Die Webseite "Marktplatz Wetterau" bietet für Wetterauer Unternehmen eine Plattform im Internet für ihre Produkte. Kunden können so online und regional einkaufen.
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Die Webseite »Marktplatz Wetterau« bietet für Wetterauer Unternehmen eine Plattform im Internet für ihre Produkte. Kunden können so online und regional einkaufen.

Online und regional

Marktplatz Wetterau: Schüler starten regionale Webseite

  • vonMarion Müller
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Online einkaufen und regionale Unternehmen unterstützen? Schüler der Beruflichen Schule am Gradierwerk haben dafür eine Lösung gefunden: den »Marktplatz Wetterau«.

Ein neues T-Shirt, ein neues Handy oder doch lieber eine neue Couch: Mit nur wenigen Mausklicks lässt sich fast alles im Internet bestellen. Das Thema ist aktueller denn je. Gerade in Corona-Zeiten erfährt der Onlinehandel einen noch größeren Zulauf.

Vielen ist es dennoch wichtig, die regionalen Unternehmen zu unterstützen. Schüler der elften Klasse der Beruflichen Schule am Gradierwerk (BSG) in Bad Nauheim haben daher zusammen mit ihrem IT-Fachlehrer Björn Born und René Angel, Inhaber der Werbeagentur creaRtiva, die Webseite »Marktplatz Wetterau« ins Leben gerufen.

Hier können primär Händler aus der Wetterau ihre Waren gesammelt auf einer Webseite präsentieren - wie auf einem Marktplatz, nur im Internet. Gekauft werden kann alles, von Kleidung über Technik bis hin zu Lebensmitteln. »Es geht um regionale Solidarität«, sagt Angel. Das sei auch das Ziel der Schüler des BSG gewesen. »Es war uns wichtig, etwas für regionale Unternehmen zu tun«, sagt Schüler Laurenz Neuber. Die Corona-Krise habe diesen Wunsch verstärkt.

Marktplatz Wetterau: Praxis statt Theorie

Ihr Lehrer Björn Born setzt in seinem Unterricht auf Praxis. »Ich bin kein Freund von Theorie«, sagt er. Die sei schwierig zu lernen. Daher lässt er seine Schüler zu Beginn der elften Klasse Ideen für ein Projekt entwickeln. Zum Start des Schuljahres 19/20 kam dann die Idee für die Webseite. »Die Schüler wollten das beste aus Amazon und Ebay auf einer Seite vereinen«, erklärt Born. Seit 1. Juni ist die Webseite nun online.

Ob »Marktplatz Wetterau« eine Konkurrenz zu Amazon und Co. ist? »Unsere Webseite muss sich nicht hinter den Großen verstecken«, sagt Angel. Es blieben keine Wünsche offen, weder für Händler noch für Kunden.

Neuber sei motiviert gewesen, die Webseite aufzubauen: »Es ist was Neues, was man so noch nicht gemacht hat.« Besonders freue ihn die große positive Resonanz. Ihr Ziel, dass sich viele Händler melden und den Online-Marktplatz nutzen wollen, haben sie offenbar mehr als erreicht. Innerhalb einer Woche seien über eine Millionen Produkte hinzugekommen, sagt Born.

Marktplatz Wetterau: »Zulauf völlig unterschätzt«

»Ich habe den Zulauf nie erwartet und völlig unterschätzt«, betont der IT-Fachlehrer. »Vor sechs Wochen habe ich gesagt, wenn wir bis Januar 2021 zehn Händler und 100 Produkte zusammen haben, ist das gut.« Ihn freue das besonders für die Schüler.

Der »Marktplatz Wetterau« finanziert sich mit dem Verkauf von Werbeflächen, den klassischen Anzeigen. Wenn der Zulauf weiterhin so groß bliebe, benötige man größere Server und mehr Lizenzen, erklärt Angel. »Dann wird es kostenintensiv.« Allerdings sei man wesentlich günstiger als vergleichbaren Portale.

Die Schüler arbeiten an der Webseite unter anderem zusammen mit Angel. Er bietet ihnen dafür Praktikawochen in seiner Firma, die angesichts der Corona-Krise zur Zeit allerdings schwierig umzusetzen seien. Neuber mache es Spaß, zu sehen, wie die Seite wächst: »Ich habe viel dazugelernt.« Er begrüße auch die Praxisorientierung seines Lehrers. Born stammt aus dem IT-Bereich und hat seine eigene Firma. »Er kennt sich sehr gut aus, und ich habe viel gelernt«, sagt der Elftklässler.

Marktplatz Wetterau: Betreiber müssen noch einiges programmieren

Gerade von den Händlern sei der »Marktplatz Wetterau« sehr gut angenommen worden. Aufgrund des unerwarteten Ansturms hängen die Betreiber noch mit der Webseite hinterher. Es müsse zum Beispiel noch einiges programmiert werden. Zudem müssten noch neue Unterkategorien geschaffen werden, um die über eine Millionen Produkte auf die Webseite zu laden. Nun hoffen alle, dass auch die Kunden den »Marktplatz Wetterau« annehmen.

Die Webseite soll laut Angel auch in Zukunft »etwas solidarisch Regionales bleiben«. Das seien sie den Schülern schuldig. Diese arbeiten noch bis zum Ende der zwölften Klasse an dem Projekt. Die neue elfte Klasse könne in das Projekt mit einsteigen. »Ich würde mir wünschen, dass sie das Projekt unterstützen und weiterführen«, sagt Born. Eine Ergänzung könne die Entwicklung einer App für den »Marktplatz Wetterau« sein. Das sei laut den Initiatoren für die Zukunft geplant.

Marktplatz Wetterau: Bezahlung und Lieferung

Die Bezahlung und Lieferung beim »Marktplatz Wetterau« funktioniert laut René Angel ähnlich wie bei anderen Webseiten auch. Die Händler können selbst liefern oder ihre Produkte mit einem Versanddienstleister zustellen. Die Kosten hierfür werden extra aufgeführt. Die Bezahlung erfolgt mit den klassischen Methoden wie Rechnung, Kreditkarte oder PayPal. Dafür haben die Initiatoren Lizenzen erworben.

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