Beziehungen

Lebenselixier Liebe

  • vonInge Schneider
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Liebe hat ebenso viele Gesichter, wie es Menschen, Jahreszeiten und Stimmungen gibt - WZ-Mitarbeiterin Inge Schneider gibt Tipps dazu, was Beziehungen lebendig hält.

Zunächst einmal ist festzuhalten: Jeder Mann und jede Frau hat ein Recht auf Liebe und Glück in einer Form, die zu ihm, zu ihr und den aktuellen Lebensumständen passt. Auch eine Einladung zum Candlelight-Dinner zu Hause, ein kleines Geschenk, eine Hilfeleistung, ein Kuss zum Abschied, die Anregung, einen Online-Sprachkurs zu belegen und nach dem Lockdown endlich die Traumreise zu wagen - all das kann Liebe pur sein, ohne dass dabei ein einziges Kleidungsstück fällt.

Also: Kein »Betthupferl-Zwang« - aber auch keine Absage an alle, denen die körperliche Liebe, auch in reiferen Jahren, wichtig ist. Wissenschaftler und Mediziner bezeugen einstimmig, dass Flirt, Liebe und Sexualität in all ihren Facetten eine Vielzahl positiver Auswirkungen auf Körper, Seele, Geist, Selbstbewusstsein und Leistungsfähigkeit haben. Allein die Ausschüttung von Sexual- und Glückshormonen ist einen Versuch wert. Auch dass man sich bewusster pflegt, ernährt, bewegt, angeregter unterhält und neuen Situationen gegenüber aufgeschlossener ist, wenn man liebt und geliebt wird, trifft auf alle Generationen zu allen Jahreszeiten zu.

Offenheit versus Sprachlosigkeit

Oft sind es bei Frauen und Männern natürliche hormonelle Umstellungen des Körpers, akut belastende Lebenssituationen oder seit langem schwelende Probleme, die ein unbeschwertes Zusammensein erschweren. Ab der Pubertät bis ins hohe Alter sind hier die Frauenärztin beziehungsweise der Androloge, Facharzt für Männergesundheit, die ersten Ansprechpartner für ein offenes Gespräch. Dabei ist selbstverständlich auch der jeweilige Partner oder die Partnerin willkommen. Die Ärzte werden nach der Aussprache und einer körperlichen Untersuchung neben konkreten Gesundheitstipps und Therapievorschlägen gegebenenfalls auch eine psychotherapeutisch orientiere Paarberatung empfehlen, bei der Beantragung einer Kur helfen oder zu einer einzeln oder gemeinsam verbrachten Auszeit raten.

Von dieser Offenheit kann es schon abhängen, wie stark die typischen Beschwerden rund um Pubertät, Schwangerschaft, Stillzeit, Wechseljahre beziehungsweise Potenzprobleme überhaupt auftreten und wie sie subjektiv empfunden werden. Körperliche Gegebenheiten führen Frauen genauso wie Männer jedenfalls eher selten als Grund für Partnerschaftsprobleme an. Vielmehr ist es die Sprachlosigkeit über die eigenen Wünsche, Unsicherheiten und inneren Auseinandersetzungen, die sich in vielen Fällen als wahrer Lust- und Beziehungskiller entpuppt. Und hier lässt sich mit gutem Willen, professioneller Hilfe und vor allem viel Liebe Abhilfe schaffen. Untersuchungen belegen, dass die Qualität der Partnerschaft und andere psychosoziale Faktoren wichtiger für eine befriedigende Sexualität sind als die Menge der durch die Adern strömenden Hormone. So gesehen sind die folgenden Anregungen, so banal sie auf den ersten Blick vielleicht auch erscheinen mögen, sehr ernst zu nehmen.

Sich selber mögen: Nicht gnadenlos nach Fehlern bei sich selbst fahnden, sondern genau hinschauen, wo die eigenen Schokoladenseiten sind.

Den anderen mögen: Der Blick auf den Partner oder die Partnerin ist oft durch Routine verstellt. Liebe ist ein Ja, das täglich bewusst wiederholt werden sollte.

Sich nicht gehen lassen: Sorgfalt im Umgang mit sich selbst ist ein Kompliment an das eigene Ich - und an das Du.

Jeden Tag mindestens zehn Minuten in Ruhe miteinander reden: Eine goldene Regel langer und glücklicher Beziehungen

Überraschende Zärtlichkeiten: Gegen die Monotonie des Alltags helfen kleine Liebesbeweise. Ein Lippenstift-Herz auf dem Spiegel oder eine Blüte auf dem Nachttisch reichen oft schon aus, um ein strahlendes Lächeln hervorzurufen.

Ab und zu etwas Neues ausprobieren: Jede gemeinsam erlebte Überraschung im Alltag knackt die graue Routine und belebt. Auch die Liebe!

Das Lachen, das Lob, den Respekt und die Anerkennung bewahren sind Dinge, die sich jeder Mensch für sich selbst wünscht. Also sollte man sie auch großzügig verteilen.

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