Linke kritisiert Fehlen von Sozialwohnungen

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Friedberg(pm). Die Friedberger Linke kritisiert, dass Obdachlose oder Menschen, die sonst in unwürdigen Wohnungen hausen müssten, von der Rückseite des ehemaligen Kaufhauses Joh vertrieben worden seien - "auf Drängen der Stadt", wie Linke-Fraktionsvorsitzender Sven Weiberg in einer Pressemitteilung schreibt.

"Wir halten dieses Vorgehen für armselig und menschenverachtend. Die Situation in der Färbergasse entstand vor allem durch politisches Versagen. Zum einen das Versagen, ausreichend bezahlbare Wohnungen zu schaffen", heißt es vonseiten der Linke. Die Schaffung von Sozialwohnungen sei abgelehnt, Initiativen zur Verbesserung der Wohnsituation von allen Fraktionen außer Grünen und Linke bekämpft worden. Es habe Jahre des politischen Kampfes gebraucht, nur um ein paar geförderte Wohnungen im Neubaugebiet durchzusetzen. Die Anzahl reiche bei Weitem nicht, um den Bedarf zu decken. Eine andere Ursache der Situation sei "das Versagen beim Leerstand des ehemaligen Kaufhaus Joh. Im dummen Glauben, der Markt werde es schon richten, wurde hier bewusst auf politische Gestaltung durch die Stadt verzichtet. Es wurde kein Vorkaufsrecht wahrgenommen und es wurden auch keine sonstigen Initiativen zur Nutzung des Gebäudes gestartet." Leerstand am zentralsten Gebäude der Innenstadt sei die Folge.

"Als Folge dieses gewollten politischen Versagens haben sich dann Menschen dort versammelt. Und es kam zu Problemen. Natürlich können Belästigungen durch Lärm und die ortsnahe Verrichtung der Notdurft nicht hingenommen werden. Um das zu lösen, braucht es aber menschenwürdige bezahlbare Wohnungen, ergänzende Sozialarbeit und eine belebte Innenstadt. Und nicht die Vertreibung der Schwächsten", fordert die Linke. "Es ist offensichtlich nicht Ziel der Friedberger Politik, Menschen zu helfen die Hilfe benötigen. Stattdessen sollten die Menschen einfach nur aus dem Blickfeld verschwinden, damit sie und ihre Nöte nicht mehr wahrgenommen werden. Wir fordern, dass die Stadt den Betroffenen Alternativen anbietet. So kann man z. B. prüfen, ob sich des Gelände des Kindergartens Winterstein für eine Bauwagensiedlung eignet. Oder man baut endlich bezahlbare menschenwürdige Wohnungen."

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