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Gisela Troost (r.) und Steffi Ramsperger begrüßen die Gottesdienstteilnehmer musikalisch.

Leidtragende des Klimawandels

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Friedberg (pm). Felsenfester Grund für alles Handeln sollten Jesu Worte sein - dazu wollten die Frauen des Inselstaates Vanuatu in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag ermutigen. »Worauf bauen wir?« lautete das Motto. Denn nur das Haus, das auf festem Grund stehe, würden Stürme nicht einreißen, heißt es in der Bibelstelle bei Matthäus. »Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit.

Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament - wie der kluge Mensch im biblischen Text. Unser Handeln ist entscheidend«, sagten die Frauen in ihrem Gottesdienst.

Ein Ansatz, der in Vanuatu in Bezug auf den Klimawandel bereits verfolgt wird. Denn die 83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen wie kein anderes Land, und das, obwohl das Land keine Industrienation ist und auch sonst kaum Kohlendioxid ausstößt. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Steigende Temperaturen und veränderte Regenmuster lassen Früchte nicht mehr so wachsen wie früher. Zudem steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die tropischen Wirbelstürme werden stärker.

Seit zwei Jahren gilt in Vanuatu ein rigoroses Plastikverbot. Vanuatu beabsichtigt jetzt, die Industrieländer vor dem Internationalen Gerichtshof zu verklagen, um die Schäden, die der Klimawandel in ihrem Land anrichtet, finanziell auszugleichen.

Beim Weltgebetstags-Gottesdienst in der Freien evangelischen Gemeinde (FeG) Friedberg mit Livestream haben sich die Teilnehmer über den Bibeltext vom Hören und vom Handeln und darüber Gedanken gemacht, wie sie den Klimawandel beeinflussen können. Mit Gebeten wurden die Insel-Situation und die Anliegen der Frauen von Vanuatu begleitet. Die Musik der Band der Stadtmission Friedberg begeisterte die Zuhörer. Diese durften coronabedingt nicht mitsingen, aber mit Wasserflaschen den Rhythmus schütteln.

Kollekte für ein Warnsystem

Durch Auftritte von Klima-Aktivistinnen mit ihren Schildern, auf denen »Das Wasser steht bis zum Hals«, »Energieverbrauch runter«, »Haltbar und Reparierbar«, »Schönheit schützen«, »Müll vermeiden«, »Go green«, »Saisonaler Genuss« und »Entsiegeln-Säen« stand, sollten die Gottesdienstbesucher aufgerüttelt werden.

In Form der Kollekte in Höhe von 445 Euro für ein Projekt in Vanuatu, das den Menschen dort ein Warnsystem in allen verschiedenen Inselsprachen ermöglichen soll, um sich rechtzeitig vor einem drohenden Sturm in Sicherheit zu bringen, zeigten sich die Gottesdienstbesucher mit dem Weltgebetstagsland solidarisch.

Birgit Merkel erzählt die Lebensgeschichte von Mothy, einer Frau aus Vanuatu, die mit ihrem kleinen Bruder auf der Straße aufgewachsen ist.

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