Lehren aus Hochwasserkatastrophe ziehen

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Friedberg (pm). Das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat ganze Landstriche zerstört, immense Schäden angerichtet und sogar Menschenleben gekostet. »Die Katastrophe beschäftigt auch viele Friedbergerinnen und Friedberger: Etliche spendeten für die Hochwasseropfer oder leisten sogar Unterstützung vor Ort«, schreiben die Grünen aus der Kreisstadt in einer Pressemitteilung.

Nur in Kaserne und Innenstadt bauen

Der neue Bericht des Weltklimarates bestätige einmal mehr, dass der menschengemachte Klimawandel schneller voranschreite als bisher gedacht und dass damit extreme Wetterlagen wahrscheinlicher werden - »auch hier bei uns in Friedberg«. Die verheerenden Folgen von Starkregen würden begünstigt durch die Begradigung von Flüssen, wie sie in der Vergangenheit auch in der Wetterau praktiziert worden seien, und durch eine zunehmende Flächenversiegelung.

Die Forderungen der Friedberger Grünen gehen über den reinen Hochwasserschutz hinaus: »Auch in Friedberg müssen Klimaschutzanpassungsmaßnahmen getroffen werden, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen«, fordert Grüne-Stadtverordneter Pascal Miller. »Ein Baustein der naturnahen Regenwasserbewirtschaftung ist der Erhalt von Versickerungsflächen für Regenwasser, was eine Neuversiegelung von Flächen, wie sie in Friedberg weiterhin z. B. im Bereich der Schlammteiche in Fauerbach geplant werden, ausschließt.«

Die Grünen fordern, Bauaktivitäten in Friedberg auf das ohnehin bereits versiegelte Kasernengelände und auf Nachverdichtung in der Innenstadt zu beschränken. Dringend zu prüfen sei darüber hinaus, wie die Friedberger Kanalisation auf Starkregen vorbereitet sei. Gegebenenfalls müsse man zeitnah Anpassungen am Kanalnetz vornehmen.

»In diesem Zusammenhang wird man auch über die Einführung eines Trennsystems bei der Entwässerung nachdenken müssen« führt Fraktionsvorsitzender Markus Fenske aus. »Wir begrüßen es sehr, dass sich auch andere Fraktionen Gedanken um den Hochwasserschutz machen«.

Appell an die Grundstücksbesitzer

Des Weiteren ist nach Ansicht der Grünen eine Aufklärung der Bevölkerung wünschenswert. Stefan Nawrath vom BUND unterstützt diese Forderung: »Jeder und jede hat die Möglichkeit, auf dem eigenen Grundstück etwas für das Wassermanagement zu tun: Regenwasser sammeln, die Dächer begrünen, auf Flächenversiegelung verzichten, damit Regenwasser auf dem eigenen Grundstück versickern kann. Das verhindert, dass die Kanäle überlaufen. Auch die Kommune muss tätig werden und sollte Förderprogramme einrichten, die das Engagement der Bürger/innen unterstützen. Außerdem muss sie mit gutem Beispiel vorangehen und Maßnahmen ergreifen, um Regenwasser zurückzuhalten und möglichst rasch in den natürlichen Wasserkreislauf zurückzuführen, etwa durch Dachbegrünungen auf kommunalen Gebäuden, Versickerungsmulden und die zusätzliche Anlage von Grünflächen. Der erste Schritt ist jedoch eine Vermeidung von zusätzlichen Flächenversiegelungen.«

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