Bischof Samantaroy (3. v. l.) und seine Mitarbeiter verteilen Lebensmittel an die Ärmsten der Armen.	FOTO: CHURCH OF NORTH INDIA
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Bischof Samantaroy (3. v. l.) und seine Mitarbeiter verteilen Lebensmittel an die Ärmsten der Armen. FOTO: CHURCH OF NORTH INDIA

Lebensmittel werden knapp

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Wetteraukreis (pm). Seit Jahrzehnten ist das evangelische Dekanat Wetterau mit der Church of North India in Amritsar verbunden. Auch dort hat das neue Coronavirus einen starken Einfluss auf das Leben. Zwar sind in der Region Punjab bisher erst 38 Fälle - Stand vor einer Woche - offiziell registriert, aber die Zahl der Infizierten und Toten steigt von Tag zu Tag. Von Regierungsseite wurde soziale Distanz verordnet, ähnlich wie in Deutschland. Seit dem 22. März gibt es ein nationales Lockdown.

Supermärkte nur stundenweise offen

Für die Diözese bedeutet dies, so schreibt Bischof Pradeb Kumar Samantaroy in seinen Krisenbericht, dass öffentliche Veranstaltungen wie Prozessionen, Gebetstreffen, Gottesdienste und andere Veranstaltungen abgesagt sind. Kirchengebäude werden regelmäßig desinfiziert. Gottesdienste nur noch online angeboten.

Alle laufenden Gesundheitsprogramme der Kirche konzentrieren sich nun auf den Schutz vor dem Virus: Öffentliche Schulungen sind abgesagt. Netzwerktreffen finden, soweit möglich, im Internet statt. Info-Material zur Krise wird gedruckt verteilt.

Supermärkte und Apotheken sind täglich nur für ein paar Stunden geöffnet. Die Armen in Indien sind am meisten von der Situation betroffen, berichtet Bischof Samataroy. In Delhi etwa sind Tausende von Saisonarbeitern gestrandet: Ohne Job und Geld können sie nicht in ihre Heimatdörfer zurück, die oft viele Hundert Kilometer entfernt sind. Der öffentliche Verkehr ist eingestellt. Rassistische Diskriminierungen gegen Menschen aus dem Nordosten Indiens und gegen Ausländer in verbaler und gewalttätiger Form sind an der Tagesordnung. In manchen Orten im Punjab drohen Aufstände und Gewalt.

Viele Tagelöhner sind nicht in der Lage, Essen und Medizin zu kaufen. »Das bedeutet, ohne Zugang zu Essen und Medizin drohen Hunger und Krankheit. Die Menschen haben Angst.« Einige Bauarbeiter haben einmalig 3000 Rupi bekommen, was etwa 4 Euro entspricht, sagt der Bischof. »Zwar organisieren staatliche Stellen und Arbeitervereine etwas Hilfe, aber das reicht nicht. Ernten ist nicht erlaubt, also werden auf kurz oder lang die Grundnahrungsmittel fehlen.« Menschen in den unteren Gehaltsklassen in den Städten horten aus Angst Lebensmittel, steigende Preise sind die Folge.

Reis, Mehl und Öl werden verteilt

Die Diözese hat einen Aktionsplan erstellt: Für die verantwortlichen Akteure wurden Passierscheine beantragt, eine Verteilaktion zugunsten der Ärmsten wird durchgeführt. Die nötigen Grundnahrungsmittel wie Reis, Mehl, Öl, Zwiebeln, Kartoffeln, Salz und Gewürze werden eingekauft und dann an ausgesuchten Plätzen verteilt. Die Kirche, so der Bischof, stehe in der Verantwortung, solidarisch zu handeln und alle Menschen zu unterstützen und sie zu ermutigen. Er ruft die ökumenischen Partner auf, die Aktion finanziell zu unterstützen.

Das Evangelische Dekanat Wetterau bereitet eine Spendenaktion für Nordindien vor. Das Geld kann auf dieses Konto überwiesen werden: Förderverein Amritsar, Volksbank Mittelhessen, IBAN: DE62 5139 0000 0061 2367 08, Stichwort »Corona Relief Diözese Amritsar«.

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