgesehen. Durch den Bau eines Verkehrskreisels am Knotenpunkt werde sich eine bessere Verkehrsführung ergeben.

Der Bürgermeister riet davon ab, den B-Plan abzulehnen. »Dann verlieren wir ein Jahr und der Investor könnte nach den Vorgaben des alten B-Plans bauen.«

Als Antwort auf die Kritik der Grünen kündigte Antkowiak an, das für Fauerbach schon lange vorgesehene Verkehrsgutachten vorzuziehen. Sollte auf den Schlammteichen ein Baugebiet entwickelt werden, müsse vorher der Verkehr untersucht werden, hieß es stets aus dem Rathaus.

Aber in der Ortsmitte entstehen auf dem ehemaligen Autohausgelände bereits die nächsten Wohnungen. »Der Magistrat wird die Verkehrsuntersuchung in Auftrag geben«, sagte Antkowiak.

Verkehrskonzept soll kommen

Die Bebauung jetzt aufzuhalten, sei auch nicht im Sinne der FDP, sagte Achim Güssgen-Ackva; auch die Liberalen hatten auf die Verkehrsproblematik mit nur einer Ausfahrt aus dem Baugebiet hingewiesen.

Rosa Maria Bey (CDU) zeigte »kein Verständnis, dass wir zu einem umweltfeindlicheren B-Plan zurückkehren«. Ebenso wollte Dr. Klaus-Dieter Rack (SPD) die Bebauung nicht aufhalten, forderte aber, die Erstellung des Verkehrskonzeptes vorzuziehen. »Das brauchen wir jetzt, nicht erst, wenn die Schlammteiche bebaut werden.« Was Bürgermeister Antkowiak zusagte: »Bevor neue Baugebiete entwickelt werden, wird der Verkehr untersucht.«

In der Diskussion um den B-Plan schlug Güssgen-Ackva vor, die Baustellenzufahrt neben den Gebäuden zu erhalten und später als reine Ausfahrt zu nutzen. Dies werde vom Bauamt geprüft, sagte der Bürgermeister.

Straßensperrung an Ostern

Die Bundesstraße B 275 in der Ortsdurchfahrt von Friedberg-Fauerbach wird in Höhe der Hausnummer 21 vom 6. bis 16. April für den Kraftfahrzeugverkehr voll gesperrt. Grund ist die Verlegung einer Versorgungsleitung. Wie Bürgermeister Antkowiak bekannt gibt, verläuft die Umleitung über Görbelheimer Hohl, Freseniusstraße, Pfingstweide und Frankfurter Straße.

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