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Die Gäste aus Friedberg unternehmen gemeinsam mit Andrea Rahn-Farr einen Rundgang über den Preiserlenhof.

Liberale fordern Schutz des Bodens

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Friedberg/Büdingen (pm). Fragen der Planungssicherheit für die Landwirtschaft, angemessene Preise für Lebensmittel und der immer mehr um sich greifende Landverbrauch waren nur drei der intensiv erörterten Themen während eines Besuchs der Friedberger FDP auf dem Preiserlenhof in Büdingen-Rinderbügen. Gastgeberin Andrea Rahn-Farr, selbst FDP-Kreistagsabgeordnete, Stadtverordnete und Vorsitzende des Regionalbauernverbandes Wetterau-Frankfurt, führte die Gäste über den Hof.

Der Milchbauernhof der Familie ist einer der großen Höfe in Hessen. 400 Kühe geben rund vier Millionen Liter Milch im Jahr, immer wieder schwankende Milchpreise sorgen da auch für Sorgenfalten.

»Wir sehen uns als Familienunternehmen und tragen ebenso wie andere Betriebe ein erhebliches wirtschaftliches Risiko. Dabei haben wir selbstverständlich immer das Wohl der Tiere im Auge, denn es ist unsere Aufgabe als Landwirte, für ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu sorgen und uns um sie zu kümmern«, sagte Rahn-Farr.

Einsatz der Technik

Sechs fest angestellte Mitarbeiter, ein Auszubildender und zwei Aushilfen am Wochenende arbeiten mit den Eheleuten Rahn-Farr eng zusammen. Der Computer ist ebenfalls ein wichtiger »Mitarbeiter«, vor allem bei der Verarbeitung der Daten, die durch die Sensoren an den Tieren, im Stall und an den Melkrobotern geliefert werden. Der Anbau von Gras, Getreide und Mais für das Futter der Tiere erfolgt zum größten Teil auf der eigenen Fläche. »Wichtig wäre den Landwirten mittel- und langfristige Planungssicherheit. Hier versagt die Politik regelmäßig, vor allem die ›großen Koalitionen‹ haben sich hier nicht mit Ruhm bekleckert. Wenn ich im Jahr 2019 einen Stall nach aktuellsten Baurichtlinien gebaut habe, dann kann es nicht sein, dass man für teures Geld schon kurze Zeit später nachrüsten muss. Es geht um erhebliche Investitionen, die erst einmal erwirtschaftet werden müssen«, erläuterte Andrea Rahn-Farr.

Achim Güssgen-Ackva sagte: »Es fehlt an einem ausreichenden Gespür für die Belange der Landwirtschaft, gerade bei Grün und Rot. Das liegt sicher auch daran, dass es kaum noch einen Bezug dazu gibt. In der Stadt kann man das ja gerade noch verstehen. Aber auf dem Land wird die Lage auch schwieriger. Es gibt Dörfer, in denen es keinen Haupterwerbsbauernhof mehr gibt. Landwirtschaft ist harte Arbeit. Wer gute und auch regionale Lebensmittel konsumieren will, der muss auch wissen, dass alles seinen Preis hat.«

Landverbrauch ist in der Wetterau ein Dauerthema. Die Böden sind besonders ertragreich. Gleichzeitig werde mit der knappen Ressource Land nicht sorgsam umgegangen, Baugebiete und Logistikzentren würden besten Boden fressen, schreibt die Friedberger FDP in ihrer Mitteilung. »Den Landwirten wird immer mehr Nutzfläche entzogen«, bemängelte Güssgen-Ackva. Das liege auch an den Kommunen. »Es muss beim Bauen um die Verdichtung im Innern gehen und um die Neu- und Umnutzung bestehender Flächen.« Friedbergs neuer FDP-Vorsitzender Ralf Maurer spricht sich für ein Bodenschutzgesetz aus. »Wir brauchen es, um das wertvolle und endliche Gut Boden bewahren zu können. Wir schützen den Wald, die Luft, die Gewässer, die Bienen, aber nicht ausdrücklich den Boden. Meist wird zulasten des Ackerlandes entschieden.«

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