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»Das Malen kam einfach zu mir«

  • vonHarald Schuchardt
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Friedberg (har). Marcel Pfeffer ist Gärtner. Einen Beruf, den der gebürtige Unterfranke seit einigen Jahren bei der Bingenheimer Saatgut AG nachgeht und den er von der Pike auf gelernt hat. Nicht gelernt hat er dagegen die Malerei, die den 33-Jährigen schon als Kind fasziniert und bis heute nicht losgelassen hat.

»Das Malen kam einfach so zu mir«, erzählt der Vater der fast ein Jahr alten Mona am Samstagvormittag im Café Kaktus, wo er aktuell zehn seiner in den letzten drei Jahren entstandenen Ölgemälde präsentiert.

Die Ausstellung ermöglicht hat die Friedberger Künstlerin Su Kyoung Yu, die auf der Kaiserstraße 103 eine Malschule betreibt und als Kuratorin für die Ausstellungen im Café Kaktus verantwortlich zeichnet. Kennen gelernt haben sich die beiden Künstler bei der Ausstellung zum Mauerfall im Kreishaus im letzten Jahr, wo sie zusammen mit zwei ostdeutschen Künstlern ihre Werke ausstellten.

Gefühlvolle Musik

»Mein Ziel ist es, ein höheres künstlerisches Niveau in den Kaktus zu bringen«, erklärt Yu während der Vernissage, zu der zahlreiche Freunde der beiden Künstler gekommen waren. Es wurde eine etwas andere Ausstellungseröffnung als gewohnt. Zum einen führte Pfeffer, an einer Seite eines Tisches sitzend, selbst in die Ausstellung ein, während Mona meist auf seinem Schoß saß. Ihm gegenüber saß sein Freund Tom Mühlbauer, der mit drei ruhigen, gefühlvollen, besinnlichen Eigenkompositionen für einen besonderen musikalischen Rahmen der Vernissage sorgte.

Ölfarben sind das Metier von Pfeffer, das ihn nicht mehr los- ließ, seitdem er im Alter von 14 Jahren ein Ölfarbenset geschenkt bekam. »Ich gehe intuitiv ohne Korsett oder Konzept vor und schaue, was mir vom Bild entgegenkommt und anspricht«, so der Künstler, der oft - natürlich mit längeren Pausen - bis zu einem Jahr benötigt, bis er sagen kann: »Das Bild ist jetzt so, wie ich es wollte.«

Bis dahin hat er immer wieder Farben geschichtet und übermalt, denn »meine Gemälde sind immer im Fluss und im Wandel.« Seine jeweilige Grundstimmung und sein Grundgefühl fließen in die Malerei ein.

Die Gemälde Pfeffers bestehen grundsätzlich aus einer abstrakten Ebene, sind oft aber auch gegenständlich. Die fertigen Bilder sind für den Künstler das Ergebnis ständigen Ringens und eines langen Kampfs.

Erstaunlich an Pfeffers Arbeiten ist die Tatsache, dass er das Malen nie gelernt und noch nicht einmal einen Malkurs belegt hat. Einen Anschub erhielt sein künstlerisches Wirken, als er nach Bingenheim kam, wo er auf Elias Bühring und Simon Kneip traf. Mit den beiden gleichgesinnten Künstlern gründete er den »off-space«-Projektraum Sechs Eins.

Das Trio baute eine große Scheune um, nutzt diese als Atelier, aber auch für Ausstellungen und andere Veranstaltungen. Abschließend dankte Pfeffer Yu und Julia Beck vom Café Kaktus mit sehr persönlichen Worten für die Möglichkeit, hier seine Bilder zu zeigen.

Die Ausstellung endet am 30. April und kann während der Öffnungszeiten des Café Kaktus in der Hospitalgasse 16 besichtigt werden.

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