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Er macht es vor: Mit seinem »Tieschertest« (Tigertest) lässt Martin »Maddin« Schneider die Besucher im Rathauspark laut brüllen.

Kultstatus

Maddin Schneider bekommt im Rathauspark beim »Denke Koppweh«

  • VonHarald Schuchardt
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Für viele seiner Fans ist Martin »Maddin« Schneider der Hesse schlechthin. Seit gut 30 Jahren steht der Comedian auf der Bühne.

Am Samstagabend war er zu Gast bei der Veranstaltungsreihe »Sommer im Rathauspark«.

Mit der Kreisstadt verbindet Schneider, der in Burgholzhausen aufgewachsen ist, einiges. Am Burggymnasium machte er sein Abitur, im Café Kaktus hatte er einen seiner ersten Auftritte überhaupt.

Kultstatus hat »de Maddin«, wie ihn seine Fans liebevoll nennen, durch die extrem langsame Aussprache eines einzigen Wortes erlangt: »Aschebescher«. Langsam, mit großen Gesten und der Betonung auf das »Sch« - das beherrscht der inzwischen 57-Jährige noch immer.

»Shitt-Stoarm« im Gehirn

Doch eines überrascht: Schneider ist etwas schneller geworden. Das macht irgendwie noch mehr Spaß und so ist sein neues Programm »Denke macht Koppweh« eine vergnügliche Reise durch das Gehirn Schneiders, der sich sichtlich freute, nach vielen Monaten »Sprechquarantäne« im »romantischen« Rathauspark zu sein.

Es fällt auf, dass es unglaublich viele Wörter mit dem lang gezogenen betonten »Sch« gibt oder sie Schneider einfach dazu macht. Mit einem »Tieschertest« (Tigertest) lässt er die Besucher laut brüllen, um sie dann auf das Thema einzustimmen, was ihn während des Lockdowns beschäftigt hat: sein Denken.

»Mer denkt ja manchmal viel zu viel dummes Zeug«, meint er und nennt Beispiele, die nahezu jeder kennt. So beschäftigen ihn immer wieder Fragen, wie »Ist der Herd aus?« oder »Hab ich das Fenster zum Wintergarten geschlossen?«.

Um das zu überprüfen, bricht er schon mal einen Urlaub ab, um dann festzustellen: »Ich hab ja gar keinen Herd.« Und die Angst, dass ein Vogel durch das offene Fenster fliegt, sich auf den Hebel des Toasters setzt und so einen Brand auslöst, formuliert er so, wie man es von ihm erwartet: »Es Vögelsche setzt sich uffs Hebelsche vom Toastersche.« Das Publikum ist begeistert, auch bei seiner Feststellung: »Ich hab einen an der Waffel«.

Solche Gedanken in seinem Kopf sind für ihn der »Wörscht Käs, seine hessische Übersetzung für den »Worst Case« - also den schlimmsten Fall. »Das Denke bestimmt das ganze Denke«, meinte Schneider und nennt Beispiele, wie den »Gelbe-Sack-Albtraum«, der dazu führt, dass er morgens um fünf den gelben Sack zur Abholung rausstellt, um dann festzustellen, dass Sonntag ist.

Diesen »Schitt-Stoarm« im Gehirn bekämpft Maddin mit mongolischen Trinkliedern und seinem neuen Lieblingshobby »Backen«, das für ihn wie Sex ist. Seine Feststellung »Den besten sinnlichsten Sex hab ich mit Hefeteig«, sorgt einmal mehr für viele Lacher und Beifall. Welch wirre Gedanken immer wieder durch Martins Hirn jagen, wird klar, als er sich in seine Katze versetzt. Diese grübelt darüber, wie sie in Zeiten des Klimawandels ihre 7,5 Mäuse pro Tag findet. Das ist dann für Schneider eine »Scheiß-druff-Programmierung« seines Gehirns. Dazu passt einer der Sprüche seiner Oma, die er gerne einstreut: »Guude Morsche, liebe Sorsche, leck misch am Arsch bis morsche.« Da findet sich so mancher wieder, wie auch bei Maddins Forderung, jemanden der Mist redet, einen »Schpäm-(Spam-)Filter« aufs Maul zu setzen.

»Die meisten Gedanken im Kopf sind Schpäm«, verkündet er. Dazu zählen auch sein »philosophischen« Betrachtungen zum Thema »Sex im Alter« und seinen vielen Beziehungen, die er durchgemacht hat.

Da mutiert sein »Zuggerschneggelsche« nachts zum »Schnarschmonster.« Mit einer letzten Feststellung seiner Oma beendet Schneider die mehr als vergnügliche Reise durch sein Gehirn: »Brennt de Arsch, beruhigt sich de Kopp«.

Und nicht gerade zur Beruhigung der Zuschauerinnen und Zuschauer trug die Zugabe bei, in der er mit seinem Kumpel nach dem Genuss von Zwiebelkuchen »Blasen im Whirlpool« erzeugt.

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