Roman Lack (l.) und Joachim Kunze haben sich an einem Blühstreifen getroffen, an dem eine Futtereinrichtung für Rebhühner aufgestellt ist. FOTO: PV
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Roman Lack (l.) und Joachim Kunze haben sich an einem Blühstreifen getroffen, an dem eine Futtereinrichtung für Rebhühner aufgestellt ist. FOTO: PV

Für mehr Blühstreifen

  • vonred Redaktion
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Friedberg(pm). Der Friedberger Joachim Kunze ist einer der gefragtesten Trompeter in Funk, Rock und Big Bands und europaweit bekannt. Inzwischen konzentriert er sich hauptsächlich auf seine eigenen Projekte, die Band "Firehorns" oder das Blechbläserquintett "Brass Mission". Er studierte Instrumentalpädagogik in Mainz und ist Musiklehrer an der Adolf-Reichwein-Schule Friedberg sowie Lehrer für Trompete an der Musikschule Bad Nauheim.

Doch Kunze hat noch eine weitere große Leidenschaft: die Jagd. Zusammen mit dem Rosbacher Roman Lack, der seit 2017 das 533 Hektar große Niederwildrevier von Friedberg gepachtet hat, sorgt er sich um dessen Wildbestand. Zu einem Niederwildrevier zählt, vereinfacht gesagt, alles außer Wildschwein und Hirsch. Neben Rebhühnern, Fasanen und Hasen sind dort auch Füchse, Marder, Wiesel, Dachse, Waschbären, Krähen und Elstern zu Hause.

Bei der Revierfläche handelt es sich um intensiv ackerbaulich genutzte Flächen, in die nur wenige Gebüsche und Hecken sowie einige Grünlandflächen eingestreut sind. Bei der Übernahme des Revieres fielen Lack und Kunze die relativ geringe Artenvielfalt auf. Vor allem gab es kaum noch Rebhühner und Hasen. Um den Bestand nicht endgültig zu gefährden, ließen Lack und Kunze die wenigen Tiere in Ruhe. Dafür wurde die Be- jagung des Raubwildes, also Waschbär und Fuchs intensiviert.

Für Bejagung

"Ohne Bejagung des Raubwildes geht heute nichts", sagt Kunze. Und das koste viel Zeit. Aber der zeitliche und finanzielle Aufwand habe sich gelohnt. Vor allem der Waschbär war und ist ein großes Problem. Pro Jahr fangen sie 80 bis 100 Waschbären. Zum Glück werde auch in den angrenzenden Niederwildrevieren von Rosbach, Wöllstadt, Bruchenbrücken und Dorheim dem Waschbären intensiv nachgestellt. Nur im Revier Ockstadt genieße er "Narrenfreiheit". Inzwischen habe sich die Population der Rebhühner deutlich verbessert.

Da Naturschutz bei Kunze einen hohen Stellenwert habe, wolle er sich in Zukunft intensiv in der CDU engagieren. "Die Pragmatiker unter den Naturschützern haben die Bedeutung der Raubwildbejagung und der Fallenjagd im Artenschutz erkannt. Niederwildhege und Bodenbrüterschutz ist ohne Fallenjagd, vor allem des Waschbären, nicht möglich."

Durch sein Engagement bei den Christdemokraten wolle er auch für mehr Blühstreifen in der Gemarkung sorgen, weil sie zugleich Rückzugsräume seien und dem Niederwild Deckung geben vor Beutegreifern wie Fuchs oder Waschbär. Zudem seien die Blühstreifen ein Lebensraum vieler Insekten.

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