+
Der Winterstein, (noch) ohne Windräder. FOTO: NICI MERZ

UWG lehnt Windräder im Wald ab

  • schließen

Friedberg(jw/pm). Die UWG lehnt die von den Grünen apostrophierten 10 bis 15 Windkraftanlagen im Waldgebiet rund um den Winterstein ab. Wie Fraktionsvorsitzender Friedrich Wilhelm Durchdewald in einer Presseerklärung schreibt, wende man sich gleichzeitig gegen den aktuell zur Beratung vorgelegten Bebauungsplan für das Gesamtgebiet. "Hier sind zwar nur drei Windräder geplant, aber auch das sind drei zu viel."

In einer Zeit, in der die Wälder ohnehin durch Trockenheit und Schädlinge zum Teil schwer geschädigt seien, sei es nicht vertretbar, weitere Hunderte Bäume "einer Ideologie zu opfern", schreibt Durchdewald. "Damit nicht genug würden mit den Rodungen offene Flächen in geschlossenen Waldgebieten geschaffen, die durch neue Schneisen zu zusätzlichem Windbruch führen. Auch gab es schon Dutzende Brände an Windkraftanlagen, zuletzt in Nordhessen. Man mag sich nicht vorstellen was geschieht, wenn brennende Rotorteile in trockenes Unterholz fliegen."

Auch hinsichtlich der Gefahren für Vögel, Fledermäuse und Zugvögel seien solche "Riesen-Windmaschinen" in diesem Gebiet nicht vertretbar. Der vorgelegte B-Plan treffe auch Aussagen zur Höhe der Windräder. Das seien zunächst noch eher abstrakte Werte, schreibt Durchdewald. "Wenn man den Vergleich mit sichtbaren Realhöhen anstellt, wird erst so richtig deutlich, was das für das Landschaftsbild bedeute." Der Steinkopf habe, einschließlich des weithin sichtbaren Funkturms, eine Höhe von 623 Meter über Normalnull, der Winterstein mit Aussichtsturm 499 Meter. Durchdewald: "Die Windkraftanlagen werden im B-Plan allein mit der Nabenhöhe von 605 Meter über NN beziffert. Dazu seien 100 Meter lange Rotoren zulässig, was einer Höhe im Flugkreisscheitel von rund 80 Meter über dem Steinkopfturm bzw. 205 Meter über dem Wintersteinturm bedeute, rechnet Durchdewald vor.

Starke Eingriffe in den Waldboden

Des Weiteren seien für die Fundamente der Windräder gewaltige Gründungseingriffe im Boden erforderlich, um den Türmen sicheren Halt auch bei Starkwindlagen zu gewährleisten. Mit diesen Gründungen würden Grundwasserströme verändert oder ganz unterbrochen, abgesehen von der Zerstörung des Lebensraums für Kleinlebewesen. In dieses Betrachtungsfeld gehörten auch kilometerlange Erdkabelverlegungen in den Waldgebieten und die Verbreiterungen und Stabilisierungen von Waldwegen für Material- und Krantransporte.

Durchdewald: "Ein weiteres Thema, das wie beim Elektroauto die Batterien tunlichst nicht angesprochen wird, ist die ungeklärte Entsorgung der Rotoren abgängiger Windräder." Spätestens 2021 würden mehrere Hundert Anlagen zur Verschrottung anstehen, wobei es für die Rotoren aus Faserverbundstoffen auf Epoxidharzbasis bisher keine andere Entsorgungsidee gebe als sie zu zerkleinern und zu verbrennen. Das wiederum werde erschwert durch die zur Stabilisierung eingelagerten Glasfasern. Für die UWG sei klar, dass sie dem Teil "Windkraftanlagen" im vorgelegten Bebauungsplan "Natur- und Erholungsgebiet Winterstein" nicht zustimmen werde.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare