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Laut Teilregionalplan Südhessen dürfen auf dem Winterstein bei Friedberg Windräder gebaut werden. Die Friedberger Grünen sehen Platz für 10 bis 15 solcher Anlagen. UWG und FDP sind gegen Windkraft in diesem Gebiet, die Linke dafür. FOTO: NICI MERZ

Linke für Winterstein-Windkraft

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Friedberg(pm). Nach der Genehmigung des Teilregionalplans Südhessen ist klar, dass am Winterstein Windkraftanlagen gebaut werden dürfen. "Die Gegner wetteifern bereits um die absurdesten Gegenargumente", kritisieren nun die Friedberger Linken. Im nun genehmigten Teilregionalplan Südhessen sind Vorrangflächen für Windkraft am Winterstein eingeplant (die WZ berichtete). "Es bestehen damit keine grundsätzlichen Hürden mehr. Es können Windräder an diesem attraktiven Standort gebaut werden", schreibt die Linke. Sie begrüße die Idee, "so einen Beitrag zur Bekämpfung der Klimakatastrophe zu leisten. Damit dies passiert, müssen die umliegenden Kommunen sofort ihre aussichtslose Verhinderungsplanung beenden."

Kritik an Haltung von FDP und UWG

Schon bei den Windkraftanlagen in Bruchenbrücken habe die Stadt feststellen müssen, dass eine Verhinderungsplanung rechtswidrig sei. Im schlechtesten Falle kämen dadurch auf die Stadt Schadenersatzforderungen zu. Es sei bedauerlich, dass die Verwaltung nicht aus dieser Erfahrung gelernt habe.

Die Linke Friedberg will eigenen Angaben zufolge einen anderen Weg gehen: "Wir möchten, dass die Stadt von der Wertschöpfung bei der Stromerzeugung am Winterstein profitiert. Wir streben deshalb unbedingt eine kommunale Beteiligung beim Betrieb der Anlagen am Winterstein an, z.B. durch die Stadtwerke." Das dadurch eingenommene Geld solle dann für Maßnahmen wie die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) oder einen Sozialtarif Gas verwendet werden. Dies sei wesentlich sinnvoller, als privaten Investoren Schadenersatz zu zahlen und die Profite zu überlassen.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: "Derweil melden sich bereits die Gegner der nachhaltigen Energieerzeugung zu Wort. Mit Blick auf die Kommunalwahl wurde dabei anscheinend ein Wettbewerb um die absurdesten Gegenargumente eingeleitet. Die FDP schwadroniert bereits von einem Ende des Ockstädter Schwimmbads und des Rosbacher Brunnens. Die UWG sieht Flammeninfernos aufziehen." Die Gefahr großflächiger Waldbrände werde in den nächsten Jahren in Mitteleuropa steigen, schreibt die Friedberger Linke.

Linke: Solarenergie keine Alternative

Ursache dafür sei die Klimakatastrophe, die zu wärmeren und trockeneren Sommern führe. "Die verheerenden Brände in Australien haben gezeigt, das dann Infernos ganz ohne Windräder entstehen."

Zum Schutz des Waldes sei es also dringend nötig, die Klimakatastrophe einzudämmen. "Und dazu brauchen wir auch Windräder. Wir wissen sehr wohl, dass dies einen erheblichen Eingriff in den Forstwald am Winterstein bedeutet. Und das ist ohne Frage schlecht. Aber die weitere Beschleunigung der Erderwärmung ist wesentlich schlechter für den Wald. Dies wurde bereits bei den Schäden im warmen Sommer 2018 deutlich. Und diese Schäden waren nur ein Vorgeschmack auf das, was in den nächsten Jahrzehnten zu erwarten ist."

Der Ausbau der Solarenergie stelle auch keine Alternative dar. Mit zehn modernen Windkraftanlagen lasse sich bis zu 50 Megawatt Nennleistung erreichen. Um eine ähnliche Nennleistung mit Solarenergie zu erreichen, bräuchte man nach Angaben der Friedberger Linke eine Fläche von 1,8 Millionen Quadratmetern. "Das ist ungefähr so groß wie die Gemarkung Ockstadt. Wir sind sehr gespannt, ob die FDP zur Umnutzung dieser Menge an Ackerland bereit ist."

Es sei wahrscheinlich, dass so oder so Windräder am Winterstein gebaut würden, fährt die Linke in ihrer Pressemitteilung fort. Die Frage sei nur, "ob die Menschen in Friedberg etwas davon haben. Wir fordern den Friedberger Bürgermeister deshalb dazu auf, unverzüglich ein Konzept zu entwickeln, das die Beteiligung der Stadt Friedberg an der Wertschöpfung am Winterstein sicherstellt."

Dies könne gerne in Zusammenarbeit mit den Amtskollegen der Anrainergemeinden erfolgen. "Wir sagen: Es darf nicht sein, dass wir diese Chance verpassen."

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