Tod von Maya: PETA verklagt das Veterinäramt

Friedberg-Ockstadt (ütz). Die Tierrechtsorganisation PETA aus Gerlingen bei Stuttgart verklagt wegen des Todes des Zirkuselefanten Maya das Veterinäramt des Wetteraukreises. Wie der Sprecher der Organisation, Bartek Langer, am Mittwoch mitteilte, wurde bei der Staatsanwaltschaft Gießen Strafanzeige erstattet

Wie die WZ berichtete, war Maya vom Zirkus Universal Renz vor rund zwei Wochen in ihrer Halle auf dem Zirkusgelände in Ockstadt eingeschläfert worden.

PETA wirft dem Veterinäramt vor, "eine erhebliche Mitschuld an Mayas tragischem Tod" zu tragen, so Langer. Denn ein Kontrollbesuch in Ockstadt habe erst nach vier Wochen und massivem Druck durch PETA stattgefunden. Doch selbst da sei der lebensbedrohliche Zustand der Elefantendame heruntergespielt worden. Nur Tage vor ihrem Tod sei Maya von der Behörde ein gutes Allgemeinbefinden attestiert worden; sie sei "putzmunter", "neugierig und verspielt" gewesen. Auch ihre schweren Infektionen am ganzen Körper seien abgestritten worden.

Wie die WZ berichtete, wurde mit Zustimmung von Zirkusdirektor Daniel Renz und auf dessen Kosten nach dem Tod von Maya eine Sektion vorgenommen und eine pathologische Untersuchung am Hessischen Landeslabor in Gießen veranlasst, um die Todesursache zu klären. Dieses Ergebnis liegt inzwischen vor, und es widerlege, so PETA, die Aussagen der Veterinärbehörde. PETA fordert daher die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich und den Wetteraukreis dazu auf, "das skandalöse Verhalten des Veterinäramtes aufzuklären und dem rücksichtslosen Zirkusdirektor Daniel Renz die Erlaubnis zur Vorführung von Tieren zu entziehen".

Der Leiter des Veterinäramts, Dr. Rudolf Müller, sagte dazu, man sehe der Anzeige "gelassen entgegen". Für den Elefanten sei "alles gemacht worden, was zu tun war". Müller widerspricht auch der Darstellung von PETA, dass die Hautentzündungen ursächlich für den Tod von Maya waren. Die Obduktion habe ergeben, dass – wie Veränderungen im Magen-Trakt gezeigt hätten – die Elefantenkuh an einer Herpes-Infektion gestorben sei. Weder die Nagelbettentzündung am linken Fuß noch die Wundstellen auf der Haut, die allesamt seit Wochen behandelt worden seien, seien dafür ausschlaggebend gewesen: "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

" Die Herpes-Infektion, so habe der Pathologe festgestellt, sei höchstens eine Woche alt gewesen. Allerdings, so Müller, sei der Immun-Status von Maya durch die vorherigen Erkrankungen nicht mehr optimal gewesen.

PETA wirft dem Zirkus Renz ferner eine Reihe von Verfehlungen vor, unter anderem, dass er in den vergangenen Monaten mit mehreren kranken Tigern aufgetreten sei. Erst nachdem PETA sich ans Veterinäramt Kreis Lippe gewandt habe, sei die Tigernummer in der vergangenen Woche eingestellt worden. Renz-Pressesprecher Holger Fischer, der von einem "schäbigen Vorgehen" von PETA spricht, sagte dazu, die Tiger seien nicht krank gewesen. Vielmehr sei die gesamte Tigergruppe schon ziemlich alt, und man habe schon länger darüber nachgedacht, sie aufzulösen. Dies sei dann in Absprache mit einem Tierarzt und dem Veterinäramt Lippe auf eigenes Betreiben geschehen.

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