Der Ehrenpräsident der Handwerkskammer Wiesbaden, Klaus Repp (l.), und Präsident Stefan Füll (r.) verleihen dem Zimmerermeister Ralf Birk den neu gestifteten Preis. FOTO: HANDWERKSKAMMER
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Der Ehrenpräsident der Handwerkskammer Wiesbaden, Klaus Repp (l.), und Präsident Stefan Füll (r.) verleihen dem Zimmerermeister Ralf Birk den neu gestifteten Preis. FOTO: HANDWERKSKAMMER

Leidenschaft für historische Gebäude

  • vonOliver Potengowski
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Wetteraukreis(sax). Erstmals ist in diesem Jahr der Klaus-Repp-Preis für Denkmalpflege im Handwerk verliehen worden. Die Handwerkskammer Wiesbaden hat den Preis zum 70. Geburtstag ihres Ehrenpräsidenten aus der Wetterau gestiftet. Dass neben dem Hauptpreis für den Zimmerermeister Ralf Birk aus Calbach auch eine Anerkennungsurkunde nach Nidda geht, zeigt die Stärke des Handwerks in der Region.

"Wir hatten es in der Jury nicht leicht bei der Qualität der Einsendungen", bekannte Klaus Repp, der zusammen mit seinem Sohn Alexander die Repp Metallbau und Schlosserei GmbH in Echzell führt. Neben dem Ehrenpräsident der Kammer war die Jury mit Dr. Katrin Bek vom Landesamt für Denkmalpflege, Gerwin Stein von der Beratungsstelle für Handwerk und Denkmalpflege in der Propstei Johannesberg und Peter Domaschka von der Handwerkskammer Wiesbaden besetzt.

Diese war sich darin einig, dass die von Birk durchgeführten Arbeiten und Vorgehensweisen unter Verwendung geeigneter Materialien und Handwerkstechniken auf hohem Niveau durchgeführt werden und in allen Details überzeugen. So konnte sich Birk gegen neun Mitbewerber durchsetzen. Seine Arbeit im Bereich der Denkmalpflege ist vor allem Fachwerkhäusern und -scheunen gewidmet und von Idealismus und Leidenschaft geprägt. "Man merkt Ihnen an, dass Sie sich für die Sache engagieren", sagte Repp. Auch wies er darauf hin, dass durch die Erhaltung, Instandsetzung und Sanierung von historischen Gebäuden ein nachhaltiger Wert für die Zukunft geschaffen werde.

Früher seien bei Altstadtsanierungen aus Unkenntnis viele Fehler gemacht worden, weil falsche Materialien und Arbeitsweisen eingesetzt worden seien. Oft würden diese Fehler jetzt von Restauratoren mit den ursprünglichen Techniken korrigiert. Auch um deren Engagement zu würdigen und für sie zu werben, sei der Preis gestiftet worden. "Restauratoren haben keine große Lobby", bedauerte Repp. "Wer interessiert sich für den Einzelkämpfer, der nur mit zwei, drei Leuten arbeiten kann, der aus Naturprodukten Farbe herstellen kann?"

Repp betonte, dass Birk auch für das Handwerk viel geleistet habe. "Immerhin haben Sie in den gut 20 Jahren, die sie selbstständig sind, acht Lehrlinge ausgebildet." Stefan Füll, Präsident der Handwerkskammer, schloss sich dem Lob für Birks Arbeit an.

Birk selbst wies darauf hin, dass bei der Arbeit an historischen Gebäuden die Beratung und das Vertrauensverhältnis mit den Eigentümern sehr wichtig seien. Oft komme seinem Handwerk dabei eine besondere Rolle zu. "Ich bin meist der Überbringer der schlechten Nachrichten", räumte Birk ein. "Die Leute haben ein Haus gekauft, und dann komme ich und mache es schlecht." Deshalb müsse man sehr offen, aber auch ausführlich mit den Eigentümern reden, um deren Ziele und finanzielle Möglichkeiten zu verstehen.

Zwei weitere Bewerber geehrt

Die Bestandsaufnahme der Holzarbeiten stehe in der Regel am Anfang der Sanierung. "Um ein Haus am Leben zu erhalten, ist der Zimmermann meist der Erste und Wichtigste", erläuterte er. Natürlich sei eine enge Zusammenarbeit mit den anderen Handwerkern notwendig. "Der Erfolg gelingt nur, wenn das Ganze Hand in Hand geht."

Die Jury hat zwei weiteren Bewerbern eine Anerkennungsurkunde verliehen: Johannes Mosler aus Hadamar und Dachdeckermeister Holger Aßmus aus Nidda. Mosler hat sich der Erhaltung von alten Holzfenstern verschrieben. Für die Fortführung alter Handwerkstechniken und die Erneuerung von Dachreitern, die insbesondere in Oberhessen ein historischer Brauch sind, setzt sich Aßmus ein.

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