Im Wetteraukreis wird außerhalb der Kliniken in der Regel nur bei Verdachtsfällen in Altenheimen oder Asylunterkünften auf das Coronavirus getestet. 	S
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Im Wetteraukreis wird außerhalb der Kliniken in der Regel nur bei Verdachtsfällen in Altenheimen oder Asylunterkünften auf das Coronavirus getestet.

Corona

Leiter: Gesundheitsamt erfüllt Vorgaben bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen

  • David Heßler
    vonDavid Heßler
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Längst nicht alle Gesundheitsämter können die Voraussetzungen erfüllen, auf die sich Bund und Länder bei der Nachverfolgung der Kontaktpersonen von Corona-Infizierten verständigt haben.Im Wetterauer Gesundheitsamt gebe es dafür genug Personal, sagt deren Leiter.

Laut Infektionsschutzgesetz müssen alle Kontaktpersonen der Kategorie 1 - jene, die einen mindestens 15 Minuten dauernden Gesichtskontakt zu einem Infizierten hatten - ermittelt und beim Gesundheitsamt namentlich registriert werden. Sie müssen sich 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben, zweimal täglich Fieber messen und ein »Tagebuch« führen. Auch sollten sie täglich das Gesundheitsamt anrufen - oder von diesem einen Anruf erhalten.

Ein Team von NDR- und WDR-Journalisten hatte dazu 380 Gesundheitsämter in Deutschland abgefragt. Nur knapp die Hälfte antwortete laut dem Bericht. Von diesen gaben 24 Prozent an, die Bund-Länder-Vorgaben zu erfüllen. Zwei Drittel antworteten, sie hätten dafür nicht genug Mitarbeiter. Die Chefs der Staatskanzleien hatten sich darauf verständigt, dass in jedem Landkreis eine »sehr kurzfristige Verstärkung« der Gesundheitsämter erfolgen soll und pro 20 000 Einwohnern ein Team aus fünf Leuten die Nachverfolgung von Kontaktpersonen der Kategorie 1 übernimmt. In der Wetterau liegt die Planzahl demnach bei knapp 75 Mitarbeitern.

Gesundheitsamt Wetterau: Bis zu 40 Mitarbeiter im Einsatz 

Das Wetterauer Gesundheitsamt erfüllt nach Auskunft seines Leiters Dr. Reinhold Merbs »seine Aufgaben im Kontext der Kontaktpersonennachverfolgung nach dem Infektionsschutzgesetz«. Aktuell würden je nach Bedarf bis zu 40 Mitarbeiter eingesetzt. »Darunter fallen auch Fachkräfte aus anderen Teilen der Verwaltung, die kurzfristig gewonnen werden konnten«, sagte er auf WZ-Anfrage. Darüber hinaus könne kurzfristig auf weitere Mitarbeiter der Kreisverwaltung zurückgegriffen werden, sodass zur Bewältigung der derzeitigen Situation ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stünden.

Insgesamt sei für die Fachstelle Infektionsschutz und Hygiene des Gesundheitsamts eine langfristige Aufstockung des Personalbestands ohnehin geplant, da der Beratungs-, Kontroll- und Überwachungsbedarf gestiegen sei. Dabei gehe es vor allem um gut ausgebildete Hygienekontrolleure, Ingenieure oder Fachärzte.

Gesundheitsamt Wetterau: Keine Symptome, kein Test

Ein weiteres Ergebnis der Recherchen von NDR und WDR war, dass auch enge Kontaktpersonen von Infizierten eher selten auf das Coronavirus getestet werden. Auch die WZ-Redaktion weiß von Beispielen, in denen Verdachtsfälle (ohne Symptome) nicht getestet wurden - außer, die Betroffenen wurden selbst aktiv. Aus dem Gesundheitsministerium hieß es zuletzt, man wolle die gezielte Testung ausweiten und Kontaktpersonen der Kategorie 1 testen, auch wenn sie keine Symptome haben.

In der Wetterau testet das Gesundheitsamt laut Merbs selbst nur dann, »wenn der Verdacht auf ein Ausbruchsgeschehen in einer Gemeinschaftseinrichtung abzuklären ist«, also Alten- und Pflegeheime oder Asylunterkünfte. Man habe zudem Tests »auch aus epidemiologischen Gründen« durchgeführt. Ansonsten hätten die Menschen jederzeit Zugang zu Tests über die zuständigen Hausärzte. Personen, die sich zur stationären Behandlung in einer Klinik befinden, werden ebenfalls getestet.

Gesundheitsämter: Hessen testet am wenigsten 

Hessen gehört zu den Bundesländern, die am wenigsten testen - was Auswirkung auf die Fallzahlen haben dürfte.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in der Wetterau lag am Freitag bei 285, eine mehr als am Vortag. 236 Personen (Vortag: 233) sind aus der Quarantäne entlassen. In stationärer Behandlung befinden sich neun Menschen (16). Auf der Intensivstation liegen sechs Covid-19-Erkrankte (Vortag: fünf). Die Zahl der freien Normalbetten in den Wetterauer Kliniken liegt bei 242 (243). Es gibt 15 (16) freie Intensivbetten ohne Beatmung und 49 (45) mit Beatmung.

Bei der Statistik nach Wohnorten (siehe unten) ergeben sich laut Wetteraukreis durch System-Updates und nachträgliche Korrekturen gegebenenfalls Änderungen.

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