Steffen Weicker (r.) ist die letzten weißen Flecken im Mobilfunknetz abgefahren. Kreisbeigeordneter Matthias Walther will die Ergebnisse an die Kommunen weitergeben. 	FOTO: PRW
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Steffen Weicker (r.) ist die letzten weißen Flecken im Mobilfunknetz abgefahren. Kreisbeigeordneter Matthias Walther will die Ergebnisse an die Kommunen weitergeben. FOTO: PRW

Letzte Mobilfunklöcher sind erfasst

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Wetteraukreis (prw) Die Corona-Krise machte deutlich, wie wichtig eine gute Mobilfunkversorgung ist. Der Wetteraukreis will die Löcher in der Mobilfunkversorgung dauerhaft stopfen - helfen sollen dabei die gelben Säcke.

Um die tatsächliche Netzabdeckung zu kennen, reiche es nicht, sich auf die bestehenden Informationen, wie etwa Netzkarten der Mobilfunkanbieter oder den Breitbandatlas der Bundesnetzagentur, zu verlassen, sagt Matthias Walther, Dezernent für Kreisentwicklung. Diese basierten häufig auf Simulationsberechnungen und würden keineswegs alle Schwachstellen oder gar Funklöcher erfassen.

Der Wetteraukreis war im vergangenen Jahr einer der ersten Landkreise, die in einem Modellversuch flächendeckend nach weißen Flecken gesucht hat. In Kooperationen wurde ein Modellversuch mit der Firma Weisgerber gestartet, die in 23 der 25 Wetterauer Kommunen die gelben Säcke einsammelt. In den Müllfahrzeugen wurden Messgeräte installiert, die permanent die Signalstärke aller Netzbetreiber erfasst. Die Messdaten werden übermittelt, automatisch ausgewertet und auf einer Netzkarte online sichtbar gemacht. So lässt sich dann mit wenigen Klicks sehen, welcher Netzbetreiber in welchem Mobilfunkstandard, 2G, 3G oder 4G, und an welchen Straßenzügen seine Stärken und Schwächen hat.

Weil der erste Modellversuch nur über vier Wochen stattfinden konnte, wurde im zweiten Halbjahr 2019 eine weitere Erfassung gemacht. Zuletzt sei Steffen Weicker, der Fahrer von Walther, gemeinsam mit einem Kollegen die letzten weißen Flecken in einem Dienstwagen abgefahren. In Bad Vilbel und Bad Nauheim habe er die ruhige Verkehrslage in Zeiten von Corona ausgenutzt. »Allerdings wurde ich auch mitunter kritisch beäugt, wenn ich die verschiedenen Sackgassen hoch- und runtergefahren bin. Wer weiß, was da die Leute geglaubt haben«, berichtet Steffen Weicker.

Nun sind laut Walther alle Daten erfasst, und es werde deutlich, »dass über alle Netze und Anbieter hinweg die Funkabdeckung im Wetteraukreis ziemlich gut ist«. In einigen Standorten mussten allerdings neue Mobilfunkmasten her; etwa im Kreuzungsbereich zwischen der Landesstraße 3188 und 3189 (Florstädter Kreuz) und in kleineren Ortsteilen wie Langenhain-Ziegenberg, Dudenrod, Hausen-Oes, Michelnau, Ober-Lais sowie entlang der Landesstraße 3185 bei Hirzenhain.

Darüber hinaus gebe es bei den einzelnen Netzbetreibern Defizite. Während T-Online flächendeckend relativ gut funktioniere, gebe es bei den Anbietern Vodafon und Telefonica Schwächen, insbesondere im Bereich Nidda, Gedern und Hirzenhain.

Der Kreis will die Informationen über die Netzstärken nun an die Kommunen weitergeben, um dann gemeinsam mit den Netzbetreibern in Verhandlungen über die Verbesserung des Netzes, etwa durch den Bau zusätzlicher Funkmasten, zu treten. Eine weitere Hoffnung bestehe darin, dass Masten gemeinsam genutzt werden. Die Telekom und Vodafon hätten dies bereits angekündigt. Darüber hinaus gebe es Planungen des Landes, mit einem Investitionsprogramm die Kommunen beim Bau solcher Masten zu unterstützen, sagt Walther.

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