»Luftfilter für alle Klassenräume«

  • Sabrina Dämon
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Wetteraukreis (pm/sda). »Die Schäden schulischer, sozialer und psychischer Art, die die Jugend nach 18 Monaten Pandemie davongetragen hat, sind riesig.« Mit diesen Worten leiten die hessischen Stadt- und Kreiselternbeiräte einen offenen Brief ein, den sie kürzlich an Ministerpräsident Volker Bouffier und Kultusminister Alexander Lorz geschickt haben.

Zu den zwölf Unterzeichnern gehört auch der Wetterauer Kreiselternbeirat. Die Forderung: »Mobile Luftfiltergeräte für alle Klassenräume jetzt!« Denn es dürfe auf keinen Fall erneute Schulschließungen geben.

Die Elternbeiräte schreiben: Da die Stiko keine uneingeschränkte Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren ausgesprochen habe und für Kinder unter zwölf Jahren ein zugelassener Impfstoff gänzlich fehle, falle das Impfen als Schutz für die Mehrheit aus. »Gleichzeitig sind ansteckendere Coronavirus-Mutationen bereits auf dem Vormarsch.« Da stelle sich die Frage, heißt es weiter, »wie intensiv sich die Bundes- und Landesregierungen auf den Herbst vorbereiten und wie ernsthaft die Politik eigentlich um den Schutz der Kinder und Jugendlichen bemüht ist.«

Forderung: Land soll koordinieren

Die Elternbeiräte schreiben, sie verstünden nicht, dass es wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirksamkeit mobiler Filtergeräte gebe und andere europäische Staaten und andere Bundesländer in diese investierten, Hessen aber abwarte. »Dabei halten wir es für nicht zielführend, dass ganz unterschiedliche Konzepte - stationäre Lüftungsanlagen und mobile Luftfiltergeräte - parallel diskutiert und Verantwortlichkeiten zwischen Bund, Land, Kommunen hin- und hergeschoben werden.«

Die Eltern fordern: »Mobile Luftfiltergeräte sind überall sofort einsetzbar. Selbstverständlich müssen leistungsstarke, wartungs- und geräuscharme Geräte eingesetzt werden, die in hohem Maße die für Corona-Ansteckungen verantwortlichen Aerosole aus der (Klassen-)Raumluft filtern. Dass diese Geräte von Fachleuten ausgesucht und aufgestellt werden, ist für uns Elternvertreter*Innen eine selbstverständliche Anforderung.«

Da die Zeit bis Herbst knapp sei, fordern die Elternbeiräte von der Landesregierung »einen zentral koordinierten Prozess zur Entlastung und Unterstützung der kommunalen Schulträger«. Die vier Hauptforderungen sind: »Die Anschaffung von Luftfiltergeräten für alle Klassenräume in Hessen, besonders für die Jahrgänge 1 bis 6, für die es auch längerfristig noch kein Impfangebot geben wird.« Die zweite Forderung lautet: »Schnelle Bereitstellung ausreichend hoher Fördermittel.« Als dritte Forderung formulieren die Elternbeiräte: »Vereinfachter (zentraler) und schneller Beschaffungs- und Lieferprozess.« Nummer vier lautet: »Einheitliche Vorabklärung technischer, Wartungs- und versicherungstechnischer Details«.

Auch die Wetterauer FDP hat sich in einer Pressemitteilung geäußert und darin von einem Gespräch berichtet zwischen Thomas Seeling, dem Vorsitzenden des Kreiselternbeirats, der zu Gast bei den Liberalen gewesen ist. Er tauschte sich mit FDP-Bundestagsabgeordneten Peter Heidt, Landtagsvizepräsident und Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag, Jörg-Uwe Hahn, und der bildungspolitischen Sprecherin der Fraktion, Julia Raab, aus - vor allem über Luftfilter, »die nach Meinung aller Gesprächsteilnehmer dringend an allen 100 Schulen im Kreis installiert werden sollten«. Die FDP-Politiker sagen: »Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass der Einsatz von Luftfiltern in Innenräumen die Ansteckungsgefahr deutlich reduziert, Luftfilter sind also wirkungsvoll im Kampf gegen Viren und die Pandemie und sollten unserer Meinung nach auch hier im Wetteraukreis ergänzend eingesetzt werden.«

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